Crowdfunding: Viktoria geht neue Wege

Interview mit den Viktoria-Vorständen zu den Zielen der Jugend und dem neuen Instrument Crowdfunding

Vor wenigen Wochen konnte Viktoria Aschaffenburg die neue Partnerschaft mit der Raiffeisenbank Aschaffenburg vermelden. Über das klassische Sponsoring hinaus sollen die gemeinsamen Aktivitäten Fortschritte in vielerlei Hinsicht ermöglichen. Getreu diesem Motto starten die Weiß-Blauen gemeinsam mit der Raiffeisenbank Aschaffenburg nun erstmals ein Crowdfunding-Projekt.

Der Vorstand von Viktoria Aschaffenburg geht neue Wege (© Marian Hartmann)

Am Mittwoch, den 24. Oktober 2018, war es soweit. In den Räumlichkeiten der Raiffeisenbank fand das Pressegespräch zum Start des Crowdfunding-Projektes statt. Außer dem Nachwuchs von Viktoria Aschaffenburg sind zwei weitere tolle Projekte in der Pilotphase mit dabei. „One Day e.V.“ und „Plant for the Planet Aschaffenburg e.V.“ freuen sich ebenfalls auf viele neue Unterstützer.

Viktoria Aschaffenburg und der neue Partner Raiffeisenbank Aschaffenburg eG starten gemeinsam das erste Crowdfunding-Projekt in der Geschichte der Weiß-Blauen

Mitmachen ist einfach. Hier geht’s zu unserem Crowdfunding-Projekt: https://aschaffenburg.viele-schaffen-mehr.de/equipment-fuer-fussballtalente

Zum Start des Projektes, welches bis zum 24. Januar 2019 laufen wird, haben wir uns mit den Viktoria-Vorständen darüber unterhalten…

Stefan, wie wir hören, ist bei den Viktoria-Junioren derzeit einiges in Bewegung. Was tut sich bei Euch hinter den Kulissen?

Stefan Sickenberger

Stefan Sickenberger (Vorstand Jugend): „Wie schon im Sommerinterview erwähnt, haben wir klare Zielsetzungen im sportlichen und sozialen Bereich.

Sportlich möchten wir, dass Spieler aus der Region durch intensive Talentförderung des hier bei uns ansässigen Nachwuchsleistungszentrums die Chance haben, später bei unseren Aktiven (aktuell in der Regionalliga Bayern) zu spielen. Diese Chance besteht nur, wenn unsere Juniorenteams möglichst hochklassig spielen. Derzeit sind wir gut unterwegs, aber noch nicht gut genug, um dieses Ziel nachhaltig zu erreichen.

Im sozialen und integrativen Bereich ist es unserer Auffassung nach wichtig, dass wir den Kindern und Jugendlichen aus der Region eine hochwertige Förderung bieten können. Das gilt für alle bei uns spielenden Nachwuchs-Talente. Und gerade in diesem Bereich leisten wir täglich Integrationsarbeit auf dem Rasen. Insgesamt kicken mehr als 200 Jugendliche aus einem Dutzend Länder in unseren zehn Nachwuchs-Mannschaften. Das ist unser Beitrag zur regionalen Entwicklung, von dem in sportlicher Hinsicht auch die umliegenden Vereine profitieren.“

Manfred, wie sieht es mit der Finanzierung der Jugendarbeit aus?

Manfred Fleckenstein

Manfred Fleckenstein (Vorstand Finanzen): „In die Jugendarbeit fließen bei uns alle Mitgliedsbeiträge und die Spenden sowieso. Dennoch müssen wir – wie andere Sportvereine auch – die Jugendarbeit subventionieren, weil sie sich in dieser Form allein nicht tragen kann. Das gehört zu unserer Philosophie. Unsere Finanzkraft reicht aber nur für die laufenden Kosten, die im Jahr etwa 170.000 Euro ausmachen. Investitionen können wir uns aktuell nicht leisten und auch in die Weiterbildung der Trainer müsste mehr investiert werden.“

Was heißt das konkret?

„Konkret heißt das, dass wir – wenn wir unsere Ziele erreichen und das Nachwuchsleistungszentrum dauerhaft in der Region halten wollen – mehr investieren müssen und dafür mehr Geld benötigen. Da Kredite auf keinen Fall in Frage kommen, müssen wir neue Wege gehen. Wir wollen den Mehrbedarf auf möglichst viele Schultern verteilen und da ist das Motto „ viele schaffen mehr“ der Raiffeisenbank genau der richtige Ansatz.“

Holger, Crowdfunding klingt ein wenig nach Turbokapitalismus, ist das mit den Werten der Viktoria vereinbar?

Holger Stenger

Holger Stenger (Vorstandssprecher): „Es geht bei der Idee allein darum, Spenden für sinnvolle und notwendige Anschaffungen zu sammeln, damit unsere Jugendtrainer, die ihren aufwändigen Job mit viel Herzblut machen, nach neuesten Erkenntnissen arbeiten können. Die Idee ist, dass viele Menschen aus der Region einen kleinen Beitrag für eine Einrichtung in der Region leisten, das scheint mir eher das Gegenteil von Turbokapitalismus zu sein. In jedem Fall lässt sich dieser Ansatz sehr gut mit unseren Werten vereinbaren.“

Was soll denn nun konkret angeschafft werden?

Eric Rasp

Eric Rasp (Vorstand Organisation und Beschaffung): „Mittelfristig gibt es eine lange Liste von Investitionen, um die Jugendarbeit weiter zu entwickeln. Mit dem Erlös des Crowdfunding-Projekts wollen wir im ersten Schritt die wichtigsten Utensilien wie Slalomstangen, Medizin- und Reaktionsbälle, Sprungseile, Bänder etc. kaufen. Profitieren würden davon letzten Endes alle: Dem Trainerteam würde eine Vielzahl neuer Übungsmöglichkeiten an die Hand gegeben und die Kinder würden mit noch mehr Erfolg und Freude am Training teilnehmen. Wenn wir unsere Ziele erreichen wollen, müssen wir unsere Ausrüstung auf den neuesten Stand bringen.“

Zu guter Letzt die alles entscheidende Frage: Warum sollten Spender mitmachen?

Stefan Sickenberger (Vorstand Jugend): „Diese Frage möchte ich gerne als für die Jugend zuständiger Vorstand beantworten. Aus unserer Sicht ist es wichtig, dass Kinder in ihren jungen Jahren im gewohnten sozialen Umfeld in der Nähe ihrer Eltern bleiben und hochklassig trainieren können statt mehrmals die Woche nach Frankfurt oder sonst wohin fahren zu müssen. Wir bieten allen jungen Talenten die gleiche Qualität wie in den Nachwuchsleistungszentren der großen Clubs. Alle Spender tragen dazu bei, dass wir diese Einrichtung zum Wohle unseres Fußballnachwuchses auch weiterhin in Aschaffenburg anbieten können.“

Mitmachen ist einfach. Hier geht’s zu unserem Crowdfunding-Projekt: https://aschaffenburg.viele-schaffen-mehr.de/equipment-fuer-fussballtalente

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