Hot! Club will durch das Nadelöhr

Nachdem klar geworden ist, dass der Relegationsteilnehmer zum Aufstieg in die 3. Liga auf jeden Fall in den Reihen der Profi-Reserven zu finden ist, hat sich auch die Situation an der Tabellenspitze der Regionalliga Bayern grundlegend verändert.

Aktuell heißester Anwärter sind als momentaner Tabellenführer die Münchner Löwen, die mit derzeit 52 Punkten fünf Zähler Vorsprung auf die Cluberer haben, bei zudem einem weniger absolvierten Spiel. Auch der Bayern-Reserve werden mit 43 Punkten bei allerdings einem Spiel Rückstand auf die Löwen noch Außenseiterchancen eingeräumt.

Maßgeblichen Anteil an dem guten Saisonverlauf für die Nürnberger hatte ohne Zweifel Coach Michael Wiesinger, der Ende letzten Jahres kurzerhand zum Trainer des Profikaders befördert wurde, nachdem Dieter Hecking überraschenderweise zum VfL Wolfsburg wechselte. Dieter Nüssing übernahm von der ehemaligen Club-Legende ein wohlbestelltes Feld und wird sicherlich darum bemüht sein, die U23 durch einen etwaigen Aufstieg in die 3. Liga noch näher an den Zugriffsbereich des Profiteams heranzuführen. Da Wiesinger seine Youngsters wie aus der Westentasche kennt, wird er das Know-how und die Bereitschaft mitbringen, talentierte Nachwuchsspieler gegebenenfalls in den Profikader zu integrieren. Ein gutes Beispiel dafür ist Neuzugang Bernd Rosinger, der in der Vorrunde noch für den SV Seligenporten auf Torejagd ging. Mit seinem in der Winterpause vollzogenen Wechsel zum Club verbindet er die Hoffnung, sich über die U23 für den Profikader zu empfehlen. Seinem Torriecher hat die Luftveränderung keinesfalls geschadet, denn in seither drei Einsätzen für die Club-Reserve erzielte er drei Tore. Aktuell befindet er mit 19 Treffern auf Platz zwei der Regionalliga-Torschützenliste, hinter Karl-Heinz Lappe (21), der dieses Tore-Kontingent voraussichtlich nicht mehr aufstocken wird, da seine Qualitäten mittlerweile bei den Ingolstädter Profis gebraucht werden. Rosinger hat somit beste Chancen auf die „Torkanone“, wozu auch die Aschaffenburger Viktoria beigetragen hat, der er in der Hinrunde noch im Trikot des SV Seligenporten beim denkwürdigen 0:5 alleine vier Tore eingeschenkt hat. Dieser Assoziation Viktoria = Schießbude sollte das Dreßel-Team im heutigen Heimspiel am Schönbusch eine klare Abfuhr erteilen. Zwar ist das miserable Torverhältnis ohnehin nicht mehr zu retten, doch auch darum braucht man im Kampf jeden Punkt, damit die vielen geschluckten Gegentreffer nicht in der Endabrechnung – worst case – in äußerst tragischer Weise zum Tragen kommen. Dass der Club im Aufstiegsduell  mit den sich an dem Platz an der Sonne majestätisch räkelnden Löwen jeden Punkt braucht, muss nicht eigens betont werden. Das knappe 1:2 im Hinspiel im Frankenstadion, als der SVA durch einen verwandelten Elfmeter von Phantom Marek Mintal eine nach allgemeinem Bekunden äußerst unglückliche Niederlage einstecken musste, dürfte der Schönbusch-Elf noch erinnerlich sein und als Motivationsstütze dienen, dass auch ein mit illustren Namen gespicktes Team zumindest an manchen Tagen nur mit Wasser kocht. Die Statistik sollte die Schönbusch-Elf auch bei der Ehre packen: Die bisherige Bilanz des SVA in der Regionalliga-Saison 2012/2013 gegen Reserveteams der Proficlubs ist mit 4:22 Punkten gelinde gesagt „ausbaufähig“. Der einzige Sieg datiert vom 4. August vergangenen Jahres. Damals gewann man am 4. Spieltag zu Hause mit 2:1 gegen das damalige Schlusslicht, die in dieser Saisonphase noch völlig desorientierte Augsburger Reserve. Schließlich gilt es sich zu rehabilitieren für die 0:4-Schlappe beim TSV 1860 Rosenheim vor Wochenfrist. Wenigstens im negativen Sinne hat man etwas mit dem kommenden Gegner gemein: Auch der Club hatte zuletzt Begegnungen der unerfreulichen Art: Am Ostermontag unterlag man im heimischen Stadion der SpVgg Greuther Fürth mit 0:2, zwei Tage später verlor man mit dem gleichen Ergebnis beim kampfstarken TSV Buchbach. Auf der Zielgerade schwächelnd und mit mittlerweile fünf Punkten Rückstand auf die Münchner Löwen, die zudem ein Spiel weniger haben, steht die Nüssing-Elf absolut unter Siegzwang, will man sich nicht schon vorzeitig aus dem Rennen um den Relegationsplatz verabschieden. Unter 3-Punkte-Zwang steht ungeachtet des renommierten Gegners auch der SVA, denn ein Punkt zu Hause, so sehr er auch als Achtungserfolg gewertet werden mag, sichert bei der eklatanten Auswärtsschwäche keinesfalls das Überleben. Von unten rücken die wiedererstarkten Traditionsclubs Bamberg und Hof näher. Kurieren von irgendwelchen Wolkenkuckucksheimen Marke „Die Punkte holen wir schon irgendwie“ sollte auch ein Blick in die nahe Zukunft: Am Freitag (12.4.) muss der SVA bei eben jenem TSV Buchbach antreten, der jüngst den Club bezwang und mit 30 zu Hause erzielten Punkten hinter Illertissen (32) und Rain am Lech (31) auf Platz drei der Heimtabelle zu finden ist.

Doch zurück zum Spiel und der Personalsituation: Nicht dabei sein kann Daniel Cheron, da er aufgrund seiner 5. gelben Karte aus der Partie gegen Rosenheim gesperrt ist. Auf Mittelfeldregisseur Markus Horr, der einen Bänderriss am Knie hat, wird Werner Dreßel noch mindestens vier Wochen verzichten müssen. Der Rest wird sich am Samstag für drei Punkte zerreißen, denn der Relegationsplatz, auf dem sich der SVA im Falle einer Niederlage am Ende des Spieltags befinden dürfte, ist im Gegensatz zum oben erwähnten nicht gerade ein Ruhmesblatt und in etwa so beliebt wie Pest und Cholera.

Es ist am Samstag nicht zuletzt wegen des renommierten Gegners mit einem für Schönbusch-Verhältnisse stattlichen Zuschaueraufkommen zu rechnen, was die Heimmannschaft allerdings nicht wieder auf den Gedanken bringen sollte, dass das Aschaffenburger Publikum so zahlreich zusammenströmt, um Hinrichtungen beizuwohnen. Auch Geldspenden finden heute nicht statt, wer erscheint, hofft auf einen Befreiungsschlag der Dreßel-Elf im beinharten Abstiegskampf gegen einen in jeder Hinsicht favorisierten Gegner.

Damit der Überlebenskampf nicht schon vor den Stadionkassen seinen Anfang nimmt, sind alle Besucher aufgerufen, bevorzugt etwas früher zu erscheinen. Denn wer weiß: Vielleicht trifft am Schönbusch auch mal die Heimmannschaft in der 1. Minute?

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