Aus Ei, Ei, Ei … Seligenporten soll neues Leben schlüpfen

Fruchtbar oder furchtbar? – das ist die Frage im vorösterlichen Heimspiel gegen die Klosterer

Nachdem die im Jahr 2014 noch makellose Auswärtsbilanz der Weiß-Blauen durch das 2:5 unter der Woche im Bamberger Fuchspark erste Kratzer erhalten hat, sollte es bei Betrachtung des Restprogramms eigentlich jedem klar werden, dass der Weg zum Klassenerhalt nur über das Aufpolieren der dürftigen Heimbilanz führen kann. Das ist sicherlich nicht leicht, aber allemal realistischer, als in Anbetracht extrem hoher Auswärtshürden wie FV Illertissen, FC Augsburg II oder 1860 München II auf Sensationen zu hoffen.

30. Spieltag: SVA vs. SV Seligenporten

30. Spieltag: SVA vs. SV Seligenporten

Dass die Viktoria nach wie vor nicht davor gefeit ist, insbesondere auswärts gegen spielstarke Mannschaften unter die Räder zu kommen, das haben die ersten 15 Minuten in Bamberg deutlich gezeigt, als die Gastgeber Ausnahmefußball zelebrierten. Gerade deshalb sollte die Viktoria auch ihren psychologischen Heimvorteil in die Waagschale werfen, wenn es zu Hause am Schönbusch gegen Kontrahenten aus dem Tabellenkeller oder – wie im Falle des SV Seligenporten – aus dem Tabellenmittelfeld geht.

Natürlich ist der Tabellenneunte der Liga alles andere als Fallobst, vor allem teilt er eines nicht mit unserem SVA: sportliche Existenzsorgen. Mit 40 Punkten hat das Team von Florian Schlicker im Vergleich zur Komljenovic-Truppe fast die doppelte Punktausbeute. Der Klassenerhalt ist spätestens seit dem vergangenen Wochenende kein Thema mehr, als man gegen die designierte zweitbeste bayerische Amateurmannschaft, den TSV Buchbach, mit 10 Mann den knappen 1:0-Vorsprung aus der ersten Hälfte über die Zeit bringen konnte und damit nach den Erfolgserlebnissen gegen Ingolstadt (2:1) und Schalding (1:0) den dritten Sieg in Folge einfahren konnte.

Zweifellos ist der SV Seligenporten der Saison 2013/14 nicht mehr das Spitzenteam aus der Anfangsphase der Vorsaison, als Karsten Wettberg auf der Bank saß und man das Sturm-As Bernd Rosinger in seinen Reihen wusste. Aber dass ein kleiner Amateurverein – wie Wettberg nicht müde wurde zu betonen – allen Unkenrufen zum Trotz sich sportlich auf diesem Niveau konsolidiert hat, dafür verdient der Sportclub aus  der Oberpfälzer 1.600-Seelen-Gemeinde größten Respekt.

Der SV Seligenporten als Fruchtbarkeitssymbol, so wenig das passt, so sehr muss sich der SVA an diese Hoffnung klammern. Sollte die gerade ausgebildete zarte 21-Punkte-Knospe sich am Samstag wieder nicht öffnen, so steht zu befürchten, dass sie in Bälde den eisigen Atem der Kalten Sophie zu spüren bekommt und am Ast erfriert. Spätestens dann nämlich, wenn es –wie es zu befürchten steht – in Illertissen nichts zu holen gibt. Die aktuell drei Punkte auf einen Relegationsplatz noch aufzuholen, ist den Komljenovic-Jungs andererseits durchaus zuzutrauen. Die Heimspiele sollten dabei schon gewonnen werden, leichtfertig Punkte vertändeln wie in der Vorrunde ist absolut tabu.

Den meisten Respekt haben die Klosterer – wie zu lesen war – im Vorfeld der Partie vor unserem torgefährlichsten Akteur Salvatore Bari, den das Fußball-Portal FuPa wohl in Anspielung auf seinen Hairstyle kurzerhand in „Aschaffenburger Balotelli“ umtaufte. Es ist bekannt, dass Sportredakteure Meister der schiefen Vergleiche sind, darum sei klargestellt: Es gibt keine „bad guys“ in unserem Team, alles nette Jungs. Salvatore macht da keine Ausnahme, er ist von der Sorte, die am Samstag Tore schießt und am Sonntag von Skrupeln geplagt beichten geht. Die Beichte ablegen kann er am Samstag auch, stilecht bei den Klosterern. Aber nach dem Spiel…

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