Hot! „Ein Traumtor zum Abschied“

Nach drei ereignisreichen Jahren verlässt Fabian Galm die Viktoria und stellt die Weichen für seine berufliche Zukunft

Wenn Mitte Juli der Regionalliga-Vorhang aufgeht und sich die Viktoria endlich wieder mit den besten Amateurmannschaften Bayerns messen darf, wird ein in den letzten drei Jahren zum festen Stamm der Mannschaft gehörender Akteur nicht mehr mit von der Partie sein. Auf eigenen Wunsch verlässt Fabian Galm den SVA zum 30. Juni 2018, nachdem er sich zuvor mit dem Vorstand auf eine vorzeitige Auflösung seines bis zum 30. Juni 2019 laufenden Vertrages geeinigt hat. Der 28-jährige Innenverteidiger wechselte zur Saison 2015/16 vom Nachbarn SV Erlenbach an den Schönbusch und bestritt seither 87 Pflichtspiele in Regional- und Bayernliga für die Weiß-Blauen.

Fabian Galm verlässt die Viktoria auf eigenen Wunsch. Die Vorstände Manfred Fleckenstein und Holger Stenger verabschiedeten Fabian nach 8 Jahren im Trikot des SVA (© Nikolas Verhoefen)

Seine letzte Partie absolvierte Fabian Galm am 19. November vergangenen Jahres. Durch einen erlittenen Leistenbruch, der eine OP erforderlich machte, sowie eine Schambeinentzündung wird er seither auf eine harte Geduldsprobe gestellt, was ein Comeback angeht. Bei sorgsamer Abwägung der Perspektiven fasste der gebürtige Miltenberger daher den Entschluss, seinen beruflichen Plänen Vorrang zu geben. Obwohl die Entscheidung, den Verein zu verlassen, unmittelbar in die Planung des Regionalligakaders, in dem Fabian Galm eigentlich eine feste Rolle zugedacht war, hineinwirkte, war man seitens des Vereins von Anfang an fest entschlossen, den verdienstvollen Spieler zu unterstützen und ihm keine Steine in den Weg zu legen. Leichten Herzens lässt man einen sportlich und menschlich wertvollen Akteur nie ziehen, weshalb denn auch in der Stellungnahme von Viktoria-Vorstand Manfred Fleckenstein eine große Portion Bedauern mitschwingt: „Fabian war in seiner Zeit bei der Viktoria eine tragende Säule im Team, mit seiner professionellen Einstellung, seiner Zuverlässigkeit und Loyalität ein vorbildlicher Sportsmann und großer Gewinn für den SVA. Wir lassen ihn mit einem weinenden Auge gehen und wünschen ihm für seine Zukunft nur das Beste.“

Fabian Galm: „Mein Abschied ist keine Entscheidung gegen die Viktoria“

„Acht Jahre und damit fast ein Drittel meines Lebens“ (inklusive Jugend) hat Fabi nach eigenen Angaben bei der Viktoria gespielt. Grund genug für ihn, noch einmal einen tiefen persönlichen Einblick in seine Beweggründe und Gemütslage zu geben. Wir haben ihm im Rahmen eines kleinen Interviews dazu die Gelegenheit gegeben und hoffen dadurch einen kleinen Beitrag dazu zu leisten, dass neben dem Spieler auch der Mensch Fabian Galm in bester Erinnerung bleibt.

Fabian, Dein Entschluss war doch sicherlich kein Schnellschuss, sondern ist langsam in Dir gereift?

Die Entscheidung fiel in enger Absprache mit meiner Familie und nach reiflicher Überlegung. Der Entschluss, die Viktoria nun zu verlassen und erst mal eine aktive Pause einzulegen, fiel mir alles andere als leicht, denn es waren drei schöne, emotionale Jahre, in denen es viele Höhen, aber auch Tiefen gab. Als Spieler fehlt es dir bei der Viktoria an nichts. Man findet Bedingungen vor wie in manch einem Profiverein nicht. Hinzu kommt der Teamgeist. Viele Mitspieler sind auch privat für mich zu engen Freunden geworden. Ich denke, man hat auch von außen gesehen, dass speziell in dieser Saison nicht nur eine Mannschaft, sondern eine echte Einheit auf dem Platz stand. Sehr persönlich wurde mir dies bewusst, als in meiner Verletzungsphase meine Mitspieler nach einem Rückrundenspiel mein Trikot hochgehalten haben.

Mehr als ein Team. Fabian Galm konnte sich immer auf seine Mannschaftskameraden verlassen (© privat)

All jenen, die jetzt fragen, warum ich dann Abschied nehme, antworte ich: Meine Entscheidung ist nicht eine gegen die Viktoria, sondern eine für meine berufliche Zukunft. Um es klar zu sagen: Ein Engagement bei einem anderen Verein war für mich nie eine Option.

Welches waren in der Rückschau Deine persönlichen Highlights bei der Viktoria?

Unvergessen als überhaupt schönstes persönliches Erlebnis im Fußball bleibt für mich das Heimspiel am 14. Mai 2016 gegen die SpVgg. Unterhaching, mein erstes und bis dato letztes gemeinsame Pflichtspiel mit meinem Bruder Danny, der mir das Fußballspielen beigebracht hat und dem ich sehr dankbar bin.

14. Mai 2016: Fabian Galm stand gegen Unterhaching erstmals mit seinem Bruder Danny in einem Pflichtspiel gemeinsam auf dem Platz (© Moritz Hahn)

Dass ich dies erleben durfte, macht mich stolz. Stolz macht mich auch, dass ich mich in meinem letzten Heimspiel am 11. November 2017 mit einem Traumtor von den tollen Fans am Schönbusch verabschieden durfte. Ich hoffe damit immer in guter Erinnerung zu bleiben.

Mit Bruder Danny Galm verbindet Fabian eine enge Beziehung (© Moritz Hahn)

Hast Du noch was auf dem Herzen, das Du zum Abschied loswerden willst?

Ein besonderer Dank geht zu aller erst an meine Familie, ohne die vieles nicht möglich gewesen wäre, an meinen alten Trainer Jürgen Baier und das aktuelle Trainer- und Betreuerteam in Person von Jochen Seitz, Gerry Mai, Jürgen Bleistein und Benni Hotz sowie – als Team hinter dem Team – Stefan, Christopher, Nina Welzbacher und Udo Krause. Des Weiteren möchte ich mich bei allen Vereinsverantwortlichen und -helfern, durch die ich in den vergangenen drei Jahren Unterstützung erfahren habe, herzlich bedanken: den Vorständen Manfred Fleckenstein, Holger Stenger, Eric Rasp sowie (Ex-Vorstand) Peter Löhr für ihr immer offenes Ohr, desgleichen allen, deren tatkräftige Hilfe dazu beigetragen hat, dass ich mich am Schönbusch immer wohlgefühlt habe: Ludwig und Marion Münz, Nikolas Verhoefen, Norbert Hohner, Michael Lachner, Moritz Hahn, Alex Staab und viele andere mehr. Außerdem bei Wolfgang Uschek, der in den letzten 10 Jahren immer eine offene Türe für mich hatte und meine Verletzungen durchgehend top behandelt hat.

Was sind Deine kurzfristigen Ziele?

Nach meinem Leistenbruch und der anschließenden OP im April richte ich meinen Fokus erst mal darauf, vollständig gesund zu werden. Beruflich möchte ich dem Fußball treu bleiben und mir etwas im Bereich Talentscouting aufbauen. Ich freue mich riesig auf diese Herausforderung. Der Viktoria werde ich auf jeden Fall als Fan in der Regionalliga die Daumen drücken.

Fabian, wir freuen uns immer, Dich im Stadion am Schönbusch zu sehen und schließen uns den Wünschen des Vorstands an. Dein „Konfetti-Tor“ aus 60 Metern vom 11. November 2017 (Karnevalsauftakt!) wird in unseren Träumen weiterleben!

Aktueller Stand

Kader 2018/19: Tor – Luca Bieber (21), Ricardo Döbert (27), Peter Neuberger (25) // Abwehr – Hamza Boutakhrit (25), Daniel Cheron (31), Luca Dähn (22), Ugurtan Kizilyar (25), Simon Schmidt (34) // Mittelfeld – Philipp Beinenz (22), Roberto Desch (25), Jonas Fritsch (24), Max Grünewald (22), Björn Schnitzer (26), Daniele Toch (30), Clay Verkaj (21), Kevin Wittke (33) // Angriff – Daniele Bruno (22), Malick Diarra (20), Pasqual Verkamp (20)

Neuzugänge: Daniele Bruno (22, SpVgg. Bayreuth), Luca Dähn (22, Kickers Offenbach), Ugurtan Kizilyar (25, Wormatia Worms), Pasqual Verkamp (20, Alemannia Haibach)

Abgänge: Gökhan Aydin (29, FC Viktoria Kahl), Christian Breunig (27), Zamir Daudi (30), Fabian Galm (28), Johannes Gerhart (21), Nils Herdt (20), Raphael Klausmann (19), Marco Wadel (19), Ali Zaeteri (20)

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