Hot! Grenzenlos-Vorstand Kimmich: „Der Brand hat das Herzstück unseres Vereins getroffen“

Mit der Philosophie „Jeder gibt / tut was er kann“ hat sich der Verein „Grenzenlos“ einst gegründet um den Bedürftigen unserer Stadt zu helfen. Ganz egal, ob in Worten, Taten, mit Geld- oder Sachspenden! Wichtig ist dabei allen Helfern, dass die Würde der Menschen, denen geholfen wird sowie die Achtung und Wertschätzung ihnen gegenüber im Mittelpunkt stehen. Jeder kann „Grenzenlos“ auf seine Weise helfen, so gut er kann. Nur so ist eine Identifikation mit der guten Sache möglich und „Grenzenlos“ kann sicherstellen, dass jeder Euro dort ankommt, wo er gebraucht wird und nicht im Verwaltungsapparat versickert. 90 Prozent seiner Kosten deckt „Grenzenlos“ durch Spenden. Das Team um Vorstand Harry Kimmich weiß: „Die Welt können wir nicht verändern –  aber unsere Stadt“. In der Nacht auf den 11. September schockte ein großes Feuer die ganze Stadt. Das Sozialzentrum fiel den Flammen zum Opfer. Im „Heimspiel“ stellt Vorstand Harry Kimmich den Verein „Grenzenlos“ vor und erklärt, wie man den Hilfsbedürftigen so schnell wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubern konnte.

Herr Kimmich, stellen Sie doch zuallererst mal den Verein Grenzenlos kurz vor. Seit wann gibt es ihn und welche Projekte forciert der Verein?

Der Verein besteht seit 1998 und betreibt ein Café in der Frohsinnstraße, ein Kindernest in der Herstallstraße, ein Sozialkaufhaus und eine Sozialberatung in der Kolpingstraße. Täglich hilft der Verein ca. 600 Bürgern unserer Stadt, die von Armut betroffen sind.

Wie sehr hat der Brand Grenzenlos getroffen und was ist alles betroffen gewesen?

Der Brand hat das Herzstück unseres Vereins, das erst vor vier Jahren nach langer Renovierung eröffnete Sozialkaufhaus, getroffen. Neben einem Teil des Gebäudes wurden das gesamte Inventar und zwei unserer Kühlfahrzeuge vernichtet.

Nach dem Feuer konnte das Kaufhaus ja recht schnell wieder eröffnet werden. Wie war das möglich?

Nach dem Brand haben wir unsere ganze Energie in die Suche nach neuen Räumlichkeiten gesteckt, um so schnell wie möglich die Lebensmittelversorgung bedürftiger Mitbürger wieder aufnehmen zu können. Als Glücksfall erwies sich, dass uns das Main-Echo seine ehemaligen Räume nahe der Elisenstraße angeboten hat. Bereits eine Woche nach dem Brand konnten wir in den neuen Räumen unser neues Übergangskaufhaus eröffnen.

Was bietet Grenzenlos in seinem Kaufhaus den Bedürftigen an?

Mit unseren sechs Kühlfahrzeugen fahren wir täglich 120 Lebensmittelmärkte an und sammeln ca. vier Tonnen Ware ein, die ansonsten weggeworfen würden. Nach der Aussortierung bleiben rund drei Tonnen übrig, die 2011 an über 98.000 Kunden weitergegeben wurden.

Wie ist das mit dem Einkaufen im Sozialkaufhaus geregelt? Wer darf da einkaufen und in welchen Mengen?

Um „Trittbrettfahrern“ keine Chance zu geben, muss jeder, der im Kaufhaus einkaufen will, seine Bedürftigkeit dokumentieren (Hartz IV-Bescheid, Rentenbescheid). 2012 wurden bisher über 2.100 Grenzenlos-Pässe ausgegeben. Ein Einkaufskorb mit fünf Artikeln nach Wahl, dazu Gemüse und Brot nach Bedarf kostet den symbolischen Preis von 30 Cent.

 

Ohne Spende – kein Grenzenlos e.V. Aschaffenburg

Spendenkonto:
Grenzenlos e.V.
Konto-Nr. 50300
BLZ 79590000
bei der Volksbank Aschaffenburg

Mehr Infos: www.grenzenlos-ab.de

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