Das Saisonziel ohne Nachsitzen erreicht

Mit einem verdienten 2:1-Sieg über die Club-Reserve vertrieb die Viktoria das fiese Relegationsgespenst / Tore von Schnitzer und Cheron

Souverän, zu übersetzen mit „eigenständig“, hat die Viktoria den Klassenerhalt in der Regionalliga Bayern eingefahren und ist damit dem unkalkulierbaren Risiko eines Abstiegs-Endspiels am letzten Spieltag beim FC Augsburg II aus dem Weg gegangen. Gegen die Nürnberger U21 präsentierte sich die Elf von Jochen Seitz mit einer überaus ansprechenden Leistung und zeigte neben großem Kampf auch gute spielerische Ansätze. Ehe Schnitzer und Cheron vor 890 Zuschauern im Stadion am Schönbusch die Weichen zum Klassenerhalt stellten, mussten die Weiß-Blauen einmal mehr einen frühen Rückstand verdauen.

Viktoria Aschaffenburg hat es geschafft. Am 33. Spieltag wurde der Klassenerhalt mit einem 2:1-Sieg gegen den 1. FC Nürnberg II perfekt gemacht (© Moritz Hahn)

Dabei startete die Viktoria wie ein Team, das sich viel vorgenommen hat. Bereits in der 6. Minute senkte sich eine Schnitzer-Flanke ins Netz, doch Schiri Pflaum hatte zuvor wegen Stürmerfouls abgepfiffen. Kurze Zeit später klärte Club-Keeper Vasilj nach einem Konter der Viktoria gegen Verkaj. Die Agilität der Hausherren wurde jäh gebremst, als die Cluberer mit ihrem ersten Angriff die Führung markierten. Ein schneller Pass in die Schnittstelle und dann noch einmal quer gelegt zum völlig frei stehenden Cedric Euschen, der den Ball nur noch über die Linie zu drücken brauchte. Die Gäste zogen in der Folge ihr Spiel geschickt in die Breite und ließen den Ball laufen.

Kapitän Simon Schmidt (35) zeigte einmal mehr eine herausragende Leistung und führte sein Team zum verdienten Sieg (© Moritz Hahn)

Mit Kampfgeist hielten die Weiß-Blauen dagegen und beschworen vorzugsweise nach Eckbällen ein ums andere Mal Gefahr vor dem Nürnberger Kasten herauf. Riesenaufregung in der 28. Minute, als Lucas Oppermann nach einem Rempler des Club-Keepers im Strafraum zu Boden ging, doch Schiri Pflaums Pfeife stumm blieb. Im Gegenzug behielt SVA-Keeper Birk in einer Eins-gegen-eins-Situation gegen Harlass die Oberhand und vereitelte so eine Großchance der Nürnberger. Mit Björn Schnitzer den Ideengeber des Viktoria-Spiels auszuschalten, gelang der Club-Defensive nur unzureichend. In der 31. Minute durfte die Nummer 7 einmal mehr ihre Torjägerqualitäten unter Beweis stellen. Nach einem Pass von Philipp Beinenz „scannte“ er, abgeschirmt von Verteidigern, blitzschnell die Lücke und zog ab. Das Leder prallte an den rechten Innenpfosten und von dort ins Tor.

Jubel nach dem Ausgleich! Björn Schnitzer konnte die Führung der Gäste mit seinem 9. Saisontreffer noch vor der Pause egalisieren (© Moritz Hahn)

Im Gefolge des verdienten Ausgleichs ergaben sich für die Weiß-Blauen noch vor der Pause zwei weitere Möglichkeiten, direkt nachzulegen. Bei einem 16-Meter-Schuss von Kizilyar riss Vasilj so eben noch die Fäuste hoch (39.), einen der Viktoria in der Nachspielzeit zugesprochenen Freistoß setzte Schnitzer haarscharf rechts neben das Tor.

Mit Cheron völlig losgelöst zum Klassenerhalt

Die Viktoria kam unverändert aus der Pause. Nach zehnminütigem lebhaften Geplänkel lief ab der 55. Minute die Uhr für den Klassenerhalt. Grund war die 2:1-Führung durch Daniel Cheron, der das Leder von der Strafraumgrenze in den rechten Winkel „tupfte“. Kein Hammer, eher ein Tor von ätherischer Schwerelosigkeit.

Daniel Cheron (Nummer 21) erzielte in der 56. Minute mit einem sehenswerten Treffer das entscheidende Tor (© Moritz Hahn)

Die Elf von der Noris versuchte in den verbleibenden üppigen 35 Minuten (plus Nachspielzeit) gegen eine sich phasenweise weit zurückziehende Viktoria alles, förderte aber nur selten Zwingendes zutage. Bei zwei Distanzschüssen von Erik Engelhardt (86.) und Fabian Nürnberger (87.) bereits in der Schlussphase war Kevin Birk auf dem Posten, der ansonsten alles abfing, was vor sein Gehäuse flog. Das sich die Gäste in der zweiten Hälfte so überaus schwer taten, lag an einer überragenden Leistung der von Kapitän Simon Schmidt umsichtig dirigierten Defensive. Ein Riesenspiel machte insbesondere der erst 19 Jahre alte von Beginn an aufgebotene Silas Zehnder. Die Viktoria machte im Übrigen nicht den Fehler, das Ergebnis frühzeitig verwalten zu wollen, sondern spielte – das signalisierte auch die Einwechslung von Michél Harrer – bis zuletzt auf das dritte Tor.

Rothosen zum Dessert…

Von Jochen Seitz war mit dem Erreichen des „Klassenziels“ sichtlich der Druck einer ganzen Saison abgefallen. Reflexmäßig wollte er in der PK in die Fehleranalyse gehen, um dann doch zur weisen Erkenntnis zu gelangen, dass sich Erbsenzählerei an so einem prallen Freudentag von selbst verbietet.

Von Trainer Jochen Seitz fiel nach dem Schlusspfiff der ganze Druck ab (© Moritz Hahn)

Was bleibt zu tun in dieser Saison? Zunächst einmal sich in dem an sich bedeutungslosen Saisonfinale in Augsburg – wie Kevin Birk es formuliert – „anständig verabschieden“ (nur von der Saison 2018/19 selbstredend). Immerhin gibt es ja auch eine Serie von fünf ungeschlagenen Spielen zu verteidigen. Schon jetzt freilich richten sich die begehrlichen Blicke auf das Sahnehäubchen Pokalfinale gegen Kickers Würzburg am 25. Mai. Mit einem Sieg kann man dafür sorgen, dass die Spielzeit 2018/19 in der nächsten Vereinschronik eine ausführliche lobende Erwähnung findet. „Mehr geht nicht“, meint Viktoria-Faktotum Ludwig Münz, ein Günstling des Schicksals, der sich mit maximalen Ausschlägen auf der Glücksskala genauestens auskennt. Wir sehen keinen Anlass, ihm nicht zu glauben…

33. Spieltag, 11. Mai 2019, um 14:00 Uhr in Aschaffenburg (Stadion am Schönbusch // Kleine Schönbuschallee, 63741 Aschaffenburg)

Viktoria Aschaffenburg – 1.FC Nürnberg II 2:1 (1:1)

Aschaffenburg: Kevin Birk – Philipp Beinenz (77. Roberto Desch), Luca Dähn, Simon Schmidt, Ugurtan Kizilyar – Daniel Cheron, Max Grünewald, Clay Verkaj (88. Kevin Wittke), Silas Zehnder – Björn Schnitzer, Lucas Oppermann (70. Michél Harrer) (Trainer: Jochen Seitz) Nürnberg: Nikola Vasilj – Jakov Medic, Tobias Kraulich, Cedric Euschen, Erik Engelhardt, Robin Heußer, Philipp Harlass, Lukas Schleimer (77. Lennart Grimmer), Kevin Goden (46. Leon Heinze), Issaka Mouhaman (68. Emre Mert Aslan), Fabian Nürnberger (Trainer: Fabian Adelmann) Tore: 0:1 Cedric Euschen (9.), 1:1 Björn Schnitzer (31., Philipp Beinenz), 2:1 Daniel Cheron (56.) Gelbe Karten: keine / keine Schiedsrichter: Markus Pflaum – Andreas Voll, Martin Götz Zuschauer: 890 (Stadion am Schönbusch)

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