Hot! 2:1 in Regensburg: Viktoria besiegt den „U23-Fluch“

Spielerisch starke Jahn-Reserve durch exaktes Tor-Timing ausmanövriert

Der Viktoria ist mit einem 2:1 (1:0)-Auswärtserfolg bei der U23 von Jahn Regensburg am 6. Spieltag der Bayernliga Nord der Sprung auf Rang drei der Tabelle gelungen. Gegen die spielstarken Oberpfälzer stand die Partie nach der frühen Führung durch Florian Pieper (8. Minute) lange auf des Messers Schneide, ehe Viktoria-Eigengewächs Johannes Gerhart in der Schlussphase (83.) den ersten Auswärtssieg der Saison sicherstellte. Der Anschlusstreffer des Jahn in der Nachspielzeit war nur mehr  Ergebniskosmetik.

Die Viktoria bejubelt den dritten Sieg in Folge.

Die Viktoria bejubelt den dritten Sieg in Folge.

„Wir wollen punkten. Vielleicht werden’s sogar drei“, hatte Viktoria-Coach Slobodan Komljenovic vor der Fahrt in die Bischofsstadt angekündigt. Wem diese Prognose wegen der noch aus der Regionalliga-Zeit herrührenden chronischen Erfolglosigkeit des SVA im Kampf gegen den Profi-Nachwuchs sehr verwegen vorkam, der sah sich alsbald genötigt, seine Meinung zu überdenken. Der sich immer mehr in die Torjägerrolle einfindende Florian Pieper veredelte bereits in der 8. Minute die erste Torchance des SVA mit einem satten Schuss ins Kreuzeck, für den früheren FSV-Akteur bereits Saisontreffer Nummer vier.

Matchwinner Steigerwald

Das war’s dann allerdings für lange Zeit mit der Viktoria-Herrlichkeit, denn von „Stund an“ schwang Turnvater Jahn das Szepter. Die anspruchsvollen Leibesübungen am besten mitexerzieren konnte noch der gelenkige SVA-Keeper Stefan Steigerwald, was neben Glück (bei einem Lattentreffer) als einziger Grund dafür angeführt werden konnte, dass zur Halbzeit auf der anderen Seite noch die Null stand. „Unserem Keeper hatten wir es zu verdanken, dass wir bis zur Pause noch im Spiel waren“, gab sich Viktoria-Sportvorstand Peter Löhr hinsichtlich der Dominanz der Drittliga-Reserve keinen Illusionen hin.

Einige SVA-Fans nahmen den langen Weg auf sich und unterstützten lautstark.

Einige SVA-Fans nahmen den langen Weg auf sich und unterstützten lautstark.

Die Pausenansprache von Slobodan Komljenovic hatte offensichtlich Früchte getragen, denn wie schon im letzten Heimspiel gegen den Würzburger FV präsentierte sich sein Team in Durchgang zwei sowohl defensiv als auch offensiv um einiges wacher. Gegen den wegen seiner vergeblichen Ausgleichsbemühungen zunehmend enervierten Jahn konnte man einige gefährliche Konter setzen. In der 83. Minute, als die Uhr beinahe abgelaufen war, verwies der erst 18-jährige Johannes Gerhart mit seinem schönen Treffer Marke Sonntagsschuss die Lehrmethoden des ollen Turnvaters endgültig ins Reich der Vergangenheit. Gegen die konsternierte Elf von Ilija Szepina hätte der SVA nun noch weitere Spuren ihrer lupenreinen Jugendstil-Kultur legen können: So trafen Roberto Desch und der eingewechselte Yannick Franz nur die Latte.

„Im Siegestaumel nicht richtig aufgepasst“, so würde auch ein Nicht-Augenzeuge den ebenso nutzlosen wie vermeidbaren Anschlusstreffer der Hausherren in der Nachspielzeit durch Martin Sautner kommentieren. Viktoria-Sportvorstand Peter Löhr sah es aus fachlicher Perspektive nüchtern: „Da haben wir bei einer Flanke gepennt.“

Was jedoch einem erfolgreichen Wochenende keinen Abbruch tat. „Aufgrund unserer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit geht der Sieg letztendlich in Ordnung. Regensburg war jedoch der erwartet starke Gegner“, bilanziert Peter Löhr die Partie. In die Karten gespielt haben den Weiß-Blauen nicht zuletzt auch die Resultate auf fremden Plätzen.

Eine junge SVA-Truppe, die bei ihren wenigen Auftritten schon große Sympathiewerte erworben hat und neuerdings auch „punktemäßig im Soll liegt“ (Peter Löhr), sollte doch für das mit Spannung erwartete Untermain-Derby gegen den auf Rang 8 befindlichen SV Erlenbach am Samstag um 18 Uhr im Stadion am Schönbusch auf eine große Kulisse hoffen dürfen (Veranstaltung bei Facebook: https://www.facebook.com/events/733521156707343/).

 

SSV Jahn Regensburg II – Viktoria Aschaffenburg 1:2 (0:1)

Regensburg: Alexander Heep – Srdjan Gajic, Thomas Hierlmeier (84. Alexander Lang), Christian Sauerer, Benjamin Karg – Markus Smarzoch, Tayfun Arkadas, Noah Michel (61. Andreas Jünger), Dominik Waas (86. Alpay Kaygisiz) – Ünal Tosun, Martin Sautner

Aschaffenburg: Stefan Steigerwald – Daniel Cheron, Abassin Alikhil, Simon Schmidt, Dennis Löhr (46. Jonas Fritsch) – Roberto Desch, Johannes Gerhart, Daniele Toch (76. Yannick Franz), Björn Schnitzer – Giulio Fiordellisi, Florian Pieper (55. Max Ertler)

Tore: 0:1 Florian Pieper (8.), 0:2 Johannes Gerhart (83.), 1:2 Martin Sautner (90.+3)

Gelbe Karten: Srdjan Gajic, Martin Sautner, Benjamin Karg, Thomas Hierlmeier / Giulio Fiordellisi, Daniel Cheron

Schiedsrichter: Jochen Gschwendtner (Wurmannsquick)

Zuschauer: 150

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