Hot! 3:1 – Viktoria kuriert sich vom Alzenau-Syndrom

Der Kunstrasenplatz an der Kleinen Schönbuschallee braucht sich derzeit über mangelnde Beanspruchung nicht zu beklagen. Die ausgefallene Saisonpremiere gegen den SV Heimstetten für einen weiteren Test gegen Lieblingsgegner Bayern Alzenau zu nutzen, vor diese Herausforderung  wurden die blau-weißen Akteure im Stil einer Extemporale nach dem Motto „Setzen, Hefte raus“ gestellt. Kurz gesagt: Es hat funktioniert. Wenn im Spielplan der Regionalliga Bayern nicht alles bis ins kleinste Detail durchgeplant wäre, dann wäre man versucht zu sagen: Das machen wir jetzt immer so.

Dabei stand insbesondere in der Anfangsphase der ersten Halbzeit den Schülern des SVA angesichts des kurzfristig angesagten Tests des Öfteren der kalte Schweiß auf der Stirn, zu knifflig waren die Aufgaben, vor die sie von der Offensive des Gastes gestellt wurden, die quasi von der ersten Sekunde an auf Betriebstemperatur war. Bereits in der 6. Minute verzog Tobias Bystrek aus aussichtsreicher Position nur knapp. Eine Minute später brannte es schon wieder lichterloh im SVA-Strafraum, Richi Döbert konnte den Heber eines frei vor ihm auftauchenden Angreifers so gerade eben an die Latte lenken und den Nachschuss aus nächster Nähe glänzend parieren. Ein weiteres Mal konnte er sich in der 10. Minute auszeichnen, als er nach einem Freistoß der Gäste den platzierten Kopfball von Max Grammel meisterte. Die Offensive des SVA fand bis dato nicht statt, allerdings gelang es den Mannen von Coach Dreßel, bis Mitte der 1. Hälfte ein spielerisches Gleichgewicht im Mittelfeld herzustellen. In der 26. Minute fiel dann allerdings nach einem schweren Patzer in der Abwehr die zu diesem Zeitpunkt gerechte Führung für die Alzenauer. Gegen den Schuss von Tobias Bystrek war Döbert machtlos. Kurios die Entstehung der ersten wirklichen Torchance des SVA in der 44. Minute, als der an der Seitenlinie bedrängte Markus Brüdigam aus der Abwehr heraus einen Traumpass die Linie entlang auf Christian Breunig schickte, der auf und davon war, den Ball aber am herauseilenden Andreas Wasner vorbei an den langen Pfosten setzte. Kaum eine Minute später versagten Breunig die Nerven, als er völlig freistehend den Ball vom Elfmeterpunkt mit dem Außenrist am Tor vorbeischob. Fällt eindeutig unter die Rubrik „den kann man machen“.

Für den Beginn der zweiten Halbzeit hielt die Partie ein weiteres Kuriosum bereit, das für den weiteren Verlauf der Partie richtungweisend sein sollte. Alzenau wechselte in Eishockey-Manier komplett durch und stand demzufolge mit einem völlig anderen Team auf dem Platz. Was die Beweggründe waren, entzieht sich der allgemeinen Kenntnis: War man sich seiner Sache sicher, wollte man dem SVA als guter Nachbar Aufbauhilfe leisten oder war es schlichtweg Ausdruck von Experimentierfreudigkeit (oder von allem etwas)? Wie dem auch sei, im Spiel der Alzenauer kam es – was kaum verwundern dürfte – zu einem Bruch, und der SVA nahm ab der 46. Minute das Heft in die Hand. Fiordellisi traf in dieser 46. Minute das Außennetz und scheiterte in der 66. Minute nach einem genialen Pass von Schmidt an Torwart Emmel. Eine Minute später hatte Giulio das bessere Ende dann für sich, als er nach einer Tewelde-Ecke die Kugel zum 1:1 über die Linie stocherte. In der 75. Minute durfte auch Christian Breunig sein Trauma bewältigen, als er nach schönem Zuspiel Emmel umkurvte und zum 2:1 einschob. Den Schlusspunkt setzte der zwischenzeitlich wieder auf den Geschmack gekommene SVA-Topscorer Giulio Fiordellisi nach schönem Pass von Christian Breunig in der 84. Minute mit einem platzierten Flachschuss ins rechte Toreck.

Fans wie Verantwortliche freuten sich über diesen Last-minute-Erfolg der Vorbereitungsphase, der angesichts der Dominanz in der 2. Halbzeit letztlich verdient war. Dennoch wäre es abseits des begrüßenswerten positiven psychologischen Effekts einer Standortbestimmung dienlicher gewesen, wenn die Bayern ihr Auswechselkontingent nicht so über die Maßen ausgeschöpft hätten. Unter diesen Umständen bleibt abzuwarten, ob wer im Testspiel Alzenau schlägt, in der Liga kleine Löwenbabys frisst…

Aufstellung SVA: Ricardo Döbert – Fnan Tewelde, Markus Brüdigam, Markus Wosiek, Philipp Hörst (Dennis Löhr) – Matthias Fries (Steffen Bachmann), Patrick Amrhein (Christian Breunig), Michael Ulbricht, Daniel Cheron, Simon Schmidt – Giulio Fiordellisi

Tore: 0:1 Bystrek (26.), 1:1 Fiordellisi (67.), 2:1 Breunig (75.), 3:1 Fiordellisi (84.)

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