Das „Stimulantium SVA“ greift auch bei 1860 Rosenheim

Samstag, 21. September, 14 Uhr, heißt es gegen die Viktoria wieder mal „Pimp my Team“

Wenn alte Zustände unerträglich werden, brauchen Menschen wie Vereine hie und da mal eine Stimulanz. Motivationsschwache Regional-Bayern-Vereine konsumieren in dieser Saison im Wesentlichen ein Dopingmittel, das überdies gegen keine gesetzlichen Bestimmungen verstößt. Es ist niemand Geringerer als unsere weiß-blaue Diva, die bei ihren sportlichen Widersachern vielfältige Veränderungsprozesse in Gang setzt. Den Anfang machte Tabellen-Schlusslicht TSV Rain am Lech, als es unmittelbar vor seinem Gastspiel am Schönbusch zum einen seinen Trainer Tobias Luderschmid  entließ, zum anderen mit der Verpflichtung des Ex-Illertisseners Ugur Yilmaz noch einmal personell nachrüstete. Genutzt hat es nichts, die unterfränkische Diva zeigte sich bei ihrem 2:0-Heimspielsieg ungewohnt spröde. Der schon zuvor chronisch unzufriedene FC Memmingen benötigte erst die als Tiefpunkt empfundene 1:3-Heimpleite gegen den SVA, ehe FCM-Coach Esad Kahric die Ausweglosigkeit seiner Mission erkannte und nach zwölfjähriger Trainertätigkeit bei den Allgäuern im Rahmen eines überaus emotionalen Abschieds aus freien Stücken zurücktrat.

TSV 1860 Rosenheim – Viktoria Aschaffenburg am Samstag, 21. September, um 14 Uhr im Rosenheimer Jahnstadion.

Nun also das samstägliche Gastspiel beim Abstiegskonkurrenten Rosenheim und siehe da: Im Teschke-Team erkennt man Veränderungsbedarf und will der weiß-blauen Diva mit einer neuen Wunderwaffe auf den Leib rücken. Die Rede ist vom 31-jährigen Stürmer Florian Heller, der nach über 200 Erst- und Zweitligaspielen im Trikot von SpVgg. Greuther Fürth, Erzgebirge Aue, FSV Mainz 05 und zuletzt FC Ingolstadt seine Profikarriere beendete und sich wieder seinem Heimatverein anschloss. Heller soll helfen, die Sturmschwäche der Rosenheimer zu beheben, die in bis dato lediglich elf erzielten Treffern – die wenigsten der Liga – ihren Ausdruck findet. Erstmals einsatzfähig ist die hochkarätige Verstärkung – wen wundert`s – im Samstagsspiel gegen die Viktoria.

Aber die Torflaute ist nicht die einzige Negativserie, die den Oberbayern derzeit zu schaffen macht. So ist man zu Hause neben Rain am Lech als einziges Team immer noch sieglos und stellt derzeit bei 2:11 Punkten das heimschwächste Team der Liga. Eigentlich eine Steilvorlage an das Komljenovic-Team, ähnlich erfolgreich zu „fremdeln“ wie vor 14 Tagen in Memmingen und so seine Fans wenn nicht am Schönbusch, dann wenigstens am Liveticker glücklich zu machen. Die Statistik der bisherigen direkten Vergleiche gilt es tunlichst zu ignorieren, da hier keine mentale Unterstützung zu erwarten ist: Dreimal trafen die Weiß-Blauen in der vergangenen Saison auf das Team von Dirk Teschke, dreimal gingen sie leer aus. Der vermeidbaren 0:1-Niederlage am Schönbusch vor ca. einem Jahr folgte Ende März diesen Jahres ein schwarzes Wochenende im Rosenheimer Jahnstadion. Ganz nach dem Motto des ollen Turnvaters wurde frisch, fromm, fröhlich, frei zunächst das Weiterkommen im BFV-Totopokal vergeigt (0:2), zwei Tage später an gleicher Stelle dann auch noch das Liga-Spiel, das man wegen der größeren Priorität mit 0:4 noch etwas deutlicher verlor. Hinterher bestand weitgehend Einvernehmen, dass das weiteste Fahrtziel der Liga sich als sehr undankbar erwiesen hatte und somit Gefahr läuft, wegen Unwirtschaftlichkeit aus der Liste der weiß-blauen Reiseziele gestrichen zu werden. Aber da unsere Diva bekanntlich nie aufsteckt, versucht sie heuer mit neuem „Sport-Management“ (mittlerweile dem dritten) ein weiteres Mal, auf dem Terrain der Roten Fuß zu fassen. Der Laufsteg  ist bereitet, denn der Glanz des Vorjahressechsten ist weitgehend verblasst, was auch unserer angejahrten Diva Gelegenheit geben sollte, ihren Charme zu versprühen. Sollte der SVA mit dem Rosenheim-Jetlag klarkommen und seinen zweiten Auswärts-Dreier landen, so winkt als kostenlose Dreingabe, an einem direkten Konkurrenten im Abstiegskampf vorbeizuziehen, was gerade im Falle 1860 Rosenheim eine völlig neue Erfahrung sein dürfte. Mit Verweis auf Memmingen und das Stimulantium Viktoria sagen wir vorsorglich schon jetzt: Sollte Dirk Teschke im Anschluss an das Samstagsspiel zurücktreten, so haben wir das nicht gewollt und bedauern es zutiefst…

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