Illertissener Erfolgsserien sind lang…

Nach deren kurzfristiger Absetzung will die Viktoria im Vöhlin-Stadion das Programm machen

Der 31. Spieltag der Regionalliga Bayern führt das Team von Coach Slobodan Komljenovic zum amtierenden bayerischen Amateurmeister FV Illertissen. Am Samstag, 12. April, um 14 Uhr trifft man im Illertissener Vöhlin-Stadion auf ein Team, das vom 24. August des letzten Jahres bis zum 29.03.2014 in 19 Begegnungen (davon lediglich vier Unentschieden) unbesiegt blieb, ehe die beispiellose Serie am letzten Spieltag durch eine 1:3-Niederlage beim schärfsten Amateurmeisterschafts-Rivalen TSV Buchbach zu Ende ging.

Die Viktoria reist am Samstag nach Illertissen.

Die Viktoria reist am Samstag nach Illertissen.

Erfolgs-Coach Holger Bachthaler nahm die Niederlage bei den kampfstarken Allgäuern vergleichsweise gelassen, gilt doch sein Augenmerk nicht in erster Linie dem Meistertitel, der aufgrund des Aufstiegsverzichts allenfalls einen (allerdings nicht zu verachtenden) Prestigewert hat, sondern der Verteidigung der bayerischen Amateurmeisterschaft, die dotiert ist mit einem Startplatz in der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals. Diesen dürfte man auch in diesem Jahr wieder sicher haben, da man aktuell einen komfortablen 12-Punkte-Vorsprung auf den derzeit schärfsten Verfolger TSV Buchbach verwaltet. Im Meisterschaftsrennen liefern sich die Weiß-Blauen ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der Bayern-Reserve, die sich erst vor einer Woche etwas absetzen konnte und vier Punkte mehr aufweist als die Bachthaler-Elf. Diese braucht die Titelträume noch lange nicht ad acta zu legen, zumal die Münchner in der Vergangenheit nicht immer souverän agierten.

Die Bilanz der Viktoria gegen das Aushängeschild des bayerischen Amateurfußballs liest sich so schlecht nicht, als dass man schon im Vorfeld der Partie alle Hoffnungen fahren lassen müsste. Dreimal standen sich die beiden Teams bislang gegenüber: Dem spektakulären 4:1-Heimsieg des SVA in der Saison 2012/13 folgte am letzten Spieltag der Rückrunde – sicherlich noch allen gut im Gedächtnis – nach ansehnlichem Spiel letztlich zwar eine 1:3-Niederlage, aber aufgrund der Ereignisse beim schon abgestiegenen VfL Frohnlach  konnte dennoch auf dem Rasen des Illertissener Vöhlin-Stadions überschwänglich der Klassenerhalt gefeiert werden. Beim dritten Aufeinandertreffen am 4. September vergangenen Jahres fügte die Bachthaler-Truppe der Viktoria mit 4:0 die bis dato höchste Heimniederlage der Saison 2013/14 zu. Genauer gesagt war es die One-man-Show der Ausnahmestürmers Vitalij Lux, der mit drei Treffern dafür sorgte, dass damals am Schönbusch die Lichter ausgingen. An eben jenem Vitalij Lux wird am Ende der Saison kaum jemand vorbeikommen, wenn es gilt, den Torschützenkönig der Liga zu küren. Mit bislang 18 erzielten Toren nimmt er in der heißen Endphase der Saison die Pole-Position ein. Da fügt es sich gut ins Bild, dass sich mit dem Augsburger Maximilian Löw, der für seinen Club in den beiden Regionalliga-Spielzeiten bislang 18-mal ins Schwarze traf, in der neuen Saison ein weiterer erstklassiger Torjäger dem FVI anschließen wird. Von Sattheit ist trotz weitgehender Konkurrenzlosigkeit im Amateurlager und Aufstiegsverzicht im Illertissener Lager nichts zu spüren.

Das Team von Slobodan Komljenovic hat am Samstag zweifellos die triftigeren Gründe, die drei Punkte für sich in Anspruch zu nehmen. Doch haben wir leider schon öfter erfahren müssen, dass die bessere Motivlage leider in den seltensten Fällen ein Spiel entscheidet. Der FVI ist zweifellos der Typus einer Mannschaft, die immer gewinnen will und nicht mal eben in vermeintlich leichte oder bedeutungslose Spiele eine zweite Garnitur auf den Rasen schickt („Bayern-Syndrom“). Dies ist für den SVA insofern von Relevanz, als sich die direkten Abstiegskonkurrenten Hof und Schweinfurt in naher Zukunft auch noch mit der Vöhlin-Elf messen müssen. Ein fairer Wettbewerb dürfte also als Basis gewährleistet sein, aus diesem Fernduell eventuell gar als Sieger hervorzugehen, das freilich liegt nur in der Hand der Viktoria. Diese sollte das Unternehmen, auf die Relegationsplätze aufzuschließen, nicht auf die lange Bank schieben, denn leicht – das haben die Spiele gegen Bamberg und Seligenporten – deutlich gezeigt, wird’s nirgendwo.

Mert Sinan Pekesen, der in Bamberg die rote Karte sah, wurde mit einer Sperre von zwei Spielen belegt und kann daher in Illertissen nicht zum Einsatz kommen. Das Gleiche gilt für unseren  „frischen“ Rotsünder Stefan Steigerwald, über dessen Sperre die Sportgerichtsbarkeit erst in diesen Tagen eine Entscheidung fällt.

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