Hot! 1:4 in Illertissen: Viktoria fällt nicht aus der Rolle

Auch mit einer kompromisslosen Defensivtaktik ließ sich die letzten Endes deutliche Niederlage nicht abwenden

Skepsis war freilich schon im Vorfeld angebracht, ob es der Viktoria gelingen würde, aus dem Vöhlin-Stadion in Illertissen etwas Zählbares mitzunehmen. Zu beständig hatte das Team von Holger Bachthaler in den Monaten zuvor die Liga dominiert und eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass ein amateurhaftes Umfeld auch in der 4. Liga nicht gleichbedeutend mit sportlichem Existenzkampf sein muss. Die Viktoria, die sich unzweifelhaft in einem solchen befindet, hatte sich durch die jüngsten Niederlagen mal wieder unter Zugzwang gesetzt, was die Hausherren erwartungsgemäß kaltließ, wie am 1:4-Endstand deutlich abzulesen war.

Wohl noch unter dem Eindruck des frühen Knockouts in Bamberg hatte Coach Slobodan Komljenovic seinem Team gegen den haushohen Favoriten die gegen die Bayern erfolgreiche rigide Defensivvariante verordnet. Doch ehe noch der Riegel zuschnappen konnte, zappelte das Leder nach einer Art „Blitzeinbruch“ des FVI bereits in der 6. Minute im Netz des von Maximilian Hinterkopf, der den rotgesperrten Stefan Steigerwald vertrat, gehüteten Aschaffenburger Tores. Die Abseitsfalle der Weiß-Blauen hatte nicht funktioniert mit der Folge, dass Ardian Morina frei vor Maximilian Hinterkopf auftauchte und vollstreckte. Das frühe Führungstor durchkreuzte die ausgegebene Taktik, „so lange wie möglich auf Null zu spielen“, was den SVA aber nicht davon abhielt, weiterhin vorrangig auf Toresicherung bedacht zu sein. Bis zur 60. Minute konnte man den erwartungsgemäß feldüberlegen agierenden Bachthaler-Schützlingen damit auch den Zahn ziehen, freilich unter nahezu gänzlichem Verzicht auf eigene Offensivbemühungen. Dann bahnte ein von Denis Talijan unglücklich abgefälschter Distanzschuss von Sebastian Schaller den Hausherren den Weg zum fest einkalkulierten Heimsieg. In der 72. Minute fiel die endgültige Entscheidung, als der gerade eingewechselte Sebastian Enderle nach einem Pfostenschuss nur noch den Fuß hinhalten brauchte, um sein erstes Saisontor zu erzielen. Etwas Ergebniskosmetik sollte dem SVA in der 87. Minute doch noch vergönnt sein, als Denis Talijan im Anschluss an eine Ecke zum 1:3-Endstand einköpfte. Doch die bekanntlich geizigen Schwaben gönnten unserer Diva ihr frisches Make-up nicht, mit der Folge, dass Goalgetter Marc Hämmerle ihr in der dritten Minute der Nachspielzeit partout noch ein weiteres Hämatom zum 4:1 zufügen musste. Ein klarer Fall fürs Frauenhaus, sozusagen…

„Der FVI gewinnt hochverdient! Die Viktoria muss ihre Punkte woanders holen!“, so die Bilanz des Schreibers des FuPa-Livetickers. Zu Satz 1: Wer wollte daran zweifeln? Dem Satz 2 wäre im Hinblick auf das anstehende Heimspiel gegen Memmingen am kommenden Samstag um 14 Uhr hinzuzufügen: Wenn sie es denn endlich täte, wären wir die Allerletzten, die opponieren würden.

 

FV Illertissen – Viktoria Aschaffenburg 4:1 (1:0)

Illertissen: Patrick Rösch – Michael Passer, Manuel Strahler, Tobias Heikenwälder, Stephan Böck – Lukas Kling (69. Marco Hahn), Christian Essig, Marc Hämmerle, Sebastian Schaller (71. Sebastian Enderle) – Vitalij Lux, Ardian Morina

Aschaffenburg: Maximilian Hinterkopf – Dennis Löhr, Markus Brüdigam, Denis Talijan, Muhammed Ali Sahin – Johannes Gerhart (82. Soheyl Alipour-Rafi), Simon Schmidt, Daniel Cheron, Alban Lekaj, Yuki Nakagawa – Salvatore Bari

Tore: 1:0 Ardian Morina (6.), 2:0 Sebastian Schaller (60.), 3:0 Sebastian Enderle (72.), 3:1 Denis Talijan (87.), 4:1 Marc Hämmerle (90.+2)

Gelbe Karten: Michael Passer / Salvatore Bari

Zuschauer: 350

Schiedsrichter: Stefan Bloch (Grafenau)

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