Hot! In 21 Jahren alle Wunden heilen gesehen

Viktorias Mannschaftsarzt Dr. Thomas Dreyer auf der Mitgliederversammlung offiziell in den Ruhestand verabschiedet

An seinen ersten Arbeitstag bei der Viktoria kann sich Dr. Thomas Dreyer noch sehr gut erinnern. In der Oberliga-Saison 1995/96 war es und er sollte auf Bitten seines Freundes und damaligen Viktoria-Vorstands Wolfgang Waschulewski und des damaligen Trainers Kurt Geinzer nur einmal aushilfsweise einspringen. Der Einstand gestaltete sich überaus erfolgreich: Die Viktoria gewann am 15. Spieltag der Oberliga Hessen 1995/96 mit 4:0 gegen den VfB Gießen und der Doc – wie er fortan genannt wurde – hatte aus seiner beruflichen Tätigkeit heraus eine neue Leidenschaft für sich entdeckt.

Dr. Thomas Dreyer war 21 Jahre Mannschaftsarzt bei Viktoria Aschaffenburg und wurde bei der Mitgliederversammlung von Holger Stenger und Manfred Fleckenstein geehrt (© Moritz Hahn)

Diese sollte ihm künftig mächtig Beine machen. Vorstandssprecher Holger Stenger betonte in seiner launigen Laudatio, er sei oft darauf angesprochen worden, wer denn dieser medizinische Ersthelfer sei, der im Sprintduell weit jüngere Kollegen abhängte, wenn auf dem Platz wieder mal Not am Mann war. Mit Hilfe von Thomas Dreyer erwarb die Viktoria sogar eine Anwartschaft auf einen Fairness-Preis: Bei so schneller Soforthilfe kam das in Fußballerkreisen weit verbreitete „Krümmen für die Galerie“ allmählich gänzlich aus der Mode.

21 Jahre lang war Dr. Thomas Dreyer für seine Jungs zur Stelle (© Moritz Hahn)

Nach 21 Jahren, zum Ende der Saison 2015/16, musste es denn auch mal gut sein. Der Physiotherapeut habe ihm im Laufduell zuletzt immer ein paar Meter abgenommen, scherzte Thomas Dreyer in Anspielung auf seinen Vorredner. Besonderen Dank zollte er seiner ebenfalls anwesenden Ehefrau, die sein Engagement immer mitgetragen habe.

Auch Publikumsliebling und Identifikationsfigur Giulio Fiordellisis vertraute auf Dr. Dreyer (© Moritz Hahn)

Den Vergleich mit dem berühmten Amtskollegen unter dem Stern des Südens braucht Thomas Dreyer keinesfalls zu scheuen. Auch wenn er keinen Doppelnamen hat und nicht aussieht wie ein Stammesältester, war er immer im besten Sinne Viktorias „Medizinmann“. Die legendäre Geschwindigkeit, mit der er seinerzeit den Rasen stürmte, findet nun in der Kooperation mit dem Klinikum Aschaffenburg ihre Fortsetzung.

So wird man Dr. Dreyer im Stadion am Schönbusch in Erinnerung behalten. Immer zur Stelle… (© Moritz Hahn)

Die Viktoria bedankt sich bei Dr. Thomas Dreyer für sein beispielloses ehrenamtliches Engagement während all der Jahre. Für die Spieler war er Arzt und Vertrauensperson in einem. Sofern ihm sein neuer Lebensabschnitt Zeit lässt, ist er am Schönbusch immer gerne gesehen.

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