Hot! Großes Spektakel auf und neben dem Platz

Viktoria will im Match gegen die kleinen Bayern (Samstag, 14 Uhr) auch durch sportliche Attribute glänzen

Seit Wochen ist es das bestimmende Gesprächsthema, das Gastspiel des roten Riesen von der Isar in Aschaffenburg. Es ging allerdings dabei mehr um das organisatorische Drumherum,  denn über den Sieger des ungleichen Duells scheint es von Vornherein keine zwei Meinungen zu geben. „Sich so teuer wie möglich verkaufen“, ist denn auch das vergleichsweise Vorwitzigste, was das weiß-blaue Meinungsspektrum herzugeben vermag. Kein Wunder angesichts der fußballerischen Welten, die in den bisherigen drei Aufeinandertreffen zwischen den beiden Kontrahenten lagen und auch ihren zahlenmäßigen Ausdruck fanden.

Die Bayern Amateure zu Gast beim SV Viktoria (Samstag, 14 Uhr)

Die Bayern Amateure zu Gast beim SV Viktoria (Samstag, 14 Uhr)

Angesichts einer voraussichtlich stattlichen Zuschauerkulisse während des Bayern-Zirkus im Stadion am Schönbusch sollten die Lokalmatadoren auf einen waghalsigen Salto mortale mit dem gewohnt letalen Finale verzichten, sondern – soweit möglich – von Beginn an mit Netz und doppeltem Boden agieren. Dass mit einer ausgeklügelten Defensivtaktik einem spielstarken Team wie der ten-Hag-Truppe noch am ehesten beizukommen ist, das hat der TSV Buchbach erst in der Vorwoche bewiesen, als er beim 0:0 einen Punkt aus dem Grünwalder Stadion entführen konnte. Letztlich beruhte auch der 2:0-Triumph der Viktoria im Schweinfurter Willy-Sachs-Stadion auf jenem minimalistischen Prinzip, das Kapitän Simon Schmidt unlängst in die griffige Formel „Hinten dichtmachen und vorne einen reinstolpern“ gepackt hat. Ein Konzept, das sich für den SVA neuerdings als praktikabel erweist, da er in Salvatore Bari jetzt über einen Stürmer verfügt, dessen Torausbeute effizienter nicht sein könnte.

Die anfänglich klare Dominanz der kleinen Bayern in der Saison 2013/14 der Regionalliga Bayern hat sich aufgrund einer Schwächephase merklich abgeschwächt, was den hartnäckigsten Verfolger FV Illertissen bis auf einen Zähler heranrücken ließ. Da der FVI auch dieses Jahr auf den etwaigen Aufstieg verzichtet, ist das erklärte Saisonziel aktuell nicht gefährdet, sich in jedem Falle die Teilnahme an der Relegation zur 3. Liga zu sichern. Für die Amateure des letztjährigen Triple-Siegers Bayern München wäre die Aussicht wenig attraktiv, eine weitere Saison in der Viertklassigkeit zu fristen. Zu den bis jetzt erlittenen sechs Niederlagen sollten idealerweise nicht mehr allzu viele hinzukommen, denn hinter dem bayerischen Amateurmeister lauert in einigem Abstand ein Trio drittligahungriger Profireserven, die nur auf Ausrutscher der ten-Hag-Truppe warten, um noch einmal ins Aufstiegsgeschehen eingreifen zu können.

Der Komljenovic-Elf, mit nur einem Heimsieg gegen das Schlusslicht Rain ausgewiesenermaßen eines der heimschwächsten Teams der Liga, wird die anspruchsvolle Aufgabe zuteil, den Eventcharakter , der für dieses „Spiel des Jahres“ schon durch das umfangreiche Rahmenprogramm (Torwandschießen, Schussgeschwindigkeitsmessung, Capoeira-Tanzeinlage) festgelegt wird, auch auf dem Spielfeld abzubilden und somit – anders als etwa im Vorjahr – für ein stimmiges Gesamtbild zu sorgen. Bei allem Hype um den illustren Gegner sollte freilich nicht vergessen werden, dass auch in diesem Match drei Punkte gegen den Abstieg zu vergeben sind, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Dieser Gedanke  mag auf der einen Seite den Druck etwas von den Komljenovic-Jungs nehmen, auf der anderen Seite auch zu deren Fokussierung beitragen.

Wieder einmal bietet sich der Heimmannschaft die Gelegenheit, vor einer großen Kulisse Werbung in eigener Sache zu machen. In der Vergangenheit hat man die vom Zuschauer gereichte Hand mit enttäuschenden sportlichen Darbietungen regelmäßig ausgeschlagen. Auch eine sich aufs Vergraulen verstehende Diva sollte sie dieses Mal ergreifen…

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