Hot! 1:0 – enges Spiel auf engem Platz…

Für Björn Schnitzers Querpass war glücklicherweise Platz genug / Goldenes Tor durch Daniele Toch

Einen unangenehmen Gegner hatte Viktoria-Coach Jochen Seitz im Würzburger FV ausgemacht und sich darin nicht getäuscht. Vor 413 Zuschauern im Sepp-Endres-Stadion zeigten sich die Gastgeber unbeeindruckt von ihrer jüngsten Niederlagenserie und verlangten dem frisch gebackenen Tabellenführer alles ab. Am Ende hatte die Viktoria mit einem engen 1:0-Sieg einen Minimalismus kultiviert, wie ihn sich nur ein echter Spitzenreiter leisten kann.

Kleiner Platz, enges Spiel. Hier Janis Häuser beim Versuch den WFV-Keeper zu überlisten. (© Nikolas Verhofen)

Die Anfangsphase gehörte den Gastgebern, deren Spiel exakt auf die etwas extraordinären Maße des Spielfeldes im Sepp-Endres-Stadions zugeschnitten war. Mit physischer Präsenz und klar strukturiertem Angriffsspiel über die Flügel begannen sie druckvoll, während es auf der Gegenseite für die zuweilen nicht schnell genug umschaltende Viktoria im gegnerischen, oft überfüllten Strafraum kaum ein Durchkommen gab. Immerhin holten die Weiß-Blauen wieder einige Standardsituationen heraus. Eine hätte der in Sachen Freistöße mittlerweile einschlägig bekannte Björn Schnitzer fast zur Führung für den SVA genutzt, doch war WFV-Keeper Andre Koop vorgewarnt und verhinderte mit einer Glanztat den Einschlag oben links.

Toch bestraft Würzburgs Sekundenschlaf

Auch nach der Halbzeit das gleiche Bild. Der WFV kam mit Elan aus der Kabine und kombinierte sich wiederum in torgefährliche Positionen, aber der Torabschluss blieb das große Manko und ließ erahnen, auf welche Weise das personell stark besetzte Reitmaier-Team trotz durchaus ansehnlicher Auftritte auch die zurückliegenden Partien verloren haben könnte. Obwohl im Viktoria-16er reger Betrieb herrschte, musste Luca Bieber kaum einmal ernsthaft eingreifen. Nach dem Motto „Wer nicht will, der hat schon“ entschied sich die Viktoria für die mit weitaus weniger Aufwand verbundene clevere Lösung. Nachdem den Weiß-Blauen in der 74. Minute ein Freistoß an der rechten Strafraumgrenze zugesprochen worden war, legte Björn Schnitzer das Leder unerwartet quer auf Daniele Toch, der das Überraschungsmoment nutzte und aus zentraler Position völlig unbedrängt links unten einnetzen konnte. Die WFV-Abwehr war auf diese Variante erkennbar nicht eingestellt und hatte mit einer Freistoß-Flanke über die Mauer gerechnet. „Das haben wir im Training schon mal so probiert“, löste Jochen Seitz das Rätsel um den spielentscheidenden Kniff.

Daniele Toch gelang mit seinem 15. Saisontreffer das entscheidende Tor. (© Nikolas Verhoefen)

Nach der Führung taten sich die Weiß-Blauen leichter und hatten durch den eingewechselten Philipp Beinenz, der spürbar Belebung in das Viktoria-Spiel brachte, noch einige aussichtsreiche Offensivaktionen. Gegen Ende der Partie gab es noch bange Minuten zu überstehen, als Würzburg alles nach vorne warf, allerdings nun auch infolge des Zeitdrucks überhastet agierte. Indem Würzburgs Mache kurz vor Ende der dreiminütigen Nachspielzeit nur das Außennetz traf, „entschied“ er gleichzeitig darüber, dass die Viktoria zum Topspiel in Eichstätt (patzte beim 1:1 in Weiden) am Ostermontag als Tabellenführer anreisen wird.

Jochen Seitz mit positivem Fazit

Vor diesem Hintergrund geht auch Jochen Seitz die Spielanalyse leicht über die Lippen: „Bis auf die ersten zehn Minuten in beiden Halbzeiten war das meiner Meinung nach gut, weil wir das Spiel unter Kontrolle hatten. Wir haben jetzt nicht die hundertprozentigen Torchancen herausgearbeitet, aber andererseits haben wir auch keine zugelassen. Würzburg stand sehr tief und hat mit einer Fünferkette gespielt, von daher war das sehr schwierig für uns. Aber dann nach dem 1:0 hatten wir noch zwei, drei gute Möglichkeiten, um zu erhöhen, insofern war es dann auch ein verdienter Sieg.“

Wie weit man mit eingangs erwähntem Minimalismus respektive 1:0-Siegen kommen kann, zeigt nicht zuletzt Viktorias aktuell hartnäckigster Verfolger, Aufsteiger ASV Neumarkt. Dieser hat die letzten fünf (!) Spiele alle mit 1:0 gewonnen, im gesamten Rundenverlauf steht dieses Resultat bisher achtmal in seiner Bilanz. In Eichstätt waren die Oberpfälzer auch schon zu Gange. Sie gewannen – man ahnt es – mit 1:0. Wenn das mal keine Blaupause für unsere weiß-blauen Neo-Minimalisten ist…

 

29. Spieltag der Bayernliga Nord 2016/17 am Donnerstag, 13. April 2017, 18.15 Uhr

Würzburger FV – Viktoria Aschaffenburg 0:1 (0:0)

Würzburg: Andre Koob – Christian Steinmetz, Patrick Hofmann (77. Mika Lindner), Cristian Dan, Andreas Ganzinger, Nicolas Engelking (81. Daniel Mache), Marc Hänschke, Joe Mensah, Wojtek Droszcz, Dennie Michel, Sebastian Götz (Trainer: Marc Reitmaier) Aschaffenburg: Luca Bieber – Zamir Daudi (66. Philipp Beinenz), Simon Schmidt, Fabian Galm – Kevin Wittke, Roberto Desch – Daniel Cheron, Björn Schnitzer, Daniele Toch (86. Niko Koukalias), Dennis Kallina – Janis Häuser (85. Sascha Wolfert) (Trainer: Jochen Seitz) Tore: 0:1 Daniele Toch (74., Björn Schnitzer) Gelbe Karten: Sebastian Götz (68.), Joe Mesnsah (72.), Dennie Michel (75.), Andreas Ganzinger (76.) / Fabian Galm (57.), Björn Schnitzer (60.) Schiedsrichter: Thomas Ehrnsperger – Jonas Kohn, Julian Roidl Zuschauer: 413 (Sepp-Endres-Sportanlage)

Schreibe einen Kommentar

*

Die E-Mail wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert *