Das ist der Gipfel…: Höhenrausch am Schönbusch

Am Samstag um 15 Uhr muss sich die Viktoria gegen den „Übervater Jahn“ Forchheim gewaltig strecken

Erst englische Wochen am Stück, zuletzt infolge des Spielausfalls in Neudrossenfeld eine 14-tägige Regenerationsphase, bevor am heutigen Samstag (20.09.) am Schönbusch im Spitzenspiel gegen Tabellenführer Jahn Forchheim die nahezu makellose Heimbilanz auf eine echte Bewährungsprobe gestellt wird: Der Spielplan der Viktoria ist derzeit von Rhythmuswechseln geprägt, die einen hohen Grad an Anpassungsfähigkeit verlangen.

Verschlechtert hat sich die Ausgangssituation der Weiß-Blauen durch die Zwangspause keineswegs, im Gegenteil: Die Oberfranken ließen sich in der vergangenen Woche beim 2:2-Unentschieden in Erlangen-Bruck den schon sicher geglaubten Sieg in der Nachspielzeit entreißen und dürfen sich im zweiten Auswärtsspiel binnen einer Woche eigentlich keinen Lapsus mehr erlauben, sonst riskieren sie die Ablösung an der Tabellenspitze durch die Komljenovic-Schützlinge oder alternativ durch den derzeitigen Top-Verfolger Weiden.

SpVgg. auswärts ungeschlagen

Freilich ist die Auswärtsbilanz des Teams von Michael Hutzler, wie es sich für einen Klassenprimus geziemt, nicht von Pappe: 12:3 Punkte hat der Jahn in dieser Saison schon auf fremdem Terrain eingesammelt und ist dabei ungeschlagen geblieben. Dass es zuletzt bei den heimstarken Erlenbachern (2:2) und eben in Erlangen-Bruck jeweils nur zu einem Remis reichte, sollte man nicht als „leichte Formkrise“ fehlinterpretieren. Die vor allem mit einem torgefährlichen Mittelfeld brillierenden Oberfranken sind sehr schwer auszurechnen, die beiden Topscorer Thomas Roas (7 Tore) (Anm. d. Red. Roas fällt aus) und Oliver Seyboldt (6), beide mit Regionalliga-Erfahrung, erzielten nur 13 der insgesamt 32 Treffer (die meisten der Liga) der Forchheimer. Die Torjägerqualitäten sind beim Jahn also sehr breit gefächert und nicht in wenigen Protagonisten zentralisiert.

Schon in der Vorsaison spielte die Hutzler-Truppe eine sehr gute Rolle in der Bayernliga und belegte in der Endabrechnung hinter Aufsteiger Bayreuth und dem TSV Aubstadt einen sehr guten 3. Platz. Und das, obwohl ein Aufstiegsverzicht schon lange vorher ausgemachte Sache war. Auch in dieser Saison kann das Stimulantium Regionalliga-Aufstieg nicht in Anspruch genommen werden, denn das heimische Jahnstadion präsentiert sich weiterhin nicht regionalligatauglich. Was die Blau-Weiß-Schwarzen freilich nicht daran hindern kann, auf den Spuren eines Aufsteigers zu wandeln und sich wie ein solcher zu präsentieren. Eine Klasse höher ist mit dem FV Illertissen ein Pendant zu besichtigen, dass sich auch nicht dem Ziel Aufstieg verschrieben hat und dennoch Runde für Runde sportliche Höchstleistungen auf den Rasen bringt.

Angriff als beste Verteidigung

Allem Ballyhoo um den Liga-Gipfel zum Trotz sind auch am Samstag wie an jedem anderen Spieltag lediglich drei Punkte zu vergeben. Deshalb warnt Viktoria-Coach Slobodan Komljenovic auch davor, bestimmte Partien zu sehr in den Fokus zu rücken, was nicht nur die Gefahr einer Verkrampfung während des Spiels, sondern auch die eines Spannungsabfalls in der Nachphase mit sich bringt. Oberstes Gebot, will man eine erfolgreiche Runde spielen, ist immer noch Kontinuität. Keinen Zweifel daran lässt der Trainer allerdings daran, wer am Samstagnachmittag am Schönbusch den Takt angibt: „Wir sind zu Hause und wollen mit den Zuschauern im Rücken offensiv agieren.“ Da mit Zamir Daudi (Knöcheloperation) und Abassin Alikhil (zum afghanischen U23-Nationalteam abberufen) zwei etatmäßige Defensivspezialistendefinitiv fehlen werden, ist es sicherlich nicht das schlechteste Rezept, schon weiter vorne zu „verteidigen“.

Schreibe einen Kommentar

*

Die E-Mail wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert *