Hot! Der erste Heimsieg gegen den FC Amberg steht noch aus…

Die Oberpfälzer begleiten die Viktoria in dieser Saison mit dem Fahrstuhl weder hoch noch runter, sie können lediglich die Aufzugtüren blockieren

Nicht in falscher Sicherheit wiegen lassen will man sich beim SVA davon, dass man nach wie vor den ersten Tabellenplatz einnimmt. Nach der 0:2-Auswärtsniederlage beim VfB Eichstätt plädierte Jochen Seitz unter dem Hinweis, dass der VfB nun die besten Karten habe, dafür, etwaige Titelträume hintan zu stellen und den Fokus auf den von nicht weniger als vier Teams hart umkämpften zweiten Tabellenplatz zu richten. Dieser kann bekanntlich auch – die erfolgreiche Teilnahme an der Relegationsrunde vorausgesetzt – den Weg in die Regionalliga Bayern ebnen. Im Heimspiel gegen den tabellarisch jenseits von Gut und Böse befindlichen Ex-Regionalligisten FC Amberg (Freitag, 18.15 Uhr, Stadion an Schönbusch) wäre ein Sieg Gold wert, denn an diesem Wochenende machen sich der ASV Neumarkt und der TSV Großbardorf im direkten Aufeinandertreffen gegenseitig die Punkte streitig, mithin zwei der größten Rivalen der Viktoria im Kampf um den Aufstieg.

Viktoria gegen Amberg seit Jahren ein hart umkämpftes Duell (© Moritz Hahn)

Die Oberpfälzer eint mit der Viktoria das noch frische Erlebnis eines Aufstiegs und direkten Wiederabstiegs. In der Saison 2014/15, als sich die sportlichen Wege der beiden Teams erstmals in der Bayernliga kreuzten, war die Viktoria soeben aus der Regionalliga Bayern abgestiegen, der FCA mit seinem damaligen Coach Timo Rost spielte seine dritte Saison in der Bayernliga Nord. Die Amberger hatten stark aufgerüstet und galten schon zu Beginn der Spielzeit als einer der Topfavoriten auf den Titel. „Oben mitspielen“ wollten sie und haben dieses Versprechen mit der Vizemeisterschaft auch eingelöst. In der Relegationsrunde setzten sie sich gegen den SV Heimstetten durch und stiegen mit der Viktoria, die souverän Bayernliga-Meister wurde, in die Regionalliga Bayern auf. Dort legte die Rost-Elf zunächst einen Bilderbuchstart hin – in den ersten acht Spielen verlor sie nur einmal –, brach dann aber ein und brachte es in der gesamten Rückrunde nur noch auf katastrophale sieben Punkte. Die Runde wurde auf dem 17. Tabellenplatz beendet, was den Direktabstieg aus Bayerns Elite-Amateurklasse bedeutete. Der SVA auf Platz 15 musste sich für das letztlich gleiche Schicksal bekanntermaßen noch durch die Relegation quälen.

Amberg ohne Erfolgsdruck im Prestigeduell

An der Vils hatte der letztjährige Regionalliga-Abstieg gravierende Folgen. Vereinspräsident und Mäzen Hubert Schweiger zog sich aus dem sportlichen Bereich zurück und Trainer Timo Rost verkündete seinen vorzeitigen Abschied, den er mit der hohen Belastung durch seine Ausbildung beim DFB zum Fußball-Lehrer erklärte. Unter seinem Nachfolger Günter Brandl legten die Oberpfälzer in dieser Saison wieder einen ansehnlichen Start hin. Mit 15:6 Punkten nach acht Spieltagen hatten sie auf Tabellenplatz vier letztmals Kontakt zur Tabellenspitze, bis zur Winterpause folgte ein Absturz auf Tabellenplatz 14 mit nur noch zwei Punkten Vorsprung auf die direkte Abstiegszone. Im Zuge eines neuen sportlichen Konzepts kam es in der Winterpause erneut zu einem Trainerwechsel: Seit der Winterpause trainiert mit Lutz Ernemann der frühere U15-Trainer des Vereins die unvermutet in Abstiegsnöte geratenen Gelb-Schwarzen. Mit durchschlagendem Erfolg, denn nach neun Spielen mit lediglich einer Niederlage (im Heimspiel gegen Würzburg am Ostermontag) haben die Oberpfälzer nunmehr auf Tabellenplatz acht und dem Erreichen der obligatorischen 40-Punkte-Grenze mit dem Abstieg nichts mehr am Hut. Nach oben freilich geht auch nicht mehr viel, woraus sich aber nicht zwangsläufig schließen lässt, dass den Oberpfälzern der Ausgang dieses Prestigeduells egal ist. Dieses stand bisher meistens im Zeichen verbissenen Kampfes. Im Hinspiel unterlagen die Gelb-Schwarzen im heimischen Stadion am Schanzl der Viktoria mit 2:3. In der Regionalliga-Saison 2015/16 trennte man sich zweimal 1:1 unentschieden, während in der Meistersaison 2014/15 der FC Amberg das einzige Team war, das den direkten Vergleich mit der Viktoria für sich entscheiden konnte (1:1/3:0).

Jochen Seitz: den direkten Torabschluss suchen

Sein Team nach der Niederlage in Eichstätt bis zum Freitag wieder mental aufzurichten, stellt für Jochen Seitz aus einem ganz bestimmten Grund kein großes Problem dar: „Es war ja nicht so, dass wir gegen Eichstätt eine schlechte Leistung gebracht hätten. Wir haben alles probiert, um dort etwas mitzunehmen. Dass uns das nicht gelang, daran hatten Schiedsrichter-Entscheidungen auch ihren Anteil. Woran wir natürlich arbeiten müssen, sind die Torabschlüsse. 20, 22 Meter vor dem Tor agieren wir viel zu hektisch. Wir müssen noch viel direkter den Torabschluss suchen.“ In den noch ausstehenden drei Heimspielen sollten, wenn es denn zu einem Happy End im Aufstiegsrennen kommen soll, nach Möglichkeit keine Punkte mehr liegengelassen werden. Schon gegen den FC Amberg steht der Schönbusch-Elf ein Kraftakt bevor, wie auch Jochen Seitz prophezeit: „Das wird ein ganz schweres Heimspiel für uns. Amberg hat am Ostermontag nach einer Serie von neun Spielen ohne Niederlage erstmals wieder verloren. Vor zwei Wochen hat der FCA in Eichstätt 1:1 gespielt, da weiß man schon, was auf uns zukommt. Im Hinspiel beim 3:2 haben wir ja auch erst in allerletzter Minute gewonnen. Wir haben jetzt zwei englische Wochen hinter uns, da müssen wir auch sehen, dass es von der Kraft her reicht. Aber ich bin sicher, dass wir die Spieler bis Freitagabend hinbekommen.“ An mangelnder Physis und Kondition soll es am Freitag also nicht scheitern, zumal Jochen Seitz hofft, dass die aus dem Spiel in Eichstätt angeschlagenen Peter Neuberger und Simon Schmidt bis dahin wieder fit sind.

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