Ein 1:1 der „ärgerlichen“ Sorte

Gegen Auswärtsschreck Buchbach muss man nicht gewinnen, aber man hätte können / Die Leistung der Seitz-Elf stimmte

Die Viktoria hat zum Start in die Rückrunde einen guten Eindruck hinterlassen und in einem sehr interessanten Regionalligaspiel vor 975 Zuschauern am Schönbusch die Gäste aus Oberbayern über 60 Minuten dominiert. Da man beste Torchancen nicht zu nutzen wusste, konnte das Team von Anton Bobenstetter am Ende sehr glücklich einen Punkt mit nach Hause nehmen.

Viktoria Aschaffenburg – angeführt von Kapitän Simon Schmidt – zeigte eine gute Leistung gegen Buchbach (© Moritz Hahn)

Bei strahlendem Sonnenschein ließen sich beide Teams nicht lumpen und zeigten vom Anpfiff weg eine offene und von taktischen Zwängen freie Partie. Die Viktoria hatte ein deutliches Übergewicht, konnte sich aber in der ersten Hälfte nur eine Chance erspielen, die allerdings klarer nicht hätte sein können. Nach einer Ballstafette über Kizilyar, Schnitzer und Verkamp in der 25. Minute stand Max Grünewald völlig blank, verzog aber aus kurzer Distanz überhastet. Nur ganz selten bekamen die Oberbayern die Räume, die sie sich erhofft hatten, da die Viktoria aufmerksam nach hinten absicherte und kaum Einladungen in Form von Fehlern in der Vorwärtsbewegung ausstellte. So blieben die großen Höhepunkte aus, ohne dass der ansehnliche Offensivcharakter der Partie dadurch Schaden genommen hätte.

Petrovic schämte sich nicht einmal…

Kurz nach Wiederanpfiff markierte Clay Verkaj die zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich überraschende Führung der Weiß-Blauen (48.). Mit einem noch abgefälschten Flachschuss ins linke Eck ließ er Buchbachs Keeper Daniel Maus keine Abwehrchance.

Gegen einen sichtlich angeknockten Gegner ließen die Weiß-Blauen weitere Topchancen folgen. Clay Verkajs Torschuss per Hacke wurde von der Linie gekratzt und Daniel Cheron traf mit einem Distanzschuss die Latte. Zu diesem Zeitpunkt schien man die Oberbayern fest im Sack zu haben, ließ diesen jedoch unverschnürt, so dass die Elf von Toni Bobenstetter bei der ersten Unaufmerksamkeit entwischen konnte. Der Moment war in der 55. Minute gekommen, als Petrovic im Anschluss an eine scharfe Hereingabe die Unordnung in der Viktoria-Defensive nutzte und das Leder zum 1:1-Ausgleich über die Linie drückte, ohne rot zu werden, versteht sich.

Viktoria wie die Schlange vor der Maus

An der „Zumutung“ dieses Spielstands hatte die Viktoria in der Folge sichtlich zu kauen, weshalb ihr auch das Spiel etwas entglitt. Die Rot-Weißen zogen nun das Spiel in die Breite und erhöhten den Druck, doch in zwei Szenen war Neuberger auf dem Posten und wickelte platzierte Torschüsse um den Pfosten. In der letzten Viertelstunde der Partie nahm die Seitz-Elf das Heft wieder in die Hand und zeigte ein starkes Interesse an den drei Punkten. Doch die Abschlussschwäche machte den Weiß-Blauen an diesem Tag einen Strich durch die Rechnung. Zunächst schob Max Grünewald auf Zuspiel vom kurz zuvor eingewechselten Michél Harrer halbrechts freistehend vor Maus den Ball am langen Pfosten vorbei (74.), zehn Minute später visierte Michel Harrer, schön und uneigennützig freigespielt von Schnitzer, aus nahezu identischer Position den linken Außenpfosten an. Clay Verkaj machte in der 89. Minute nach einer Flanke alles richtig, doch er scheiterte mit seinem Schuss aus kürzester Distanz am reaktionsschnellen Maus. Kurz vor Schluss war sogar noch Zittern angesagt, als Buchbach das Geschehen mittels einer Serie von Eckbällen in den Viktoria-Strafraum verlagerte, doch letztlich blieb es beim 1:1, für das die Oberbayern aus Dankbarkeit schon noch mal eine ganze Sau fürs nächste Schönbusch-Barbecue liefern könnten.

Die Weiß-Blauen ließen in der Schlussphase gleich mehrere Top-Chancen ungenutzt (© Moritz Hahn)

TSV-Coach Bobenstetter gestand ohne Umschweife ein, dass der Punktgewinn seiner Mannschaft an diesem Tag glücklich war, zeigte sich mit der Leistung seines Teams aber zufrieden. Jochen Seitz stellte die Emotion „Ärger“ in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen, wollte seinem Team aber keinen Ärger machen, das ärgere sich ohnehin selbst schon genug ob der verschenkten Punkte. Angesichts der gezeigten Leistung dürfte der Ärger ohnehin schnell wieder verflogen sein. Sollte er auch, denn Bitterkeitsfalten schaden dem „schönen Auswärtsgesicht“, das nicht nur der TSV, sondern auch die Viktoria hat und das kommenden Samstag in Rosenheim wieder gefragt ist. Ärgern sollte sich, wenn es nach der Viktoria geht, da nur einer: Rosenheims Coach Ognjen Zaric. Das hat er im Hinspiel doch schon so gut gekonnt…

18. Spieltag, 3. November 2018, um 14:00 Uhr in Aschaffenburg (Stadion am Schönbusch // Kleine Schönbuschallee, 63741 Aschaffenburg)

Viktoria Aschaffenburg – TSV Buchbach 1:1 (0:0)

Aschaffenburg: Peter Neuberger – Daniel Cheron, Luca Dähn, Simon Schmidt, Ugurtan Kizilyar (71. Michél Harrer), Hamza Boutakhrit – Max Grünewald (84. Roberto Desch), Clay Verkaj, Philipp Beinenz – Pasqual Verkamp (80. Daniele Bruno), Björn Schnitzer (Trainer: Jochen Seitz) Buchbach: Daniel Maus – Moritz Moser, Thomas Leberfinger, Maximilian Hain, Marco Rosenzweig, Patrick Drofa (87. Stefan Denk), Sammy Ammari, Maximilian Drum, Maximilian Bauer (53. Christian Brucia), Moritz Sassmann (77. Patrick Walleth), Aleksandro Petrovic (Trainer: Anton Bobenstetter) Tore: 1:0 Clay Verkaj (48., Ugurtan Kizilyar), 1:1 Aleksandro Petrovic (55.) Gelbe Karten: Ugurtan Kizilyar (20.) / Maximilian Bauer (30.), Moritz Moser (68.), Christian Brucia (83.) Schiedsrichter: Stefan Treiber – Patrick Höpfler, Alexander Arnold Zuschauer: 975 (Stadion am Schönbusch)

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