Im Sonntagsstaat des Tabellenführers: Viktoria in Erlangen

In der Universitätsstadt soll am Sonntag (15 Uhr) zum fünften Mal in Folge dreifach gepunktet werden

So schön langsam trennt sich in der Bayernliga Nord die Spreu vom Weizen. Mit der makellosen Bilanz von 12 Punkten nach der Winterpause präsentiert sich der SVA seit dem vergangenen Spieltag erstmals als klar definierter Spitzenreiter, als hartnäckigster Verfolger hat sich währenddessen der von vielen Experten im Vorfeld der Saison auf den Favoritenschild gehobene FC Amberg herauskristallisiert.

28. Spieltag: FSV Erlangen-Bruck empfängt Viktoria Aschaffenburg

28. Spieltag: FSV Erlangen-Bruck empfängt Viktoria Aschaffenburg

Mäßig spannend die Situation am Tabellenende: In die Rolle des einzigen Direktabsteigers scheint sich der SV Memmelsdorf gefügt zu haben, die Relegationsplätze sind auch allesamt in festen Händen. Der FSV Erlangen-Bruck, Gegner der Viktoria am kommenden Sonntag, belegt einen solchen und hat bei neun Punkten Abstand auf Frohnlach, das derzeit den Nichtabstiegsplatz 13 belegt, nur noch sehr geringfügige Chancen, der Abstiegsrelegation zu entgehen. Zwar bleibt auch der punktquotientenbeste 14. der beiden Bayernligen direkt drin, doch bei diesem Vergleich ist der Vertreter der Nordstaffel, die drei Punkte vor Erlangen platzierte SpVgg. Ansbach, gegenüber dem Südvertreter Raisting aktuell klar im Hintertreffen.

Die Bilanz der Truppe von Trainer Normann Wagner weist gerade einmal zwei Heimsiege gegen die Kellerkinder Memmelsdorf und Ammerthal (jeweils 1:0) im bisherigen Saisonverlauf aus. Generell lässt sich zudem sagen, dass der FSV gegen Teams aus der oberen Tabellenhälfte mit einer Ausnahme  (2:2 in Weiden) auf keinen grünen Zweig gekommen ist. So auch im Hinspiel am Aschaffenburger Schönbusch, als man mit 2:5 klar in die Schranken verwiesen wurde. Des Weiteren liest sich die Bilanz im neuen Jahr wie ein Gegenentwurf zu der der Viktoria: 1:13 Punkte schlagen aus den bisher absolvierten fünf Partien zu Buche.

Umso bemerkenswerter die Saisonanalyse von Coach Normann Wagner, dessen Vertrag gerade ligaunabhängig um eine weitere Saison verlängert wurde, vor dem letzten Spiel gegen den VfL Frohnlach (1:1): „Wir machen eigentlich nicht viel falsch, nur wenn wir einmal etwas nicht richtig machen, dann wird das in der Bayernliga leider sofort bestraft.“ Wir gehen sogar noch etwas weiter, indem wir sagen: So ist das nicht nur in der Bayernliga, sondern im Leben allgemein… Ein Neuling in der Bayernliga, wie man jetzt meinen könnte, sind die Brucker mitnichten, eher schon ein Urgestein.  Sie sind allerdings – worauf Wagner explizit hinweist – in dieser Saison von Verletzungen und Ausfällen gebeutelt sowie „mit den Gegnern häufig auf Augenhöhe, aber klarste Torchancen auslassend“.

Den letzten Strohhalm, den Wagner vor der Partie gegen Frohnlach propagierte, hat man bekanntlich nicht richtig zu greifen bekommen, dennoch dürfte die Ansage weiter Bestand haben, wonach man „nicht kapitulieren“ werde.

Kleine Gesteinskunde: Meilensteine und Stolpersteine

Eine klare Weichenstellung im Aufstiegskampf sieht Viktoria-Coach Slobodan Komljenovic ungeachtet der Patzer der Konkurrenz noch nicht gegeben: „Mit Großbardorf und Weiden ist weiterhin zu rechnen. Es wird bis zum letzten Spieltag sehr eng, wenn ich auch nichts dagegen einzuwenden hätte, früher zu feiern.“ (lacht). Den 2:1-Erfolg  gegen Eltersdorf vom vergangenen Wochenende sieht er als „sehr wichtig und großen Meilenstein in Richtung Meisterschaft. Die haben ein starkes Team, wie schon im Hinspiel zu sehen war. Ohne die Schwächephase im vergangenen Jahr hätten die Eltersdorfer sicherlich um den Aufstieg mitgespielt.“ Problematisch sieht Slobodan Komljenovic aber gerade jene Partien, die man innerlich schon im Vorfeld abgehakt hat: „Die sechs Punkte aus den beiden nächsten Partien gegen den Viert- und den Vorletzten (Neudrossenfeld) hat doch jeder schon gedanklich gebucht. Aber es gilt auf der Hut zu sein: Erlangen-Bruck hat uns bereits zu Hause alles abverlangt, daher müssen wir hoch konzentriert sein.“

Daniel Cheron ist nach Verbüßung seiner Rotsperre wieder dabei, so dass die Viktoria in der Sportanlage Erlangen-Bruck an der Tennenloher Straße wieder einmal in Bestbesetzung antreten kann.

Schreibe einen Kommentar

*

Die E-Mail wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert *