Gehen beim SVA die Uhren jetzt anders?

Zwei Gegner am Samstag, 2. November, 14 Uhr:  die SpVgg. Greuther Fürth und eine „früh einbrechende Dunkelheit in der Liga“

Eine halbe Ewigkeit scheint es her zu sein, seit Youngster Roberto Desch buchstäblich mit dem Schlusspfiff den Ball in die Maschen setzte und den kleinen Löwen den schon sicher geglaubten Sieg entriss. Seither liegt das vom Last-minute-Glücksgefühl atmosphärisch aufgeladene Schönbusch-Stadion in einem verzückten Dornröschenschlaf. Die wackeren weiß-blauen Streiter trieben sich derweil somnambul auf fremden Plätzen rum, einer erhöhten Unfallgefahr ausgesetzt. Beim Liga-Neuling Schalding-Heining konnte man angesichts des 2:2-Unentschiedens noch traumwandlerisch sicher die Balance halten, bei der zuvor nicht gerade als heimstark zu bezeichnenden Club-Reserve jedoch verunfallte man mit 1:3 und wachte mit ganz realen, schmerzhaften Blessuren auf.

21. Spieltag: Viktoria Aschaffenburg – SpVgg Greuther Fürth II

Ein Blick auf die Tabelle der Regionalliga Bayern offenbart die Ausgangssituation vor dem Heimspiel gegen die Fürther Reserve im Rahmen des 21. Spieltages am kommenden Samstag. Der erste Relegationsplatz 16, aktuell von der SpVgg. Bayern Hof gehalten, ist auf vier Punkte entfleucht, was das im Übrigen sehr interpretationswürdig formulierte Ziel, den Kontakt zu den Relegationsplätzen bis zur Winterpause „nicht abreißen“ zu lassen, mittlerweile ernsthaft in Frage stellt. Ist doch nach Maßgabe der Vernunft ein Kontakt so lange nicht abgerissen, wie man bei der günstigsten Konstellation aller relevanten Spielergebnisse zu einer vorplatzierten Mannschaft aufschließen oder diese sogar überholen kann. Selbst bei einem weiß-blauen Sieg gegen die Preis-Elf und einer gleichzeitigen Hofer Niederlage kann dieser Spieltag allein das nicht leisten.

Umso wichtiger ist es, mit Tunnelblick seine eigenen Hausaufgaben zu machen und dabei einen längeren Atem zu haben als die Konkurrenz, um aus fremden Patzern punktgenau Kapital schlagen zu können. Freilich sind wir weit davon entfernt, die bis zur Winterpause noch ausstehenden vier Herkulesaufgaben sämtlich gegen Teams auf der Sonnenseite der Liga kleinzureden. Schon am Samstag hat man mit den kleinen Kleeblättern eine Herausforderung vom Schwierigkeitsgrad einer nicht abgeschriebenen Doktorarbeit vor der Brust. Die Elf von Ludwig Preis hat uns bekanntlich in der Hinrunde vom Platz gefegt wie Sturmtief „Christian“ und reist mit zwei klotzigen Siegen im Handgepäck – 3:0 in Ingolstadt und zuletzt 5:2 gegen Buchbach – ins bayerische Nizza. Hätte sich die SpVgg. nicht hin und wieder kleine Schwächephasen gegönnt,  so wäre noch weitaus mehr drin gewesen als der ohnehin schon respektable 6. Rang. Dennoch ist Coach Ludwig Preis mehr als zufrieden mit dem Rundenverlauf angesichts einer verkorksten Vorsaison, als man in der Abschlusstabelle auf Platz 12 gerade einmal einen Sieben-Punkte-Puffer auf die akute Abstiegszone aufwies. Ziel des Teams von Slobodan Komljenovic muss es zuvorderst sein, die Produktion der drittstärksten Torfabrik der Liga lahm zu legen. Mit Stefan Lex (10 Treffer) und Nachwuchsstar Daniel Steininger (9) haben die Gäste zwei ausgewiesene Torjäger in ihren Reihen. Auch vorne muss das eine oder andere Runde ins Eckige, denn selbst auf die Gefahr hin, der Wiederholung geziehen zu werden: Die Tabellensituation nötigt uns die Zielvorgabe „drei Punkte“ geradezu auf.

Wie in der Vergangenheit gesehen, haben wir am Schönbusch gegen Profi-Reserven gute Spiele gemacht, doch ohne passendes Ergebnis sind diese allesamt Muster ohne Wert. Trainer und Mannschaft zeigen diesbezüglich lobenswerten Realitätssinn, eher stößt man im Umfeld auf Erklärungsversuche und Reaktionen wie „Gegner mit Profispielern gespickt (Nürnberg)“ bis zu „Macht nichts“, die dazu geeignet sind, die Kampfbereitschaft des das Feedback sehr wohl wahrnehmenden Teams zu unterminieren, indem die Erwartungshaltung drastisch reduziert wird. Die Kardinalfrage ist doch: Spielen wir ernsthaft mit oder ist das alles nur ein Schaulaufen? Zwei wahllos herausgegriffene Beispiele mögen erhellen, warum derlei Reaktionen – bei unbestrittenem Wahrheitsgehalt des Themas „Profispieler“ – zu kurz greifen oder gar grundfalsch sind: 4. September 2013: 1. FC Nürnberg II – SV Heimstetten 1:1, 28. September 2013: SV Schalding-Heining – SpVgg. Greuther Fürth II 2:1.

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