Hot! 4:0 gegen die Gallier: „Asterix“ spielte auf der anderen Seite

Am Samstag war mal wieder Schnitzer-Time am Schönbusch / Bis zum 0:1 hielt der TSV Großbardorf dagegen

Die „Dampfwalze“ Viktoria planiert auf ihrem Weg in der Bayernliga Nord weiterhin alles und jeden. Mit einem deutlichen und auch in der Höhe verdienten 4:0-Sieg pulverisierten die Weiß-Blauen mühelos eine Gäste-Serie von immerhin acht Auswärtsspielen ohne Niederlage und fügten dem TSV Großbardorf nebenbei auch noch die höchste Saisonniederlage zu. Den Hebel um legte einmal mehr Björn Schnitzer, der in der 28. Minute mit einem erneut verblüffenden Freistoßtor aus ca. 25 Metern zur 1:0-Führung traf und damit den vergnüglichen Teil des sonnigen Nachmittags einleitete. Erneut Schnitzer mit seiner 29. Saisonkerbe (42.), Clay Verkaj (64.) und Christian Breunig (75.) schaufelten die anfangs quicklebendigen Grabfelder zu.

Viktoria Aschaffenburg jubelt auch gegen den TSV Großbardorf (Archiv)

Das vierte Heimspiel des SVA im Jahr 2018 drohte anfangs ein sehr schwieriges zu werden, denn mit konsequentem Pressing und schnellem Umschaltspiel demonstrierten die Gallier, wie sie dem Tabellenführer beizukommen gedachten. Infolgedessen tat sich dieser auch zu Beginn schwer, die zu Hause für gewöhnlich vom Start weg ausgeübte Dominanz blieb erst einmal aus, statt dessen gewährte man dem Gegner die Räume, sich offensiv zu entfalten. Der nutzte diese auch, hatte aber mit Ausnahme von Schönwiesner, der in der 17. Minute nach einem Dribbling knapp verzog, keine gefährlichen Szenen. Als sich Björn Schnitzer dann in der 28. Minute in etwa 25 Metern Torentfernung halbrechts zum Freistoß zurechtlegte, waren selbst die eingeschworensten „Zeugen Schnitzers“ skeptisch, stufte man doch die Tordistanz als „zu weit“ ein. Doch Schnitzer bestrafte die ungläubigen Jünger auf seine Weise, indem er das Leder auf unnachahmliche und irgendwie bekannt anmutende Weise (Hof lässt grüßen) haarscharf neben dem Pfosten halbhoch im kurzen, (dieses Mal) rechten Eck versenkte. Keeper Dietz war sicherlich vorgewarnt, doch das schützte vor dem Einschlag nicht. Dieser Treffer zeigte auch anderweitig Wirkung, die bisher selbstbewusst auftretenden Gallier zeigten sich mit einem Male eingeschüchtert und wurden von der nun vehement nachsetzenden Viktoria in die Defensive gedrängt. Der gegnerische Strafraum geriet immer öfter in den Blickpunkt. Als Björn Schnitzer in der 42. Minute umringt von gegnerischen Defensivspielern angespielt wurde, wurde er zunächst scheinbar abgedrängt, spielte sich jedoch frei, um Keeper Dietz mit einem raffinierten Schlenzer zu prüfen. In unmittelbaren Anschluss – der Ball war nicht geklärt – fiel unserer Sieben das Leder an der Strafraumgrenze abermals auf den Schlappen, der Volleyschuss aus halber Drehung flach ins rechte untere Eck war alleine das Eintrittsgeld wert und markierte die 2:0-Pausenführung.

Sehenswertes Tor von Verkaj

Gegen die weiterhin ihrer Anfangscourage hinterher hinkenden Gallier bestimmten die Weiß-Blauen im zweiten Durchgang immer eindeutiger das Geschehen. Einen Schuss von Björn Schnitzer in der 51. Spielminute konnte Keeper Dietz per Faustabwehr klären, ehe die Gäste durch einen Freistoß, der das Viktoria-Tor nur knapp verfehlte, mit ihrer im Grunde genommen besten Gelegenheit des Spiels noch einmal ein Lebenszeichen sandten. Wunderschön in der Entstehung das 3:0, als sich Schnitzer am rechten Flügel mit einem Blitzantritt seinem Bewacher entzog und ihm ein punktgenauer Pass in den Lauf gespielt wurde. Schnitzer bediente mit einem Querpass den zentral lauernden Clay Verkaj, der mit einem perfekten Schuss (Gästecoach André Betz: „Traumtor“) in den linken Winkel abschloss (64.). Der TSV hatte sich zu diesem Zeitpunkt längst aufgegeben und musste auch noch das 0:4 durch Christian Breunig in der 75. Minute schlucken, der in dieser Szene nach einem Anspiel die volle „Spannweite“ seiner Beine nutzte, um das Leder nach Zuspiel Toch durch die Hosenträger von Keeper Dietz ins Tor zu spitzeln. Zur Ehre der Gallier sei gesagt, dass sie nicht zu den Gastmannschaften am Schönbusch gehörten, die nur um Schadensbegrenzung bemüht waren, sondern einen Gegner stellten, der erst geknackt werden musste. Nicht mit einer plumpen Dampfwalze freilich, sondern mit einem filigranen Nussknacker namens Björn Schnitzer, genannt auch „Asterix, der Schrecken der Gallier“.

Nur die Anfangsphase fand nicht Jochen Seitz` Geschmack

Nur so ist auch das dünne Lächeln von Gästecoach André Betz zu erklären, als Jochen Seitz, um die Elogen auf seinen derzeit in aller Munde befindlichen Spielmacher etwas abzumildern, in der Pressekonferenz zu einer freilich sehr wahren Aussage fand: „Ohne die Mannschaft würde der Björn auch nicht alleine gewinnen können. Wir haben nicht nur einen Ausnahmekönner Björn Schnitzer, sondern auch eine sehr gute, geordnete Defensive, die die Spiele mitentscheidet.“

Jochen Seitz war mit der Leistung seines Teams mit Ausnahme der ersten 20 Minuten – „da stimmten Pass- und Positionsspiel überhaupt nicht“ – sehr zufrieden, während sein Kontrapart André Betz dem Auftreten seiner Mannschaft im ersten Durchgang ein „O.k.“ bescheinigte: „Da hat man phasenweise gesehen, dass wir hier was mitnehmen wollten.“

„Was mitnehmen“ wollen die Weiß-Blauen mit Sicherheit auch am kommenden Dienstag, wenn man um 18 Uhr zum Nachholderby im Erlenbacher Waldstadion aufläuft. Sie werden fokussiert sein wie immer und Jochen Seitz hat schon mal vorsorglich vor der Gefährlichkeit des angeschlagenen Boxers gewarnt, der an diesem Spieltag beim neuen Fallobst der Liga, dem kriselnden FC Amberg, klar mit 4:1 die Oberhand behielt.

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