Hot! Aschaffenburg gewinnt 2:0 beim 1. FC Schweinfurt

Stürmer Salvatore Bari sorgt mit hundertprozentiger Chancenauswertung für Sieg im Unterfranken-Derby

Totgesagte leben länger: Am Freitagabend landete die Viktoria einen eminent wichtigen Auswärtserfolg bei Aufsteiger Schweinfurt

Nach der enttäuschenden Vorstellung und folgerichtigen Heimniederlage im Kellerduell gegen die SpVgg. Bayern Hof war der Unmut groß bei den Fans, die diesem bei der anschließenden Pressekonferenz Luft machten. Vorstand Holger Stenger jedoch bewahrte Ruhe und strahlte Zuversicht aus: „Warum sollten wir nicht in Schweinfurt gewinnen?“, so Stenger nach der Heimniederlage gegen Hof. Er sollte Recht behalten. Mit einer auf vier Positionen veränderten Aufstellung gegenüber dem letzten Spiel schickte Slobodan Komljenovic seine Mannen in das erste von 13 Endspielen. An Stelle von Fnan Tewelde und Soheyl Alipour-Rafi rückten Dennis Löhr und der nach abgesessener Gelb-Sperre zurückkehrende Denis Talijan in die Verteidigung des SVA. Zudem durften Alban Lekaj und Massé Bell Bell mal wieder von Beginn an ran. Verzichten musste der Chefcoach auf die verletzten Hoffnungsträger Markus Schmitt und Yuki Nakagawa. Youngster Johannes Gerhart dagegen, der bei seinem Regionalliga Bayern-Debut letzte Woche durchaus zu überzeugen wusste, stand erneut in der ersten Elf der Viktoria. Im Angriff sollten Florian Pieper und Neuzugang Salvatore Bari, dem der späte Anschlusstreffer gegen Hof gelang, für die erhofften Tore sorgen.

Bari sichert mit Doppelpack den Derbysieg in Schweinfurt

Bari sichert mit Doppelpack den Derbysieg in Schweinfurt

Nach den erhofften Auswärtstreffern sah es zu Beginn dieses brisanten Unterfranken-Derbys unter Flutlicht allerdings nicht aus. Die Schweinfurter legten engagiert los und drängten die Viktoria sofort in die Defensive. Nach fünf Minuten konnte der erste Torschussversuch in Person von Bastian Lunz wenige Meter vor dem Gehäuse der

Viktoria geblockt werden. Kurz darauf entschied Schiedsrichter Stefan Treiber aus Neuburg an der Donau auf Freistoß an der 25-Meter-Marke. Der Schweinfurter zog mit einem strammen Schuss direkt ab, doch der Ball senkte sich knapp links am Tor vorbei. In der 7. Spielminute ergab sich dann die erste Großchance für die „Schnüdel“. Nach einem schönen Steilpass aus dem Mittelfeld umspielte Simon Häcker Stefan Steigerwald und gab den Ball quer in die Mitte vors Tor, wo die SVA-Verteidigung in größter Not klären konnte. Nachdem sich die Weiß-Blauen anschließend mit einem Konter, den Gerhart mit einem etwas zu hoch angesetzten Schuss aus 20 Metern abschloss, entlasten konnte, war es erneut Häcker, der in der 15. Spielminute Keeper Steigerwald mit einem Drop-Kick aus sechs Metern zu einer Glanzparade zwang. Auch in der restlichen halben Stunde des ersten Durchgangs dominierte der 1. FC Schweinfurt die Partie, kam jedoch nur noch zu einer ernsthaften Torgelegenheit: Nach 36 gespielten Minuten versuchte Bastian Lunz mit einem flachen Schuss aus etwa 30 Metern sein Glück, doch verfehlte das Tor knapp. Die Viktoria kam durch ihre Entlastungsangriffe immerhin zu einigen Schussversuchen, die jedoch keine Gefahr für Schweinfurt-Keeper Christopher Pfeiffer darstellten. Nach 45 Minuten konnte man behaupten, dass der 1. FCS das Heft in der Hand hatte, es jedoch versäumte ein Tor zu erzielen. Aus der Sicht der Viktoria konnte man auf eine engagierte und kämpferisch ordentliche Leistung bauen.

Nach Wiederanpfiff zeigte sich sofort das Bild der ersten Halbzeit. Die „Schnüdel“ schalteten umgehend den Vorwärtsgang ein und schnürten den SVA in der eigenen Hälfte fest. In der 51. Minute war es Erkan Esen, der alleine auf das Gehäuse von Steigerwald zulief, den Ball jedoch knapp am Tor vorbei schob. Auch Peter Heyer gelang es kurz darauf nicht, das Spielgerät aufs Tor zu bringen und zog den Ball wie Esen daran vorbei. Die Viktoria konnte sich in dieser Phase des

Spiels nur noch schwer aus der eigenen Hälfte befreien und musste nach 55 Minuten bei einer Großchance der Schweinfurter zittern: Ein Eckball wurde flach auf die Höhe des Strafraums zu Tom Jäckel gespielt, dessen Schuss an Steigerwald vorbei ging, aber auf der Torlinie geklärt werden konnte. In der 59. Spielminute war es dann so weit: Die Viktoria erzielte die Führung aus dem Nichts: Nachdem Salvatore Bari kurz vor dem Strafraum angespielt wurde, setzte er sich gegen zwei Verteidiger durch und schob ins lange Eck ein. Daraufhin hatte das Spiel nur noch eine Richtung und zwar die auf das Tor des SVA. Die Schweinfurter erhöhten den Druck und versuchten durch Fernschüsse und Freistöße zum Ausgleich zu kommen. Stefan Steigerwald konnte sich bei Torschüssen sowohl in der 62., in der 71. als auch in der 88. Minute mehrmals auszeichnen. In der Nachspielzeit gelang es erneut Torjäger Bari, den Ball im Tor der Gastgeber unterzubringen. Nach einem langen Abschlag von Steigerwald setzte er sich gekonnt in einem Kopfballduell durch und lupfte anschließend sehenswert über Christopher Pfeiffer zum 2:0-Endstand.

 

Trainerstimmen

Gerd Klaus (Schweinfurt): Glückwunsch an den Kollegen. Aschaffenburg hat sich den Sieg verdient. Wir haben in der zweiten Halbzeit abgebaut und es insgesamt versäumt Tore zu schießen.

Slobodan Komljenovic (Aschaffenburg): Wir haben uns vorgenommen bis zum Unfallen zu kämpfen. Das hat die Mannschaft hervorragend umgesetzt. Der Sieg geht in Ordnung.

 

1. FC Schweinfurt 05 – Viktoria Aschaffenburg 0:2 (0:0)

Schweinfurt: Christopher Pfeiffer – Bastian Lunz, Florian Hetzel, Michael Krämer (65. Philipp Kleinhenz), Steffen Krautschneider – Simon Häcker, Daniel Mache, Stefan Seufert, Erkan Esen (85. Simon Snaschel) – Tom Jäckel, Peter Heyer (57. Michael Kraus)

Aschaffenburg: Stefan Steigerwald – Dennis Löhr, Markus Brüdigam, Denis Talijan, Muhammed Ali Sahin – Johannes Gerhart, Alban Lekaj, Simon Schmidt, Massé Bell Bell (83. Ahmed Dzafic) – Salvatore Bari, Florian Pieper (70. Djordje Vlacic)

Tore: 0:1 Salvatore Bari (59.), 0:2 Salvatore Bari (90.+1)

Gelbe Karten: Erkan Esen, Steffen Krautschneider / Simon Schmidt

Zuschauer: 1.539

Schiedsrichter: Stefan Treiber (Neuburg/Donau)

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