Hot! Interview: Enthüllungen in der Umkleidekabine

Kerzengerade Antworten auch auf die schrägste Frage: fünf Viktoria-Spieler im Kurzinterview

Nach der ersten Trainingseinheit des neuen Jahres bot sich die willkommene Gelegenheit, uns mal etwas näher im Kreise der Mannschaft umzuhören. Hip, wie wir nun mal sind, haben wir uns für diese Aktion kurzfristig eine so naheliegende wie abgefahrene Location ausgesucht: eine Umkleidekabine im Viktoria-Heim. Im Vorfeld hatten wir uns auf fünf Spieler festgelegt, die einzeln zum „Rapport“ hereingebeten wurden. Diese waren: Stefan Steigerwald (der Keeper), Simon Schmidt (der Kapitän), Johannes Gerhart (der Youngster), Björn Schnitzer (der Kreative) und Salvatore Bari (der Torjäger). Quasi zwischen Tür und Angel gaben die fünf ihr Bestes und beherrschten das verbale Blitzschach in erstaunlich souveräner Manier. Aber urteilt selbst…

 

Stefan Steigerwald

Stefan Steigerwald

Stefan, seit dem Aufstieg in die Regionalliga liest man wieder vermehrt: Stefan Steigerwald rettet die Viktoria. Liest Du sowas eigentlich gern oder hättest Du es lieber anders?

Stefan: Positive Kritiken liest man natürlich sehr gerne. Leider bin ich jetzt die letzten vier Spiele nicht bereitgestanden, da ich verletzt war. An dieser Verletzung laboriere ich immer noch, will aber in spätestens drei Wochen wieder einsteigen. Klar bekommen wir in der Regionalliga mehr Tore. Ein alter Spruch lautet: Das Verteidigen fängt vorne an. Wir sind etwas anfällig und haben in der Vergangenheit zu wenig an der Defensive gearbeitet. Am Torwart liegt das in diesem Fall eher weniger.

Simon Schmidt

Simon Schmidt

Simon, an den Mannschaftskapitän die Frage: Wie beurteilst Du das Abschneiden des Teams in dieser Saison, auch vor dem Hintergrund, dass es sich im Gegensatz zu 2013/14 um eine eingespielte Meistermannschaft handelt?

Simon: Schwer zu sagen. Wir müssten eigentlich mehr Punkte haben. Ich finde, dass wir oft gar nicht schlecht gespielt, hohen Aufwand betrieben haben und zu wenig dafür belohnt worden sind. Es waren zwei, drei Unentschieden zu viel, was vier, fünf Punkten entspricht. Hätten wir die eingefahren, wäre eigentlich alles im Lot. Mitaufsteiger Amberg spielt auch nicht besser und hat fünf Punkte mehr als wir. Im Gegensatz zur Abstiegssaison 2013/14, als wir öfters verdient verloren haben, gab es in dieser Spielzeit vermehrt Spiele, in denen wir nicht hätten verlieren müssen. Ich nenne nur mal Unterhaching als Beispiel. Wir sind ebenbürtig und werden nicht belohnt.

Eigens für den Kapitän noch eine launige Zusatzfrage: Du hast ja auch schon fünf Treffer auf dem Konto. Hättest Du was dagegen einzuwenden, wenn der Klassenerhalt durch Elfmeterschießen entschieden würde?

Simon (lacht): Von mir aus. Wie wir das letztendlich bewerkstelligen, ist mir eigentlich egal. Hauptsache wir schaffen es.

Johannes Gerhart

Johannes Gerhart

Johannes, Du bist derjenige im Team, der den Ausbildungsverein Viktoria Aschaffenburg personifiziert. Du bist in der Saison 2013/14 als 17-Jähriger zur Mannschaft gestoßen und hast seither 29 Regionalliga- und 32 Bayernliga-Spiele absolviert. Bist Du mit Deiner Vita eigentlich so etwas wie der Exot in der Mannschaft?

Johannes: Ja natürlich spielt das auch eine Rolle. Die Mitspieler in der Mannschaft sehen einen schon etwas mit anderen Augen. Sie wissen aber auch, dass ich schon ein paar Regionalligaspiele auf dem Buckel habe, und schätzen diese Erfahrung. Es ist immer gut, wenn ein Verein auf die Jugend baut. Auf höchster Ebene, in der Bundesliga, sieht man ja, was aus jungen Talenten werden kann. In meinem Fall war es auch erst einmal Glück, dass ich in die Mannschaft reingekommen bin. Ein paar Spieler waren damals verletzt. Ich habe das erste Spiel gemacht und habe überzeugt. Von da ab war ich ein fester Bestandteil der Mannschaft.

Björn Schnitzer

Björn Schnitzer

Björn, an Dich als letztjährigen Aufstiegsheld und Filigrantechniker die Frage: In der Regionalliga schaut man Zauberern mehr auf die Füße. Hatte das Auswirkungen auf Deine Spielweise?

Björn: Also auf meine Spielweise nicht. Die Liga ist auf jeden Fall besser als letztes Jahr. Die Verteidiger sind besser, Tiki-Taka ist da nicht so angesagt, man muss sich einfach mehr reinbeißen. Insofern ist es natürlich schwerer.

Salvatore: Sieben Tore stehen in dieser Saison bereits auf Deinem Konto, damit bist Du auf dem besten Wege, an Deine starken Stürmerleistungen aus der Rückrunde der Saison 2013/14 anzuknüpfen. Wie ist Deine persönliche Bilanz bisher und siehst Du Deine heutige Rolle anders als die damalige?

Salvatore Bari

Salvatore Bari

Salvatore: Zu Beginn der Saison war ich ja leicht angeschlagen. Ich musste mich erst in die Mannschaft hineinfinden, bin langsam fit geworden und habe dann meine Tore geschossen. Meine Hoffnung ist, dass es für mich so weitergeht. Klar gibt es Unterschiede: In der Saison 2013/14 wurde ich zu einer Viktoria geholt, die akut abstiegsgefährdet war. Ich stand mehr unter Druck, denn von meiner Treffsicherheit hing zu einem nicht unerheblichen Teil der Klassenerhalt ab. In dieser Saison bin ich von Anfang an in eine homogenere Mannschaft eingebunden. Als ich 2014 zur Mannschaft stieß, war unsere Ausgangssituation eine schlechtere als die heutige. Wir haben aktuell noch 13 Spiele vor uns, wir sind dran und müssen in dieser Situation nur unsere Leistung abrufen, um den Klassenerhalt zu schaffen.

Frage (an alle): Wo siehst Du die Viktoria nach dem letzten Spieltag der Regionalliga-Saison 2015/16?

Stefan: Ich glaube, wir stehen über dem Strich. Wir haben eine gute Truppe und ein hoch qualifiziertes Trainerteam, das weiß, was es tut.

Simon: Knapp vor den Relegationsplätzen.

Johannes: Nicht auf einem Abstiegs- oder Relegationsplatz, eher im gesicherten Mittelfeld. Wir müssen jetzt noch etwas an Konzentration und Fitness arbeiten. Spielerisch haben wir es drauf, uns da unten mit einigen Siegen raus zu kämpfen.

Björn: Wir steigen auf jeden Fall nicht ab. Das packen wir. Wenn wir jetzt in der Vorbereitung richtig ackern, tippe ich sogar auf einen Platz im sicheren Mittelfeld.

Salvatore: Wir werden alles dafür geben, nicht abzusteigen. Die Vorbereitung werden wir dazu nutzen, topfit in die Rückrunde zu starten.

Wir bedanken uns bei den Spielern für Ihre Mitwirkung und wünschen ihnen viel Erfolg beim Umsetzen ihrer eigenen Prophezeiungen!

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