Hot! Das Unwort der Saison heißt „Effeltrich“

Beim 0:3 im Spitzenspiel gegen Forchheim „glänzte“ der SVA in der Rolle des Chancentods und der BFV durch ein sehr eigenwilliges „Einfühlungsvermögen“ bei der Schiedsrichteransetzung

„Nein, nein, der Schiedsrichter kann eure Chancen nicht verwerten“, so Forchheims Coach Michael Hutzler unwirsch auf Anwürfe der SVA-Fans in der Pressekonferenz des Spiels, das die Viktoria soeben mit 0:3 gegen den Gast aus Oberfranken verloren hatte. Entzündet hatte sich die lautstarke Kritik daran, dass Referee Steffen Brütting aus der im Landkreis Forchheim gelegenen Gemeinde Effeltrich das Spitzenspiel leitete. Nun muss das nicht unbedingt für eine Parteinahme sprechen – den unmittelbaren Nachbarn kann man oft am wenigsten leiden –, allerdings war der aus Sicht des SVA denkbar unglückliche Spielverlauf nicht dazu angetan, den gehegten „Anfangsverdacht“ zu entkräften.

Slobodan Komljenovic musste in dieser Partie in der Defensive improvisieren, da er mit Zamir Daudi und Abassin Alikhil auf zwei gestandene Verteidiger verzichten musste. Deren Aufgabenbereich übernahmen Kapitän Simon Schmidt und Marius Diwersi. Aber auch die SpVgg. hatte in diesem Spitzenspiel ihren besten Torschützen Thomas Roas nicht dabei.

„Total überlegen“

Strafstoß, ja oder nein? Diese Szene erhitzte die Gemüter. (© Moritz Hahn)

Strafstoß, ja oder nein? Diese Szene erhitzte die Gemüter. (© Moritz Hahn)

Im Urteil über die ersten 20 Minuten der vor der Kulisse von 733 Zuschauern ausgetragenen Partie bestand allgemeines Einvernehmen. „Aschaffenburg war uns total überlegen“, befand der auch nach dem Spiel noch sichtlich beeindruckte Jahn-Coach Michael Hutzler. In dieser Phase wurden die Gäste durch druckvolles und variables Offensivspiel seitens des SVA in der eigenen Hälfte eingeschnürt. Die Überlegenheit der Gastgeber drückte sich nicht nur in 5:0 Ecken aus, sondern auch darin, dass Schnitzer (11.) und zweimal Pieper (15./20.) schon für die verdiente Führung hätten sorgen können. In der 27. Minute erregte Referee Brütting erstmals die Gemüter, als er nach einem seitlichen Check von Özdemir gegen den Ball führenden Björn Schnitzer der Viktoria den Elfmeter verweigerte. „Den kann man durchaus geben“, machte der Angegangene später seinem Herzen Luft. Während die Weiß-Blauen noch mit dieser Entscheidung haderten, fiel im Gegenzug nach einem katastrophalen Abwehrfehler aus blauem Himmel das 0:1 durch Bajrami. Der Treffer stellte nicht nur den Spielverlauf auf den Kopf, sondern diente dem Gast auch als Initialzündung, um besser ins Spiel zu finden. Ein Tor von Florian Pieper wurde zu Recht nicht anerkannt, da er nach einem zuvor parierten Toch-Schuss im Abseits stand.

Schiedsrichter auf Konfrontationskurs

Auch in der zweiten Halbzeit wurden die Zuschauer zunächst mit Bayernliga-Fußball der gehobenen Kategorie verwöhnt, da jetzt auch die Oberfranken in der Offensive einige Akzente zu setzen wussten. Die dickste Chance, dem Spiel aus Viktoria-Sicht noch eine positive Wendung zu geben, hatte erneut Florian Pieper, als er nach schöner Einzelleistung in der 61. Minute im Fallen nur das Gebälk des Forchheimer Tores traf. Zusehends schwand nun die Konzentration der Hausherren, was Slobodan Komljenovic als ein „mentales Problem“ seines noch jungen, teilweise unreif agierenden Teams ausmachte. Längst nämlich hatten die Spieler in Allianz mit dem aufgebrachten Publikum sich auf Schiri Brütting als den Hauptschuldigen eingeschossen. Der ließ sich freilich nicht beirren und ging mit seinen Entscheidungen weiterhin auf Konfrontationskurs. Nachdem der durchgebrochene Oliver Seybold vom in dieser Szene zu spät kommenden Stefan Steigerwald von den Beinen geholt wurde, scheute er sich nicht davor, auf den Punkt zu zeigen. Schäferlein verwandelte den Penalty zum 0:2 und sorgte damit für eine Art Vorentscheidung. Man schrieb die 73. Minute, als der kurz zuvor eingewechselte Becker wegen groben Foulspiels an Florian Pieper völlig zu Recht des Feldes verwiesen wurde. Doch auch gegen einen dezimierten Gegner und mit immerhin noch  noch knapp 20 Minuten verbleibender Spielzeit gelang dem SVA an diesem Tag kein Torerfolg, sondern man kassierte im Gegenteil noch das 0:3 durch Selmani zwei Minuten vor dem Abpfiff.

„Allein unsere Schuld“

Fazit: Zweifellos hat der BFV mit der Schiedsrichter-Ansetzung kein glückliches Händchen bewiesen.  Leidtragender der Fehlbesetzung war Referee Steffen Brütting selbst, der sich zunehmend dem Verdacht der Parteilichkeit ausgesetzt sah. In einigen Schlüsselszenen gerieten allerdings Entscheidungen ins Zwielicht, an denen nach „eingehender Bayernliga-pur-Analyse“ nichts zu beanstanden war. Dies war insbesondere SVA-Coach Slobodan Komljenovic nicht entgangen: „Nicht der Schiedsrichter hat das Spiel verloren, das waren wir ganz allein. Das ist unsere Schuld.“ Auf dieser Erkenntnis lässt sich aufbauen…

 

Viktoria Aschaffenburg – SpVgg. Jahn Forchheim 0:3 (0:1)

Aschaffenburg: Stefan Steigerwald – Jonas Fritsch, Simon Schmidt, Marius Diwersi (78. Roberto Desch), Dennis Löhr (68. Mike Kirchner) – Johannes Gerhart, Daniel Cheron, Daniele Toch, Björn Schnitzer, Giulio Fiordellisi (62. Yannick Franz) – Florian Pieper

Forchheim: Rüdiger Beck – Georg Neudecker, Tobias Eisgrub, Steffen Konrad (72. Sven Becker), Hayri Özdemir – Oliver Seybold (81. Dominik Zametzer), Sebastian Schäferlein, Florian Clausnitzer, Maximilian Göbhardt – Ferdinand List (50. Adem Selmani), Mergim Bajrami

Tore: 0:1 Mergim Bajrami (28.), 0:2 Sebastian Schäferlein (70.), 0:3 Adem Selmani (89.)

Gelbe Karten: Dennis Löhr / Hayri Özdemir

Besondere Vorkommnisse: Sven Becker (74. Rote Karte)

Schiedsrichter: Steffen Brütting (Effeltrich) – Hannes Hemrich, Benjamin Wager

Zuschauer: 733

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