Einflussnahme in schwebendes Verfahren erwünscht

Salvatore Baris Tor zum 2:0 in Schweinfurt ist unter den sechs Nominierten zum  „Bayern-Treffer des Monats“

Seien wir mal ehrlich, neben aller schnöden Ergebnisorientiertheit zählt auch im Fußball wie generell im Leben die Ästhetik. Tore lassen sich in ihrer Mehrzahl sachlich erzielen, man kann draufhalten, reinspitzeln oder – ganz förmlich – einschieben.

Salvatore Bari ist in Aschaffenburg angekommen

Salvatore Bari ist in Aschaffenburg angekommen

Spieler, die darin eine gewisse Perfektion entwickelt haben, nennt man in unserer Leistungsgesellschaft dann mal ganz schnell „Tormaschine“, dabei nicht bedenkend,  dass von einer Maschine  keinerlei Esprit und Ästhetik zu erwarten ist, sondern lediglich die automatisierte Pflichterfüllung, die ein Gros der Zuschauer zur Genüge von ihrem eigenen Berufsalltag her kennen dürfte. Den will man im Stadion aber eigentlich vergessen…

Da tun solche Kunstwerke gut, wie das jüngst von unserer – Achtung Ironie – allzeit gut gewarteten „Tormaschine“ Salvatore Bari locker hingezauberte 2:0 in Schweinfurt. Wobei die letztere Information für den wahren Ästheten unerheblich ist, da schon wieder funktional gedacht, es hätte – sagen wir es mal überspitzt – auch das 1:5 sein können.

Nicht von ungefähr hat dieser Treffer, der es – wie schon publiziert – in die Vorausscheidung zum Tor der Monats März im bayerischen Amateurfußball gebracht hat, in seiner „Begehensweise“ eine nicht leugnende Ähnlichkeit mit Giulio Fiordellisis Tor zum 4:1 im Heimspiel gegen den FV Illertissen aus der vorigen Saison, das als Tor des Monats Oktober 2013 prämiert wurde. Der Grund, warum das Stilmittel des „gefühlvollen Lupfers“ in der Publikumsgunst so hoch angesiedelt ist, erschließt sich einem bei einigem Nachdenken.  Die Hauptursache dürfte in dem irrealen Zeiterleben liegen: Die Sekunden zerdehnen sich zur Ewigkeit, während das Leder mehr schwebend als kraftbeschleunigt über den Köpfen der wie versteinert wirkenden gegnerischen Spieler seine wundersam ins Ziel führende Flugkurve beschreibt. Mit Rasen umpflügenden Kampf und Krampf, so sehr dieser natürlich im Abstiegskampf eingefordert werden muss, hat das nicht im Entferntesten zu tun.  Eleganz ist immer ein Kind der Lockerheit.

Es gibt also genug  Gründe, den Treffer von Salvatore Bari zum Tor des Monats März zu nominieren, und so muss man nicht auf den abgeschmacktesten Grund zurückgreifen, der allenfalls von der Profilneurose des Begründers kündet: weil das „unser“ Salvatore Bari ist. Nein der Treffer ist nicht schön, weil Salvatore Bari unser ist (wobei auch über das Wort „unser“ zu streiten wäre), sondern der Treffer ist schön, weil er schön ist. Wäre er von einem gegnerischen Spieler, wäre er auch schön, wenngleich unter Umständen schmerzhaft.  Mit Vereinsbrille auf lässt sich wahre Ästhetik nicht erkennen.

Hier können Sie für Salvatore Bari abstimmen!

Abschließend noch zur Möglichkeit der „Einflussnahme“: Ihr könnt bis zum Mittwoch, 9. April, auf www.bfv.tv abstimmen, welcher Treffer für Euch die größte Augenweide ist. In der Sendung „Blickpunkt Sport“ im Bayerischen Rundfunk erfolgt an diesem Tag um 17.30 Uhr die Auflösung. Die Prämie für den neuen Titelträger  besteht aus der obligatorischen Bayern-Treffer-Trophäe und zwei Karten für ein Heimspiel einer bayerischen Bundesligamannschaft  nach Wahl. Wir dürfen gespannt sein, ob Salvatore im Erfolgsfalle bei seiner Ticketwahl dem Abstiegskampf oder Langeweile gepaart mit Lockerheit den Vorzug geben wird. Eleganter wird zweifellos das Letztere…

Salvatore Bari hat bereits 8 Tore in 5 Spielen für die Viktoria erzielt. Hier ist er auf dem Weg zum 1:1-Ausgleich gegen Bayern München II.

Salvatore Bari hat bereits 8 Tore in 5 Spielen für die Viktoria erzielt. Hier ist er auf dem Weg zum 1:1-Ausgleich gegen Bayern München II.

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