Hot! Torflaute in der „Grünen Au“ bläht (noch) keine Segel

Der SV Viktoria Aschaffenburg musste in einem Nachholspiel des 24. Spieltages bei der SpVgg Bayern Hof im Stadion „Grüne Au“ antreten. In diesem klassischen Kellerderby wollten beide Teams die Chance nutzen, sich im Abstiegskampf etwas Luft zu verschaffen. Die Mannschaft von Werner Dreßel hatte wider Erwarten ihren Topstürmer Giulio Fiordellisi am Start, nachdem diesem eine gelbe Karte versehentlich angelastet wurde. Der wahre „Schuldige“, Matthias Fries, musste mit der 5. Gelben an seiner Statt pausieren. Auch Markus Brüdigam, Fnan Tewelde und Florian Haith waren im Kader, so dass Coach Werner Dreßel aus dem Vollen schöpfen konnte.

In der Anfangsphase war die Bedeutung der Partie an dem nervösen und zerfahrenen Beginn deutlich abzulesen. In der 5. Minute musste SVA-Schlussmann Hinterkopf erstmals eingreifen, als er den Ball vor dem steil geschickten Gashi aufnehmen konnte. In der Folge kam der SVA zu ersten Chancen, wobei Stürmer Peter Sprung im Mittelpunkt des Geschehens stand. Zweimal (10. und 17. Minute) wurde er wegen Abseitsstellung zurückgepfiffen, in der 15. Minute war nach einer scharfen Hereingabe abseitstechnisch alles im grünen Bereich, aber der sieben Meter vor dem Tor angespielte SVA-Stürmer hatte sein Visier etwas zu hoch eingestellt. Eine erste Großchance für den SVA, der alsbald Stürmer Giulio Fiordellisi eine weitere hinzufügen sollte. In der 31. Minute am Strafraum angespielt, lief er frei auf den Hofer Schlussmann zu, scheiterte aber am glänzend reagierenden Berchthold. In einem verteilten Spiel kamen auch die gastgebenden Bayern zu ihren Chancen, die allerdings in punkto Hochkarätigkeit denen der Weiß-Blauen nachstanden. Entweder man spielte den letzten Pass zu ungenau, oder man scheiterte bei Flanken am gut postierten SVA-Keeper Maximilian Hinterkopf.

Die zweite Halbzeit sah zunächst das Dreßel-Team im Vorwärtsgang, ehe in der 50. Minute ein abgeblockter Schuss von Hofs Stürmer Cem Ekinci den Gastgebern als „Hallo wach“ diente. In der 55. Minute lag der Ball in den Maschen des Aschaffenburger Tores, allerdings stand Christopher Klaszka beim Anspiel im Abseits, weshalb der Treffer zu Recht nicht anerkannt wurde. Da die Hofer nun mit aller Macht auf den Führungstreffer drängten – ein Unentschieden half ihnen in der momentanen Lage nicht wirklich weiter –, verlegten sich die Viktorianer aufs Kontern und blieben mit dieser Taktik gefährlich. Bei einem dieser pfeilschnell vorgetragenen Gegenangriffe hatte Peter Sprung nur noch Torwart Berchthold vor sich und das 1:0 auf dem Fuß, doch einmal mehr hielt der mit einer Fußabwehr glänzend parierende Hofer Schlussmann seine Mannschaft am Leben. Die letzte Großchance in dem intensiven Match, das sich mittlerweile zum offenen Schlagabtausch entwickelt hatte, verzeichnete die SpVgg. Bayern Hof. Den strammen Schuss des von halblinks auf ihn zulaufenden Daniel Schäffler konnte Hinterkopf jedoch mit einer tollen Parade entschärfen.

Nach dem Abpfiff des 93-minütigen Abstiegsfights bleibt eine deutliche Leistungssteigerung der Dreßel-Elf gegenüber dem Nürnberg-Spiel festzuhalten, und als Endresultat ein 0:0, dass dem SVA zweifelsfrei mehr nutzt als den Hofern. Inwiefern es im Endeffekt zum Projekt Klassenerhalt beiträgt, das hängt von zahlreichen Faktoren ab, nicht zuletzt natürlich von der Frage, ob man diese positive spielerische Entwicklung angesichts der kommenden schweren Spiele – u.a. die nächste schwere Auswärtspartie beim „Heimmonster“ TSV Buchbach am Freitag (12. April) – konservieren oder bei Bedarf auch ausbauen kann. Was diesbezüglich zur Hoffnung Anlass gibt, ist zum einen die mannschaftliche Geschlossenheit, mit der das Dreßel-Team in der „Grünen Au“ auftrat, zum anderen der von Augenzeugen vor Ort bekundete „Teamspirit“, der aus der Schönbusch-Truppe derzeit eine verschworene Gemeinschaft schmiedet, vereint in dem Bestreben, das Abenteuer Regionalliga nicht zur Eintagsfliege werden zu lassen.

Man sieht, wir können sehr wohl loben. Allerdings sind wir als Vereinsorgan vom Lobpotential her immer noch steigerungsfähig und sparen uns unsere größte Eloge für den (hoffentlich) triumphalen Schlussakkord (Klassenerhalt) auf.

 

SpVgg Bayern Hof – SV Viktoria 01 Aschaffenburg 0:0 (0:0)

HofChristian Berchthold – Sebastian Lindner, Florian Ascherl, Daniel Gareis, Sebastian Bösel – Cem Ekinci (59. Christian Knorr), Jakub Kubek (75. Harald Fleischer), Christian Schraps, Daniel Schäffler – Perparim Gashi (82. Daniel Meyer), Christopher Klaszka

Aschaffenburg:  Maximilian Hinterkopf – Fnan Tewelde (38. Adnan Murtic / 87. Markus Wosiek), Florian Haith, Markus Brüdigam, Daniel Cheron – Mario Sternheimer, Steffen Bachmann, Nico Koukalias (60. Marcello Fiorentini), Schmidt Simon – Sprung Peter, Giulio Fiordellisi

Tore: Fehlanzeige

Gelbe Karten: Daniel Schäffler / Mario Sternheimer

Zuschauer: 600

Schiedsrichter:  Florian Badstübner (Windsbach)

 

Schreibe einen Kommentar

*

Die E-Mail wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert *