Hot! Viktorias Defensivtaktik ging nur 81 Minuten auf

Fuggerstädter mussten beim faulen 0:1-Geschäftsabschluss ihre ganze Überredungskunst aufwenden

Am 14. Spieltag der Regionalliga Bayern hatte Viktoria Aschaffenburg die Reserve des FC Augsburg zu Gast. Vor 387 Zuschauern konnte das Team von Slobodan Komljenovic nach einer konzentrierten Defensivleistung das torlose Remis letzten Endes doch nicht über die Zeit retten. Den entscheidenden Treffer erzielte der eingewechselte Johannes Müller in der 81. Minute.

Viktoria Aschaffenburg – FC Augsburg II 0:1 (0:0)

Der SVA war in einer taktisch geprägten Partie zuvorderst um Ballsicherung bemüht. Phasenweise stand man sehr tief und attackierte erst auf Höhe der Mittellinie, dies aber mit einigem Erfolg, was zum Teil auf den aufopferungsvollen Kampf der Weiß-Blauen, zum Teil aber auch auf ungeahnte Unzulänglichkeiten des FCA beim Spiel in die Spitze zurückzuführen war. Bei den wenigen Entlastungsangriffen der Viktoria klaffte aufgrund der sehr defensiven Ausrichtung eine große Lücke zwischen Abwehr und Angriff, wodurch man vorne immer in Unterzahl agierte und wenig Anspielstationen hatte. So brachte in der ersten Halbzeit das kampfbetonte Geschehen zwischen den beiden Strafräumen auf beiden Seiten keine nennenswerten Torszenen hervor. Da die Chronistenpflicht gebietet, welche zu nennen, so seien die erwähnt, die diese Bezeichnung noch am ehesten verdienen: auf Augsburger Seite der von Steigerwald parierte Schuss von Vlachodimos (15.) und beim SVA zwei Möglichkeiten von Zino Zampach erwähnt: Sein Kopfball auf Flanke Nakagawa verfehlte knapp das Ziel (20.), in der 42. Minute, als es bei einem Konter der Weiß-Blauen einmal schnell ging, stellte er bei einem Schuss aus 17 Metern sein Visier etwas zu hoch ein.

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Die zweite Halbzeit begann wie ein Spiegelbild der ersten, ehe in der 58. Minute eine Riesenchance des Märkle-Teams dem Spiel so etwas wie Dynamik einhauchte. Zweimal musste der starke SVA-Keeper Stefan Steigerwald zunächst gegen Caleb Clarke, dann gegen Vlachodimos Kopf und Kragen riskieren, um seine Mannschaft vor einem Rückstand zu bewahren. Das war so etwas wie ein Weckruf für die Fuggerstädter, die nun vehement auf die Führung drängten. Bezeichnenderweise boten sich gerade in dieser Phase den Komljenovic-Schützlingen die klarsten Möglichkeiten. In der 71. Minute strich ein 30-Meter-Geschoss des stark spielenden Gökhan Öztas knapp am langen Pfosten des Augsburger Tores vorbei. Zehn Minuten später sollte Yuki Nakagawa nach einem Dribbling auf der rechten Seite noch einmal die Chance erhalten, dem Spiel eine andere Wendung zu geben als die, die es letztlich nehmen sollte. Nachdem Yukis Schuss knapp vorbei ging, sollte es nur eine Minute später auf der Gegenseite der eingewechselte Johannes Müller besser machen. Von der rechten Seite auf der Centerposition angespielt, brauchte er aus fünf Metern nur noch einzuschieben. Eine Szene, die für erregte Diskussionen sorgte, da Florian Haith zum Zeitpunkt der „Toranbahnung“ verletzt am Boden lag. Der FCA verwaltete das Ergebnis in den letzten zehn Minuten, ohne noch einmal nennenswert unter Druck zu geraten.

Eines dürfte hinsichtlich des Spielverlaufs unstrittig sein: Ein Unentschieden war im Bereich des Möglichen. Betreffs der Frage „verdient oder unverdient?“ kann man geteilter Meinung sein, wie es im Übrigen auch die Zuschauer waren. Je nach fußballerischem Credo kann man argumentieren, die Viktoria hätte sich das Unentschieden durch die tadellose kämpferische Einstellung verdient, oder aber den Sieg der Augsburger ihrer reiferen Spielanlage zuschreiben. Mehr geschlagen oder klare Treffer: das entzweit auch beim Boxen regelmäßig die Gemüter.

 

Viktoria Aschaffenburg – FC Augsburg II 0:1 (0:0)

Aschaffenburg: Stefan Steigerwald – Christian Eckerlin, Florian Haith, Denis Talijan, Roberto Desch (76. Deniz Topcu) – Soheyl Alipour-Rafi, Yuki Nakagawa, Gökhan Öztas, Daniel Cheron, Zino Zampach (70. Ali Yetkin) – Massé Bell Bell (56. Giulio Fiordellisi)

Augsburg: Ioannis Gelios – Stanislav Herzel, Tim Rieder, Matthias Strohmaier, Antonio Pangallo (84. Pablo Pigl) – Panagiotis Vlachodimos, Maik Uhde (73. Thomas Rudolph), Erik Thommy (76. Johannes Müller), Moritz Nebel, Maximilian Löw – Caleb Clarke

Tore: 0:1 Johannes Müller (82.)

Gelbe Karten: Roberto Desch / Tim Rieder, Maximilian Löw

Schiedsrichter: Stefan Bloch

Zuschauer: 387

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