Hot! 1955/56 schoss der kriegsverletzte Staab Tore am Fließband

Viktoria-Fans erinnern sich an alte Viktoria-Tage. Bruno Ehing ist 78 Jahre alt, kommt aus Haibach-Grünmorsbach und Stammgast am Schönbusch: „Als treuer Viktorianer der ersten Stunde habe ich alles gesehen, von Anfang an. Die mit Unterbrechungen zehnjährige Zugehörigkeit zur damals höchsten Spielklasse, der Oberliga Süd, im Zeitraum von 1946 bis 1960, als die Mannschaft des SVA zweifellos zu den technisch ausgereiftesten Teams nicht nur in der Region, sondern in ganz Süddeutschland gehörte, zählt wohl in den Erinnerungen eines jeden alten Viktorianers zu den Höhepunkten. Besonders ist mir aus dieser Phase die Spielzeit 1955/56 präsent, in deren Verlauf die Viktoria als Aufsteiger in der Rückrunde kein Spiel mehr verlor und in der Abschlusstabelle auf dem 5. Platz landete, vor den damals im süddeutschen Spitzenfußball tonangebenden Mannschaften von Eintracht Frankfurt (6.) und 1. FC Nürnberg (7.).

In dieser Ära beherrschten Namen wie Viktoria-Spielerlegende Heinz Budion, der ehemalige Nationalspieler Ernst Lehner und Sturm-As Hubert Staab, der wegen einer Kriegsverletzung nur noch einen Lungenflügel hatte, am Schönbusch die Szenerie und produzierten Tore am Fließband. Staab und Budion wurden seinerzeit sogar in den Kader der deutschen Nationalmannschaft berufen. Besonders beeindruckt hat mich auch noch ein Ereignis aus jener Zeit. Während einer Saison der Oberliga Süd hatte man für zwei aufeinander folgende Heimspiele gegen die damaligen Topteams VfB Stuttgart und 1. FC Nürnberg eigens eine zusätzliche Tribüne aufgestellt, um die Kapazität des Schönbusch-Stadions von 15.000 auf 19.000 Zuschauer zu erhöhen. Nachdem man die Klingen gekreuzt hatte, wurde die Tribüne wieder abgeschlagen.

Neben den Erinnerungen an diese glorreichen Tage soll aber auch Erwähnung finden, dass in der jüngeren Vergangenheit der Sieg im DFB-Pokal-Wettbewerb des Jahres 1987 gegen den damals ungeschlagenen Tabellenführer der Bundesliga, 1. FC Köln, in seiner ganzen Dramatik für mich ein emotional tief berührendes Erlebnis war.

 


 

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