Hot! Viktorias magische „Grünwalder Formel“: 3.622 + 5

Mit dem 0:5 von Giesing hat der SVA auch den Allerletzten von seiner „Bayernliga-Tauglichkeit“ überzeugt

Mit den Abschiedsvorstellungen ist das immer so eine Sache: Während die einen – wie aktuell der TSV Rain – mit guten Ergebnissen den negativen Gesamteindruck wo nicht auszulöschen, so wenigstens zu mildern suchen, reichen andere – ungeachtet des unmissverständlichen Tabellenstandes – noch einmal ein eindrückliches sportliches Plädoyer dafür nach, sein Glück demnächst eine Klasse tiefer zu versuchen.

1860

Große Kulisse im „Grünwalder“ (© Harry Forchhammer)

Die Rede ist natürlich von unserem SVA, der anlässlich des letzten Auswärtsspiels der Saison am Samstag im altehrwürdigen Grünwalder Stadion bei den Münchner Löwen gastierte, die an diesem Festtag, an dem die Fanaktion „1.000 + X“ stolze 3.622 Zuschauer ins Stadion lockte, wenn schon auf keine zünftige Haxen, dann wenigstens auf  eine ordentliche Brotzeit, auf keinen Fall aber auf preußische Schonkost eingestellt waren.

Das Team der Viktoria, bei dem nach der Heimniederlage gegen Würzburg Coach Slobodan Komljenovic erstmals Motivationsdefizite kritisierte, reiste „leicht ersatzgeschwächt“ an die Isar und ließ sich von den vom Anpfiff weg majestätisch auftretenden Löwen eine gute Viertelstunde durch die Arena treiben. Erstmals „blutig“ wurde es in der 18. Minute, als der „Man of the Match“, Daniel Jais, einen Aussetzer der Viktoria-Abwehr zur schon zu diesem Zeitpunkt überfälligen Führung nutzte. Jais setzte nach einem kapitalen Fehlpass auch den zweiten Prankenschlag (27.). Kurz vor der Pause lief  Salvatore Bari in der einzigen hochkarätigen Viktoria-Chance alleine auf das Löwen-Gehäuse zu, hielt aber dem Augenkontakt mit Zerberus Stefan Marinovic nicht Stand und setzte den Ball am Tor vorbei. Sozusagen der Nadelstich, der die dösenden Löwen noch einmal weckte, die prompt das 3:0 durch Korbinian Vollmann nachlegten (43.).

Glücklicherweise sind die Münchner ein gutmütiges Völkchen, für das nach der frühzeitigen Entscheidung der Gaudi-Charakter des Events im Vordergrund stand, weshalb sie in der zweiten Halbzeit ihre Dominanz  nicht mit gnadenloser Effizienz ausschlachteten wie etwa die Fürther zu Saisonbeginn. Lediglich zwei Tore durch Andreas Geipl (57.) und erneut Korbinian Vollmann (86.) waren der vergleichsweise spottbillige Ticketpreis, für den man die zweiten 45 Minuten überstehen durfte.

Auch das Münchner Publikum dürfte es uns nicht weiter nachtragen, dass das bei dieser Wiesn-Gaudi präsentierte unterfränkische Fahrgeschäft allenfalls den Erlebniswert eines Kettenkarussells in einer hochtechnisierten Welt vorstellte.

Ein Heimspiel gegen den sich noch mit minimalen Sorgen tragenden SV Schalding-Heining steht für die Viktoria noch auf dem Plan. In der nächsten Saison hoffen wir alle auf ein Wiedererblühen unserer im Regionalliga-Geschäft erschreckend welk gewordenen Diva.

 

TSV 1860 München II – Viktoria Aschaffenburg 5:0 (3:0)

München: Stefan Marinovic (78. Ralph Pöpperling) – Philipp Steinhart (85. Manuel Bühler), Christoph Rech, Vladimir Kovac, Christian Köppel – Liridon Vocaj, Andreas Geipl, Korbinian Vollmann, Kodjovi Koussou – Stephane Mvibudulu (59. Ivan Knezevic), Daniel Jais

Aschaffenburg: Stefan Steigerwald – Daniel Cheron, Denis Talijan, Markus Brüdigam, Roberto Desch – Johannes Gerhart, Semir Duljevic (72. Semir Duljevic), Ahmed Dzafic (53. Muhammed Ali Sahin), Yuki Nakagawa – Salvatore Bari (59. Florian Pieper), Giulio Fiordellisi

Tore: 1:0 Daniel Jais (19.), 2:0 Daniel Jais (27.), 3:0 Korbinian Vollmann (43.), 4:0 Andreas Geipl (57.), 5:0 Korbinian Vollmann (86.)

Schiedsrichter: Rainer Pongratz (Regen)

Zuschauer: 3.622

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