Hot! Uneffektiv war nur der Bus…

…sonst glänzte die SVA-Angriffsmaschinerie beim 3:0 in Rain einmal mehr durch meisterliche Chancenverwertung

Auch widrige Umstände bringen derzeit die Mannschaft von Coach Slobodan Komljenovic nicht aus der Spur. Auf der Auswährtsfahrt nach Rain am Lech blieb der Mannschaftsbus schon nach wenigen Kilometern mit einer Panne liegen, was eine Verlegung der Anstoßzeit auf 14.45 Uhr nach sich zog. Die Viktoria nahm die etwas verfrühte Umstellung der Uhren auf Sommerzeit gelassen und zeigte nur in den ersten 25 Minuten leichte Anpassungsschwierigkeiten, dann erwies man sich einmal mehr als wahrer Meister der Effektivität. Ganze fünf Chancen benötigten die Weiß-Blauen, um mit einem 3:0-Auswärtssieg die Heimreise antreten zu können.

Salvatore Bari erzielte bereits seine Saisontore Nr. 6 und 7

Salvatore Bari erzielte bereits seine Saisontore Nr. 6 und 7

Coach Slobodan Komljenovic hatte seiner Startelf aus dem Bayern-Spiel das Vertrauen geschenkt, dieser aber gleichwohl eine offensivere Ausrichtung verordnet. Einem Tabellenvorletzten stünde im Spiel beim Schlusslicht nicht zu, sich in der Favoritenrolle zu sehen, so war es im Stadionheft des TSV Rain zu lesen, und die Rot-Weißen legten los, als wollten sie diesbezüglich gleich Fakten schaffen. Was die Hausherren gerade in der Anfangsphase spielerisch auf den Rasen brachten, war eines Schlusslichts denn auch im besten Sinne „unwürdig“. Und so hatte denn Keeper Steigerwald alle Hände voll zu tun, um sein noch etwas indisponiert wirkendes Team nicht in Rückstand geraten zu lassen. Einen raffinierten Freistoß von Mariusz Suszko fischte er aus dem Winkel (8.), um dann in der 16. Minute eine weitere Hundertprozentige des Polen zunichte zu machen. Nach exakt 31 Minuten konnte die Viktoria ihre erste zwingende Torchance verzeichnen, aber Rains Torwart Besel konnte den Kopfball von Abwehrhüne Markus Brüdigam zu parieren. Die Viktoria des Jahres 2014 zeichnet es aus, keine nennenswerte Vorlaufphase zu benötigen und quasi aus dem Nichts zuzuschlagen. Das mit jedem Spiel besser harmonierende Angriffsduo Florian Pieper/Salvatore Bari zeichnete in der 36./37. Minute für einen Doppelschlag verantwortlich, der dem Angriffsschwung der Hausherren einen empfindlichen Dämpfer versetzte. Das 1:0 besorgte „Signore 100 percento“ in bewährter Manier, nachdem er durch einen klugen Pass von Florian Pieper in Szene gesetzt worden war. Keine 60 Sekunden später tat es ihm sein Sturmkollege mit seinem ersten Regionalliga-Tor nach, der in Entstehung und Vollendung wie eine Kopie des 1:0 anmutete.

Da die Gastgeber nach dem verwundenen Schock auf einen schnellen Anschlusstreffer spekulierten  und sich die Viktoria auch in psychischer Hinsicht frei geschossen hatte, entwickelte sich in der zweiten Halbzeit ein munteres Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. Etwas anders wäre es vermutlich gelaufen, hätte die Viktoria gleich nach der Pause mit dem 3:0 für klare Verhältnisse gesorgt. Dafür gab es auch ein beinahe unwiderstehliches Angebot: Der an diesem Tag sehr starke Florian Pieper verzichtete frei vor dem Tor auf das eigene Erfolgserlebnis und legte quer auf Bari, der sich aber beim Versuch, Besel zu umkurven, von diesem abkochen ließ. Der TSV konnte daher wieder Fahrt aufnehmen und hatte in der Folgezeit mehr als einmal die Gelegenheit, auf 1:2 zu verkürzen. Was die Mannen um Coach Tutschka an Gelegenheiten ausließen, ließ dem spärlichen Heimpublikum die Haare zu Berge stehen. Natürlich daran nicht ganz unbeteiligt ein Stefan Steigerwald in Hochform, der Pfosten, der bei einem Schuss aus kürzester Distanz im Wege stand sowie nicht zuletzt das Unvermögen der TSV-Stürmer in zwei Spielszenen frei vor dem Tor nicht ins, sondern am langen Eck vorbei zu schieben. Nicht jeder hat eben einen Bari…

Der Viktoria konnte es recht sein, war es ihr doch sogar noch vergönnt, gegen nun sichtlich ermattete Hausherren in der 87. Minute den Schlusspunkt zum 3:0 zu setzen. Der eingewechselte Yuki Naka- gawa hatte sich schön am rechten Flügel durchgesetzt und bediente den in der Mitte lauernden Salvatore Bari. Ergebnis wie gehabt. Damit hat der Ex-Eschborner bereits sieben Striche, und so allmählich stellt sich die leicht ironische Frage, ob hier noch jemand Torschützenkönig der Regionalliga-Bayern-Saison 2013/14 werden will. In der Winterpause einsteigen und die Torjägerkanone holen, dagegen würde auch der Gewinn einer deutschen Meisterschaft im März verblassen…

Nur zwei Tage Regeneration, dann geht es am Dienstag (1. April, 19.30 Uhr) weiter mit dem Nachholspiel beim FC Eintracht Bamberg. Wenn es gelänge, die Mannen um Coach Hans-Jürgen Heidenreich in den April zu schicken, dann hätte die lange Aufholjagd Früchte getragen und man fände sich unvermutet nach einem Überholvorgang auf einem Relegationsplatz wieder.

 

TSV Rain am Lech – Viktoria Aschaffenburg 0:3 (0:2)

Rain: Stefan Besel – Tobias Hildmann (60. Benjamin Woltmann), Dominik Bobinger, Fabian Kling, Maximilian Lutz – Mariusz Suszko, Matthias Riedelsheimer, Den Lovric, Sebastian Kinzel – Ugur Yilmaz, Marco Friedl (64. Frank Lustig)

Aschaffenburg: Stefan Steigerwald – Dennis Löhr, Denis Talijan, Markus Brüdigam, Fnan Tewelde (73. Daniel Cheron) – Muhammed Ali Sahin, Johannes Gerhart, Alban Lekaj, Simon Schmidt – Florian Pieper (54. Yuki Nakagawa), Salvatore Bari

Tore: 0:1 Salvatore Bari (37.), 0:2 Florian Pieper (38.), 0:3 Salvatore Bari (87.)

Schiedsrichter: Florian Kornblum (Chieming)

Zuschauer: 200

1 Kommentar

  1. Wohne in Chemnitz, war mit beim Auswärtsspiel in Rain, schönes Wetter und ein Sieg (einwandfrei), noch viel Glück für die Viktroia im Abstiegskamof !!! Beste Grüße Rico

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