Viktoria will im „Stahlbad Reuthinger Weg“ bestehen

Jochen Seitz: Immer „viel Tamtam“ beim SV Schalding-Heining / Hausherren zuletzt im Aufwind

Unter der Woche hat die Viktoria beim 5:0 in Bamberg mächtig geklotzt und ist ins Viertelfinale des Wettbewerbs eingezogen. Dort könnte das Team von Jochen Seitz rein theoretisch auf den SV Schalding-Heining treffen, der unter der Woche mit einem 4:1 über den Liga-Konkurrenten VfR Garching seinerseits seine Pokal-Hausaufgaben gemacht hat. Fest steht indes, dass die Weiß-Blauen am Samstag (14 Uhr) ihre Liga-Visitenkarte im knapp 400 Kilometer entfernten Passauer Westen abgeben und zu diesem Zwecke – das ist jetzt Spekulation – eine Zwei-Tage-Punkte-inclusive-Reise gebucht haben.

Der junge Trainerstab um Spielertrainer Stefan Köck, der den Cheftrainerposten seit der von einem personellen Umbruch geprägten Saison 2016/17 bekleidet, hat die Niederbayern auf Kurs gehalten. Seit ihrem Aufstieg in Bayerns Eliteliga zur Spielzeit 2013/14 haben diese mit durchgängigen Platzierungen zwischen 11 und 15 das Saisonziel „direkter Klassenerhalt“ immer erreicht. Mit Hilfe der im kontinuierlichen Kampf um den Klassenerhalt gewonnenen Routine haben sich die Niederbayern noch aus jeder verzwickten Situation befreien können. So auch in der noch jungen Spielzeit 2019/20, als sie nach dem fünften Spieltag mit nur drei Punkten und beachtlichen 17 Gegentoren kurzfristig die rote Laterne trugen. Von den folgenden sechs Partien (vier in der Liga und zwei im Pokal) wurde nur das Heimspiel gegen Titelaspirant Schweinfurt knapp mit 1:2 verloren. Mittlerweile haben sich die Kicker aus der Dreiflüssestadt auf den 11. Tabellenplatz verbessert und sind mit zehn Punkten auf Tuchfühlung zum SVA (11) gegangen. Nach einem Jahr Verletzungspause infolge eines Kreuzbandrisses konnte Angreifer Markus Gallmaier im Pokalspiel gegen Garching sein Comeback feiern. In der 87. Minute eingewechselt, war „Galle“ auf den Punkt wieder da und besorgte für seine Farben den 4:1-Endstand. Zusammen mit dem zu Saisonbeginn nach einem zweijährigen Intermezzo beim Lokalrivalen 1. FC Passau (zuletzt Landesliga Mitte) zu den Grün-Weißen zurückgekehrten Michael Pillmeier („Pille“) ist somit der Traumsturm vergangener Regionalliga-Tage wiedervereint. Ohne den schmerzlich vermissten Gallmaier wollte auch Pillmeier nicht so recht und hat in dieser Saison bislang erst einen Treffer erzielt. Mit Mittelfeldmann Andreas Jünger (fünf Saisontore) war immerhin schnell Ersatz für die Rolle des Goalgetters gefunden.

Viktoria Aschaffenburg und der SV Schalding-Heining trennten sich am Ostermontag 2019 mit 0:0 (© Kilian Amrhein / Funkhaus Aschaffenburg)

Mit 23 Gegentreffern aus neun Partien erweist sich die Defensive bisher als Achillesferse der Passauer. Allein 16 Gegentreffer musste man in den ersten fünf Spielen hinnehmen, von denen vor allem das 0:7 in Eichstätt am zweiten Spieltag mächtig die Bilanz verhagelte. Im eigenen Stadion hatten die Niederbayern bisher ausschließlich Spitzenteams der Liga zu Gast: Türkgücü München (2:0), Wacker Burghausen (3:0) und zuletzt Schweinfurt (2:1) konnten drei Punkte mitnehmen, während der forsche Aufsteiger TSV Aubstadt beim 0:4 noch Lehrgeld zahlen musste. Den Löwenanteil ihrer Punkte holte die Köck-Truppe bisher auswärts, genauer gesagt bei den letzten drei Gastauftritten, wo sie sieben Zähler einspielte. Fast wären es deren neun geworden, doch mussten sich die Schaldinger am letzten Wochenende in Rosenheim nach zwischenzeitlicher 3:1-Führung am Ende mit einem 3:3-Remis begnügen.

Jochen Seitz: „Auch nach dem Spiel vor Schalding stehen“

Umgekehrt läuft es bei der Viktoria, die von ihren 11 Punkten nicht weniger als 10 zu Hause eingespielt hat. Auswärts ist die Bilanz mit einem Punkt und lediglich zwei Toren aus vier Partien gelinde gesagt ausbaufähig. „Das ist relativ einfach zu erklären. Wir hatten mit Schweinfurt, Türkgücü und Burghausen die ganzen Topgegner auswärts. Das ist wirklich keine Selbstverständlichkeit, dort zu punkten“, will Jochen Seitz das richtig eingeordnet wissen. Auch die bisher schmale Heimbilanz der Niederbayern will der Coach nicht überbewertet wissen: „Die hatten die Spitzenmannschaften zu Hause und haben teilweise unglücklich verloren. Die sind nach meinem Dafürhalten richtig gut, sehr aggressiv und zweikampfstark. Von den letzten sechs Spielen haben sie nur eins verloren. Es ist eigentlich verwunderlich, dass Schalding so weit hinten steht.“

Im Spiel zweier gleichstarker Mannschaften könne natürlich der Heimvorteil das Zünglein an der Waage sein, so Jochen Seitz, der gleichzeitig ein klares Ziel formuliert: „Wir wollen nach dem Spiel weiterhin vor Schalding stehen.“ Der Coach erwartet einen „Abnutzungskampf mit vielen Zweikämpfen und zweiten Bällen“, welche anzunehmen und zu gewinnen der Schlüssel zum Erfolg sein wird. Aus der Vorsaison stehen zwei torlose Remis zu Buche. „In Schalding hat Peter Neuberger einen Elfmeter gehalten, da hatten wir auch das Quäntchen Glück. Am Schönbusch hatten wir ein klares Chancenplus und hätten die Partie eigentlich gewinnen müssen“, sieht Jochen Seitz die Verhältnisse im Rückblick ausgewogen. Gut in Erinnerung blieb ihm auch die Atmosphäre am Reuthinger Weg: „Es ist sehr unangenehm, dort zu spielen. Außenrum herrscht viel Hektik und Tamtam.“

Die Rückkehrer Jonas Fritsch und Lucas Oppermann gilt es trotz der gelungenen Premiere weiterhin behutsam aufzubauen. „Für längere Einsätze ist es noch zu früh. Die müssen sich erst mal die Fitness übers Training und Spielpraxis über ein eventuell noch zu organisierendes Freundschaftsspiel holen.“ Am Samstag nicht dabei sein wird Daniel Meßner, der sich unter der Woche im Pokalspiel eine Wadenzerrung zugezogen hat.

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