Hot! Ganz bitterer Nachmittag – 0:2 gegen den VfL

Der 33. Spieltag brachte dem SV Viktoria im Duell mit dem VfL Frohnlach eine herbe Ernüchterung.  Anstatt sich wie erhofft mit einem Heimsieg gegen den Abonnement-Tabellenletzten im Abstiegskampf endgültig freizuschwimmen, ging der SVA beim 0:2 urplötzlich unter. Zeugen des Ertrinkungsvorganges: 408 Zuschauer und (leider) kein Bademeister.

Frohnlach spielte von Beginn an unbeschwert auf, zeigte sich zweikampfstark und setzte den SVA früh unter Druck. Nach 30 Minuten stand es bereits 0:2 aus Sicht der Viktoria. Tayfun Özdemir (8.) und Dominik Schmitt (25.) hatten durchdacht vorgetragene Angriffe des überraschend spielstarken Tabellenletzten mit platzierten Flachschüssen erfolgreich abgeschlossen. Weitere Einschussmöglichkeiten, die sich aus dem druckvollen Offensivspiel der Gäste zwangsläufig ergaben, wurden entweder vergeben oder im letzten  Moment abgeblockt. Bei der ersten und einzigen Chance des SVA in Hälfte eins hatte der Minutenzeiger schon 40 Umdrehungen hinter sich, als Giulio Fiordellisi nach Flanke Fries einen Kopfball knapp neben das Frohnlacher Gehäuse setzte. Der 0:2-Pausenstand entsprach dem Geschehen auf dem Rasen.

In der zweiten Halbzeit versuchte die Aschaffenburger Mannschaft erkennbar, das Spiel zu machen und Druck auszuüben. Durch viele Fehlpässe und ungenaue Anspiele wurde es der sich nun weiter zurückziehenden Braungarth-Elf aber immer wieder leicht gemacht, das Spiel der Weiß-Blauen zu zerstören. Die Oberfranken erlaubten sich sogar den Luxus, einige vielversprechende Kontermöglichkeiten nicht auszuspielen, ohne dass ihnen diese Nachlässigkeit ergebnistechnisch zum Nachteil gereicht hätte. Wobei die Braungarth-Elf auch einige Male das Glück auf ihrer Seite hatte, denn wenn auch die Kräfte und damit zusammenhängend das spielerische Vermögen des SVA an diesem schwarzen Tag nicht ausreichten, den Gast massiv und kontinuierlich unter Druck zu setzen, so reichte es dennoch zu einigen meist aus Einzelaktionen resultierenden guten Chancen, die aber allesamt ungenutzt blieben. In der 60. Minute scheiterte Fiordellisi nach Doppelpass mit Sprung an Frohnlachs Keeper. Auf Flanke von Simon Schmidt verfehlte ein Sprung-Kopfball knapp das VfL-Gehäuse (68.), wieder Schmidt bediente in der 71. Minute maßgerecht Koukalias, der das Leder aus zentraler Position über das Tor schaufelte. Als sich alles schon mit der Niederlage abgefunden hatte, hatte Sprung in der 88. Minute noch eine dicke Chance, allerdings verfehlte sein Kopfball auf Flanke Fiordellisi um Haaresbreite das Ziel. Müßig darüber zu spekulieren, wie das Spiel verlaufen wäre, hätte eine dieser Gelegenheiten den Weg ins Netz gefunden. Desgleichen bleibt auch im Dunkeln, ob die an diesem Tag – wie Trainer Werner Dreßel anschließend richtig analysierte – sichtlich „platte“ Heimmannschaft dann noch die Kraft zu einer Aufholjagd gefunden hätte. Unterm Strich bleibt die Gewissheit einer bitteren, aber gleichwohl verdienten Heimniederlage, die den SVA wieder auf einen Relegationsplatz zurückfallen lässt. Mehr noch: Hatte man bisher immer auf das Unvermögen der direkten Konkurrenten bauen können, so wollen auch die neuerdings nicht mehr mitspielen und punkten, wie um den SVA dafür bestrafen zu wollen, einmal zu oft die Möglichkeit zu einem Big Point liegengelassen zu haben.

Wenn man auch durch ständige Wiederholungen nicht glaubwürdiger wird: Noch ist alles drin. Man hat sich allerdings sehr in Zugzwang gesetzt, muss im Nachholspiel gegen Auswärtsgigant SV Heimstetten (23. April, 18.30 Uhr) verlorenes Terrain wiedergutmachen, um nicht am darauffolgenden Samstag unter den Hufen des mit zuletzt zwei Siegen galoppierenden Bamberger Reiters ein unrühmliches Ende von eventuell schon vorentscheidender Bedeutung zu finden.

Auf den 12. Mann, die Fans, die am heutigen Tag trotz des wenig erbaulichen Spiels unverdrossen ihre weiß-blauen Jungs bis in die Endphase der Partie hinein lautstark unterstützt haben, wird auch gegen Heimstetten wieder Verlass sein. Allein schon dieser treuen Fans wegen sollte sich die Mannschaft der Zielvorgabe  Klassenerhalt weiterhin verpflichtet sehen.

 

Trainerstimmen:

Steffen Braungarth (VfL Frohnlach): Wir haben heute verdient gewonnen. Die zwei Tore resultierten nicht aus Standards, sondern waren sehr schön herausgespielt. In der zweiten Halbzeit hatten wir den böigen Wind gegen uns. Unvermeidbar, dass der Gegner bei 0:2-Rückstand den Druck forciert und zu seinen Chancen  kommt. Natürlich hätten wir da die eine oder andere Konterchance besser ausspielen können, aber das muss im Nachhinein nicht mehr ärgern.

Werner Dreßel (Viktoria Aschaffenburg): Glückwunsch an Frohnlach, das verdient gewonnen hat. Wir haben heute dem Kräfteverschleiß infolge der vielen englischen Wochen Tribut zollen müssen. Meine Spieler sind auch nur Menschen, aber wer einmal einem Training beigewohnt hat, der weiß, wie hart sie für den Klassenerhalt schuften.

Viktoria Aschaffenburg – VfL Frohnlach 0:2 (0:2)

Viktoria: Maximilian Hinterkopf − Markus Wosiek, Mario Sternheimer, Markus Brüdigam (82. Florian Haith), Steffen Bachmann (60. Adnan Murtic) − Matthias Fries, Dennis Löhr (32. Nico Koukalias), Daniel Cheron, Simon Schmidt − Giulio Fiordellisi, Peter Sprung

Frohnlach: Rainer Hausner − Christian Beetz, Andre Zapf, Bastian Renk, Thomas Karg (66. Paul Scheller) − Dominik Schmitt, Tayfun Özdemir (86. Zackery Mahon), Sebastian Hofmann, Christian Brandt (75. Jakob Engelmann) − Kristian Böhnlein, Marcel Burkard

Tore: 0:1 Tayfun Özdemir (8.), 0:2 Dominik Schmitt (25.)

Schiedsrichter: Steffen Grimmeißen ( Löpsingen ) − Fabian Härle, Paul Birkmeir

Zuschauer: 408

Gelbe Karten: Adnan Murtic (4.), Markus Brüdigam (4.) / Thomas Karg

2 Kommentare

  1. Enttäuschend die Vorstellung gegen das Schlusslicht VfL Frohnlach. Wieso man im Stadionheft schreibt, dass Frohnlach die „spielerischen Mittel“ fehlen und gleichzeitig die letzten Erfolge erwähnt ist mir schleierhaft. Die beiden Tore der Frohnlacher waren schön herausgespielt und verdient. Wenn es die Viktoria zuhause nicht schafft gegen den Tabellenletzten mit einer miserablen Torbilanz zu gewinnen (nach dem 4:1 in Frohnlach) dann hat sie die Klasse nicht verdient. Dann kann man auch nicht erwarten, dass mehr als die 400 Zuschauer kommen. Auch die anderen Regionalliga-Dörfer wie Illertissen, Heimstätten, Buchbach und Eltersdorf haben auch nur Amateure, die einer regelmäßigen Arbeit nachgehen und trotzdem in jedem Spiel ihre volle Leistung abrufen. Ich kann mir auch nicht vorstellen dass die Spieler dieser Dorfvereine (gegenüber 70.000 Aschaffenburgern) einen höheren Etat
    als die Viktoria haben. Aber mit solchen Leistungen wie gestern wird es auch schwer werden neue Sponsoren zu finden. Trotzdem werde ich das nächste Spiel wieder im Stadion ansehen mit der Hoffnung, dass es wieder mal klappt. Es ist eben wie beim Lottospielen, man hat keine Garantie auf einen Gewinn, zahlt aber regelmäßig seinen Eintritt !!

  2. Hallo Herr Lieb, danke für Ihr Feedback. Von den „spielerischen Mitteln“ war im Stadionheft nicht die Rede, sondern von der „spielerischen Substanz“, ein kleiner, aber gewichtiger Unterschied. Letztere bemisst sich u.a. an der Breite des konkurrenzfähigen Kaders, die für eine lange Aufholjagd erforderlich ist, und da ist der Traditionsverein Hof nun mal besser aufgestellt als das kleine Frohnlach. Dass der Sieg der Frohnlacher verdient war und die Tore schön herausgespielt, das steht außer Frage und wird sowohl im Artikel als auch in den Trainerstimmen erwähnt. Ansonsten: Spielen Sie weiter „Lotto“, eines Tages klappt`s!

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