Gegen Rosenheim gab’s bisher nur Dornen…

Unter Umständen vorerst letzter „Pflückversuch“ morgen, Mittwoch, um 18.30 Uhr im Stadion am Schönbusch

Noch fünf Spieltage, dann ist die Regionalliga-Bayern-Saison 2013/14 Geschichte. Ob das dann auch für die Zugehörigkeit der Komljenovic-Elf zur Viertklassigkeit gilt, ist noch nicht abschließend geklärt, verdichtet haben sich dafür die Anzeichen in jüngerer Zeit schon. Bei acht Punkten Rückstand auf die Relegationsplätze in dieser Saisonphase ist einem unter normalen Umständen – man verzeihe an dieser Stelle mal die Lakonie – „der Abstieg kaum noch zu nehmen“.

Viktoria Aschaffenburg empfängt den TSV 1860 Rosenheim

Viktoria Aschaffenburg empfängt den TSV 1860 Rosenheim

Auch die Tagespresse legte sich keine Zurückhaltung mehr auf und erklärte letztes Wochenende in seltener Eindeutigkeit die Viktoria als „so gut wie abgestiegen“. Eine Mannschaft mit intakter Moral sollte sich da eigentlich bei der Ehre gepackt fühlen und zeigen, dass die drei Wörtchen „so gut wie“ keine leeren Füllwörter sein müssen, sondern jede Menge Sprengkraft beinhalten können. Umso mehr, als sich auch die Vereinsverantwortlichen nach eigenem Bekunden noch an den letzten Strohhalm klammern und den Begriff „Bayernliga“ noch nicht in ihren Sprachschatz aufgenommen haben.

Natürlich verliert an Glaubwürdigkeit, wer Woche für Woche die „allerletzte Chance“ beschwört. Das Team müsste eigentlich wissen, was die Stunde geschlagen hat, und dass es, selbst wenn es den Schlag diesmal vernommen hat, sein sportliches Schicksal nicht mehr in den eigenen Händen hält.

… ganz anders als der Gast, der im Spätherbst letzten Jahres wegen großer finanzieller Probleme vor einer ungewissen sportlichen Zukunft stand. Mit der Überwindung der Krise hat man sich auch sportlich wieder konsolidieren können und arbeitete sich von einem noch am 26. Spieltag gehaltenen direkten Abstiegsplatz kontinuierlich auf Rang 13 vor. 32 Zähler hat das Team von Matthias Pongratz, der nach der Entlassung des glücklosen Dirk Teschke vor Weihnachten das Ruder bei den Oberbayern übernahm, auf dem Konto, exakt 10 mehr als der SVA. Das ist genau die Welt, die die Diva vom Untermain vom abgestiegenen Schlusslicht Rain am Lech trennt. Trotzdem, und das ist das Irrwitzige, können auch die Rosenheimer noch vom (Abstiegs-)Schnitter weggemäht werden. Sie liegen nur einen Wimpernschlag vor den Relegationsplätzen, gehalten vom punktgleichen SV Schalding-Heining und dem SV Heimstetten mit 31 Punkten. Dennoch spricht einiges dafür, dass es dem Traditionsclub aus dem Chiemgau gelingen wird, die Klasse auf direktem Wege zu halten. Er hat derzeit einen guten Lauf, hat zuletzt bei den Schanzern dreifach gepunktet (1:0) und am letzten Samstag im Heimspiel-Derby gegen das Spitzenteam des TSV Buchbach beim 1:1 nach einhelliger Meinung zwei Punkte liegengelassen. Sollte im bei Auswärtsteams äußerst beliebten Schönbusch-Stadion ein Dreier gelingen, so wäre dies als klassischer Befreiungsschlag zu werten, denn Schalding-Heining hat generell ein sehr schweres Restprogramm (vier Auswärtsspiele, davon drei bei Reserven) und der SV Heimstetten hat an diesem Mittwoch das zweifelhafte Vergnügen beim TSV Buchbach.

Die Statistik des direkten Vergleichs ist traditionell nicht der Freund des SVA, auch dieses Mal hätte  man sie besser verschwiegen. Rosig war’s nie, eher glichen die vier Aufeinandertreffen (einschließlich Toto-Pokal) einem einzigen Dornenpfad, auf dem sich die Pfirsichhaut unserer Diva blutige Schrammen holte. 0:1, 0:4, 1:3 in der Liga, 0:2 im Pokal – wer da noch von einem „Grünen Daumen“ spricht…

Dem Verzagten mag das als Desillusionierung dienen, dem Unverzagten als Ansporn, zwecks unzweideutiger Motivation sei noch mal ausdrücklich auf Absatz 2 verwiesen.

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