Hot! 0:2 in Eichstätt: Der ominöse Punkt spielte wieder die Hauptrolle

Elfmeterpfiff aus „heiterem Himmel“ verhagelte die Stimmung / Serie von 13 Spielen ohne Niederlage ging zu Ende

Die Hoffnungen, mit einem Auswärtssieg in Eichstätt einen lästigen Konkurrenten im Aufstiegskampf loszuwerden, haben sich für die Viktoria nicht erfüllt. In einem Spiel, in dem die Viktoria zunächst gegen defensiv eingestellte Oberbayern das Geschehen kontrollierte, brachte ein zumindest fragwürdiger Strafstoß die Hausherren auf die Siegerstraße. Eine deutliche Parallele übrigens zum Hinspiel am Schönbusch, als gegen die Viktoria beim Stande von 1:0 ein gleichfalls umstrittener Strafstoß verhängt wurde, woraufhin das Spiel kippte und die Weiß-Blauen noch eine 1:4-Niederlage quittieren mussten.

Jochen Seitz musste mit seinem Team eine 0:2-Niederlage in Eichstätt quittieren (© Moritz Hahn)

Zwischen den Pfosten stand in Eichstätt wieder Peter Neuberger. Die Viktoria hatte in der ersten Halbzeit viele Ballkontakte und eine hohe Spielkontrolle, während sich die Gastgeber sehr weit zurückzogen. „Der Ball lief gut durch unsere Reihen bis zum gegnerischen 16er, bis nach einem Zweikampf zwischen Simon Schmitt und einem Eichstätter Spieler der Schiedsrichter mit einem Elfmeterpfiff aus heiterem Himmel in das Spielgeschehen eingegriffen hat“, sprach Jochen Seitz jene Szene aus der 36. Minute an, die sich als richtungsweisend für den weiteren Verlauf der Partie erweisen sollte. Florian Grau ließ sich die Chance nicht entgehen und besorgte die Führung für den VfB. Beim Stande von 0:1 aus Sicht der Viktoria ging es dann auch in die Pause.

Jochen Seitz: „70 Prozent Ballbesitz, aber vorne keine Durchschlagskraft“

In der Pause wählte Jochen Seitz mit der Einwechslung von Philipp Beinenz für Zamir Daudi eine offensivere Variante. Die Viktoria startete relativ gut und hatte die eine oder andere Halbchance. „Wir hatten Ballbesitz von ungefähr 70 Prozent, allerdings immer nur bis zum gegnerischen Sechzehner. Im Zentrum fehlte uns die Durchschlagskraft, vor allem weil Eichstätt so kompakt hinten drin stand, dass es schwierig für uns war, dazwischen zu kommen. Bis auf ein paar Fernschüsse über das Tor hatten wir leider keine glasklare Möglichkeit“, legte Jochen Seitz den Finger in die Wunde. So kam es, wie es in dergleichen Konstellationen häufig kommt: Nach einem blitzsauberen Konter konnte Eichstätt in der 67. Spielminute durch Yomi Scintu auf 2:0 erhöhen. „Wir haben dann noch mit einem zweiten Stürmer reagiert und Sascha Wolfert gebracht“, so Jochen Seitz. In der Folge sollten die Blau-Weißen dann noch einige hundertprozentige Möglichkeiten kreieren. Ein Torerfolg allerdings blieb  der Viktoria an diesem Tag verwehrt. Philipp Beinenz brachte das Leder aus drei Metern nicht im Tor unter, ein 16-Meter-Schuss von Roberto Desch ging knapp drüber und ein Schnitzer-Freistoß landete am Außennetz. Auf der anderen Seite konnte sich Peter Neuberger bei der einen oder anderen Kontermöglichkeit, die sich jetzt für die Hausherren zwangsläufig ergaben, auszeichnen. „Insgesamt eine ärgerliche Niederlage, weil der Elfmeterpfiff im Grunde das Spiel gedreht hat und der Spielweise von Eichstätt entgegenkam“, bilanzierte Jochen Seitz, der das Team von Markus Mattes nach dem heutigen Sieg nunmehr in der Meisterfrage auf den Favoritenschild hebt: „Eichstätt hat nun bei weitem die besten Karten von allen Mannschaften. Dahinter wird um den zweiten Platz gestritten. Es ist alles sehr nah beisammen, aber wir haben mit Sicherheit noch das schwerste Restprogramm. Insofern müssen wir sehen, was möglich ist. Wichtig ist jetzt, sich auf die nächsten Spiele gut vorzubereiten und die Köpfe nicht hängen zu lassen.“

Die erste Etappe des schweren Restproramms steht für die Elf von Jochen Seitz schon am kommenden Freitag (18.15 Uhr) an, wenn der Ex-Regionalligist und „Mitabsteiger“ FC Amberg zu Gast am Schönbusch ist. Die Oberpfälzer haben zwar als aktuell Tabellenzehnter nichts mehr mit dem Aufstieg zu tun, dürfen aber gleichwohl als harte Nuss angesehen werden. Für den FCA ging am Ostermontag auch eine Serie zu Ende. Nach neun Partien, in denen man nicht verlor, musste man sich bei der 1:2-Heimniederlage gegen den Würzburger FV erstmals wieder geschlagen geben.

 

20. Spieltag der Bayernliga Nord 2016/17 am Montag, 17. April 2017, um 15 Uhr

VfB Eichstätt – Viktoria Aschaffenburg 2:0 (1:0)

Eichstätt: Jonas Herter – Simon Böhm, Maximilian Eberwein, Lucas Schraufstetter (80. Michael Panknin), Dominik Wolfsteiner, Florian Grau (68. Mamadou Diallo), Sebastian Graßl, Yomi Scintu (90.+2 Julian Scholl), Philipp Federl, Markus Waffler, Fabian Schäll (Trainer: Markus Mattes) Aschaffenburg: Peter Neuberger – Zamir Daudi (46. Philipp Beinenz), Simon Schmidt, Fabian Galm – Kevin Wittke (68. Sascha Wolfert), Roberto Desch – Daniel Cheron, Daniele Toch (74. Clay Verkaj), Björn Schnitzer, Dennis Kallina – Janis Häuser (Trainer: Jochen Seitz) Tore: 1:0 Florian Grau (36., FE), 2:0 Yomi Scintu (67.) Gelbe Karten: Dominik Wolfsteiner (21.), Lucas Schraufstetter (36.), Philipp Federl (81.) / Fabian Galm (52.) Schiedsrichter: Florian Badstübner – Markus Hertlein, Frank Mühlenberg Zuschauer: 750 (Sportanlage Am Sportplatz)

Schreibe einen Kommentar

*

Die E-Mail wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert *