Hitziges Derby oder müder Feierabend-Kick?

Wie auch immer die Partie gegen die Würzburger Kickers ausgehen wird: die Auswirkungen sind überschaubar

Prestige – zumindest diesen Begriff kann man bemühen, wenn am Freitag, 9. Mai, um 18.30 Uhr im Stadion am Schönbusch das sportlich kaum noch zu rettende Team von Slobodan Komljenovic auf die Vertretung der Würzburger Kickers trifft, die, unantastbar auf Rang elf befindlich, die Regionalligasaison 2013/14 weitestgehend sportlich schon abgehakt haben dürfte.

36. Spieltag: SVA vs. Würzburger Kickers

36. Spieltag: SVA vs. Würzburger Kickers

Umso mehr als die Kickers in Gedanken schon bei dem am Mittwoch nächster Woche stattfindenden „Spiel des Jahres“ (O-Ton Coach Dieter Wirsching) sein dürften, wenn die Rothosen in der Sportanlage Reuthinger Weg in Passau-Heining gegen den dort beheimateten Ligakonkurrenten SV Schalding-Heining im Finale des BFV-Toto-Pokals um den Einzug in die erste Runde des DFB-Pokals kämpfen.

Ungeachtet des vergleichsweise bescheidenen Abschneidens in dieser Regionalliga-Saison geht das Bestreben der Residenzstädter eindeutig dahin, die Viertklassigkeit in Bälde zu verlassen, allerdings in diametral entgegengesetzter Richtung als unsere sich sportlich auf dem absteigenden Ast befindende Diva. Eigens zu diesem Zweck haben die Kickers Anfang des Jahres das ehrgeizige Projekt „3×3 – Jetzt oder nie – Würzburger Kickers – in 3 Jahren in die dritte Liga“ ins Leben gerufen und seitdem ausgiebig beworben. Die finanziellen Mittel zum angestrebten Einstieg ins Profigeschäft sind nunmehr durch Unterstützung der heimischen Wirtschaft und von Privat bereitgestellt, ab der neuen Saison kann unter dem neuen Coach Bernd Hollerbach – Kickers-Eigengewächs und Ex-Bundesliga-Profi – durchgestartet werden.

Durchstarten – man erinnert sich dunkel – wollte die Viktoria freilich auch mal und opferte diesem Vorhaben sogar eine 110-jährige Tradition, nur um sich zwei Spielzeiten mehr schlecht als recht durchs Regionalliga-Geschehen zu hangeln. Die einst von den damals Verantwortlichen und den Mitgliedern als zu armselig empfundene Behausung der Fünftklassigkeit muss – wenn nicht noch ein „Wunder“ geschieht – nun auf einmal wieder gut genug sein.

Zurück zum kleinen zwanglosen Freitagsempfang, wo man sich den Dresscode eigentlich sparen kann. Tut der SVA auch und geht mit dem schlabbrigen Pulli von zwei Punkten aus den letzten sechs Spielen ins Match. Die Kickers wahren zumindest den Schein einer Abendgarderobe und webten sich zuletzt aus den beiden Heimsiegen gegen Greuther Fürth (4:2) und TSV Buchbach (1:0) noch kurzfristig einen Sakko. Vielleicht rührt diese Respektbekundung daher, dass ihnen die 0:2-Hinspielniederlage am Dallenberg gegen die Komljenovic-Truppe noch in bester Erinnerung ist.

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