Hot! Serie gerissen – Club schickt Viktoria mit 3:1 nach Hause

Cluberer hatten bei ihrer 3:1-Heimsieg-Premiere nur den eigenen Vorteil im Auge

Am 20. Spieltag der Regionalliga Bayern war die Viktoria zu Gast bei der kurioserweise zu Hause noch sieglosen Reserve des Clubs, was die Hoffnung nährte, einen oder eventuell sogar alle drei Punkte aus dem Grundig-Stadion entführen zu können. Nach 90 Minuten blieb die Erkenntnis, dass man an der Noris viel zu passiv auftrat, um bei der Clubreserve – zuvor neben Rain das einzige zu Hause noch sieglose Team – etwas reißen zu können. Der 3:1-Sieg der Hausherren war hoch verdient und zudem garniert mit einer Fülle weiterer, vergebener Torchancen. Im Team um Kapitän Denis Talijan keimte nur einmal kurzzeitig Hoffnung auf: als Giulio Fiordellisi in der 27. Minute den zwischenzeitigen 1:2-Anschlusstreffer erzielte.

20. Spieltag: 1. FC Nürnberg II – Viktoria Aschaffenburg 3:1 (3:1)

Nach mehreren Halbchancen, die dokumentierten, dass beide Mannschaften nicht gewillt waren, groß zu taktieren, nahm das Spiel mit der ersten konsequent zu Ende geführten Aktion Fahrt auf. Das Tor fiel in der 11. Minute auf Nürnberger Seite: Bernd Rosingers „Vorarbeit“ in Form eines Lattenknallers aus 12 Metern beförderte Christopher Theisen per sehenswertem Seitfallzieher ins Netz. Zwar noch nicht der frühe K.o., der typisch für die Boxlegende gleichlautenden Namens war, aber ein Wirkungstreffer allemal. Der Club hatte Blut geleckt und erarbeitete sich unter den Augen des neuen Cheftrainers der Bundesligamannschaft, Gertjan Verbeek, weitere Möglichkeiten. In der 24. Minute köpfte nach einer Flanke von Martin Angha Philipp Klement unhaltbar ins lange Eck zum 2:0 ein. Ein Novum in der jüngeren Viktoria-Geschichte: Das weiß-blaue Imperium weiß zurückzuschlagen. Eine Nachlässigkeit in der Hintermannschaft des Club wurde gerade einmal drei Minuten später durch unseren Stürmer Giulio Fiordellisi postwendend mit dem 1:2-Anschlusstreffer bestraft. Die Hausherren ließen sich von diesem „Betriebsunfall“ nicht nachhaltig beeindrucken, sondern kreierten unermüdlich weitere Chancen. Einen Schuss von Philipp Klement konnte Stefan Steigerwald meistern (33.), beim dritten Gegentreffer in dieser ereignisreichen ersten Halbzeit, den Antonio Colak auf Zuspiel von Bernd Rosinger mittels eines Schusses aus der Drehung markierte, war jedoch auch er machtlos. Bis zur Halbzeit waren daraufhin die Rollen klar verteilt: Der SVA musste (notgedrungen) das Spiel machen und tat sich in dieser Rolle schwer, während sich der Club aufs Kontern verlegte. Mit einer 3:1-Führung der Prinzen-Garde und der Frage, was den Komljenovicc-Mannen zur Verteidigung ihrer kleinen Serie in der zweiten Hälfte noch einfallen würde, ging es in die Kabinen.

Nach dem Pausentee sollte in der Praxis des Rätsels Auflösung erfolgen. Mit Ausnahme eines Direktschusses von Giulio Fiordellisi im Anschluss an eine Zampach-Ecke setzte weiterhin nur der Club die offensiven Akzente und brachte die SVA-Abwehr des Öfteren arg in die Bredouille, wie in der 68. Minute, als Deniz Topcu nach einem Schuss von Sebastian Gärtner auf der Linie klären musste. In der 77. Minute bot sich Christian Eckerlin die Chance zum 2:3-Anschlusstreffer, doch wurde sein Schuss eine sichere Beute von FCN-Torhüter Benjamin Uphoff. Zu wenig, um den Club in Verlegenheit zu bringen, dem sich in der Schlussphase durch Tobias Pachonik und Philipp Klement noch weitere Möglichkeiten boten, das Ergebnis höher zu gestalten. Es bleibt dabei: Die Viktoria kommt auswärts bei den Profi-Reserveteams auf keinen grünen Zweig und kann sich die neutrale Atmosphäre auf fremden Plätzen (265 Zuschauer im Grundig-Stadion – davon eine erkleckliche Anzahl Viktoria-Anhänger – sind alles andere als der vielzitierte „zwölfte Mann“ des Clubs) einfach nicht zu Nutze machen.

Die Analyse, unsanft auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt worden zu sein, ist zweifellos etwas zu melodramatisch angesichts der Tatsache, dass die Fallhöhe von vier Spielen ohne Niederlage vor dem heutigen Match vergleichsweise gering war. Zweifellos aber ist mentale Aufbauarbeit vonnöten, um das Team auf das nächste Heimspiel gegen die aufstrebenden Kleeblätter – Tabellensechster und 5:2-Sieger gegen Buchbach an diesem Wochenende – einzustimmen. Zweifellos dürfte in manch einem die bittere Erfahrung der 0:7-Schlappe aus dem Hinspiel noch tief verwurzelt sein. Einen Traumatherapeuten will man dennoch nicht bemühen. Wie Coach Slobodan Komljenovic in der anschließenden Pressekonferenz betonte: „Ich gehe davon aus, dass wir gefestigt genug sind, um zu Hause gegen Fürth ganz anders aufzutreten.“ Gerne nehmen wir ihn beim Wort, denn ein (Ludwig-) Preis-Schießen am Schönbusch ist das Letzte, was die Viktoria in der aktuellen Situation gebrauchen könnte.

 

1. FC Nürnberg II – Viktoria Aschaffenburg 3:1 (3:1)

Nürnberg: Benjamin Uphoff – Sinan Tekerci, Noah Korczowski, Michael Ngadeu Ngadjui, Martin Angha – Christopher Theisen (77. Roman Kerschbaum), Hanno Balitsch, Sebastian Gärtner, Philipp Klement – Bernd Rosinger (46. Tobias Pachonik), Antonio Colak (87. Maximilian Dittgen)

Aschaffenburg: Stefan Steigerwald – Markus Brüdigam, Soheyl Alipour Rafi, Denis Talijan, Markus Brüdigam – Zino Zampach (78. Petrit Topic), Gökhan Öztas (25. Christian Eckerlin), Simon Schmidt, Semir Duljevic (67. Roberto Desch), Yuki Nakagawa – Giulio Fiordellisi

Tore: 1:0 Christopher Theisen (11.), 2:0 Philipp Klement (24.), 2:1 Giulio Fiordellisi (27.), 3:1 Antonio Colak (37.)

Gelbe Karten: Bernd Rosinger, Hanno Balitsch, Noah Korczowski / Soheyl Alipour Rafi, Deniz Topcu

Schiedsrichter: Thomas Berg

Zuschauer: 265

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