Hot! »Dieser Anpassungsprozess braucht Zeit«

Viktoria Trainer Slobodan Komljenovic im Interview mit FuPa.net

Trainer Slobodan Komljenovic über den Aschaffenburger Stotterstart und den Weg aus der Krise

Auf eine schwierige Saison hatten sich die Verantwortlichen bei der SV Viktoria Aschaffenburg eingestellt. Denn viele neue und vor allem junge Spieler mussten vom ebenfalls frisch installierten Coach Slobodan Komljenovic zu einer Einheit geformt werden. Unerfahrenheit, mangelnde Cleverness und teilweise auch Leichtsinn führten zu Punktverlusten und so stehen die Kicker aus „Aschebersch“ nur auf dem vorletzten Platz. Trainer Komljenovic wertet den 3:1-Auswärtserfolg beim FC Memmingen am vorigen Spieltag aber als Signal. Nun wollen die Unterfranken angreifen, wollen den Abstand zur rettenden Zone bis zum Winter weiter verkürzen und in der Wintervorbereitung den Grundstein für den Klassenerhalt legen.

FuPa: Slobodan, war der Überraschungssieg in Memmingen schon die Wende? Wie wertvoll sind diese ersten drei Auswärtspunkte?
Slobodan Komljenovic (42): Sehr wertvoll. Vor allem waren sie wichtig für die Mannschaft. Sie hat gesehen, dass sie auch auswärts punkten kann und das ist wichtig. Für mich war zudem wichtig, dass die Mannschaft nur drei Tage nach dem schwachen Heimauftritt (0:4 gegen den FV Illertissen) diese starke Leistung in Memmingen gezeigt hat. Das war auch ganz wichtig für die Moral und für das Selbstvertrauen der jungen Spieler.

Jugend-Trip: »Konnten keine erfahrenen Spieler einkaufen.«

Ihr habt euch in der vorigen Woche noch mit zwei Spielern verstärkt. Vom SV Seligenporten kam mit Ali Yetkin ein erfahrener Spieler, aus der U19 von Eintracht Frankfurt habt ihr Alban Lekaj verpflichtet. Am Samstag kamen beide noch nicht zum Einsatz. Last-Minute-Transfers, die euch weiterbringen?
Zunächst mal ist es ja so: Wir haben finanzielle Probleme. Das bedeutet, dass wir keine erfahrenen Spieler einkaufen konnten. Wir mussten in erster Linie auf junge Spieler setzen, die zum Großteil in der U19-Bundesliga gespielt haben. Aber im Herrenbereich läuft vieles anders, vor allem an das Körperspiel müssen sich die Jungen erst gewöhnen. Dieser Anpassungsprozess braucht Zeit, das geht nicht vom Saisonstart weg. Aber ich hoffe, dass wir die erste Hürde jetzt genommen haben.

Ihr hattet vor allem zu Saisonbeginn große Probleme, habt deutliche Niederlagen wie das 0:7 bei Greuther Fürth II und das 0:6 bei Bayern München II kassiert. Wie können solche Klatschen zustande gekommen?
Zum Auftakt haben wir gegen Nürnberg II ein 2:2 geholt. Da hat die Mannschaft viel Kraft gelassen und konnte drei Tage später in Fürth einfach nicht mehr mithalten. Die jungen Spieler müssen auch lernen ihre Kräfte einzuteilen. Bayern München ist eine Klasse für sich. Die englischen Wochen zum Saisonstart waren natürlich für uns Gift, im Eingewöhnungsprozess so viele Spiele zu absolvieren. Aber jetzt sind wir in den normalen Rhythmus gekommen und hoffe nun, dass wir konstanter werden.

Dann waren da noch die beiden Heimspiele gegen Bamberg und Schweinfurt, die trotz Führung nicht gewonnen wurden. Wo siehst du da die Gründe?
Da waren wir zum Teil übermotiviert. Es fehlte manchmal die Ruhe, die Abgeklärtheit. Aber auch in diesem Punkt sind wir jetzt einen Schritt weiter. Ich hoffe, dass wir noch stabiler werden. Wir haben ja schon zwölf Spiele absolviert und dadurch wertvolle Erfahrungen gesammelt.

»Jetzt gilt es, den Auswärtssieg von Memmingen zu bestätigen.«

Wie sieht dein weiterer Plan aus?
Es gilt jetzt den Auswärtssieg von Memmingen zu bestätigen. Das wird natürlich daheim gegen den FC Augsburg II sehr schwer. Aber wir wollen in den nächsten Spielen unbedingt punkten, um an die Relegationsplätze heranzukommen.

Dann warten die Partien gegen Rosenheim und Heimstetten.
Ja, und da müssen weitere Punkte her. Ziel muss es sein, bis zum Winter möglichst nahe an die rettenden Plätze zu kommen. Mit einer intensiven Vorbereitung im Winter auf das neue Spieljahr wollen wir fit sein für die Restrückrunde und hoffentlich die Punkte einfahren, die wir zum Klassenerhalt benötigen. Schaffen wir den Klassenerhalt, dann hat die Mannschaft viel geleistet und vor allem einen wertvollen Vorsprung zu Beginn der nächsten Saison , im Gegensatz zur aktuellen.

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