Hot! „Jeder Spieler sollte genug Eigenmotivation mitbringen“

Vorglühen für einen heißen Start in den Oktober: Viktoria-Coach Jochen Seitz im Interview

„Butter bei die Fische“ heißt es im Volksmund, wenn eine Sache nach klaren Worten verlangt, wenn Tacheles geredet werden soll. An dicken Fischen wird es der Viktoria in nächster Zeit nicht mangeln, sie kommen in Gestalt des Tabellenführers SC Eltersdorf (Freitag, 29.9.) und seines Kronprinzen Würzburger FV (3.10.) leicht zeitversetzt in die SVA-Pfanne. Wir machen es richtig, indem wir „mit Butter“ servieren und haben eigens zu diesem Zweck Viktoria-Coach Jochen Seitz um ein Gespräch gebeten.

Trainer Jochen Seitz ist zuversichtlich

Jochen, die Viktoria hat inzwischen 12 Spiele absolviert, ein gutes Drittel der Saison ist Geschichte. Wie lautet Dein Zwischenfazit?

In Anbetracht der Gegebenheiten, die wir im Sommer hatten, haben wir die zurückliegenden englischen Wochen gut über die Bühne gebracht. Insofern kann man von einem guten Start sprechen. Das einzige Ärgernis waren ein oder zwei verlorene Auswärtsspiele, die wir in unserer jetzigen Verfassung wahrscheinlich gewonnen hätten. Da haben wir unnötig Punkte liegen lassen. Andererseits haben wir auch Punkte geholt wie zuletzt in Großbardorf, mit denen nicht unbedingt von vornherein zu rechnen war. Von der Punkteausbeute dürften es gerne ein, zwei Punkte mehr sein, aber unter Berücksichtigung der besonderen Umstände ist das so weit in Ordnung.

Der Zeitpunkt unseres kleinen Interviews ist nicht ganz zufällig gewählt. Mit dem SC Eltersdorf am Freitag und dem Würzburger FV am Dienstag hat die Viktoria zwei schwere Aufgaben vor der Brust…

Grundsätzlich muss man festhalten: Diese beiden Teams stehen nicht von ungefähr ganz oben. Sie haben sehr gute Spieler in ihren Reihen und ihre Stärken in der Offensive. Gerade der SC Eltersdorf hat sich vor der Saison gezielt verstärkt. Ich erwarte am Freitagabend ein richtiges Kampfspiel. Wir werden uns in dieser Woche konzentriert darauf vorbereiten. Ich denke, dass ich nicht groß den Motivator spielen muss, wenn es gegen den Tabellenführer geht. Jeder Spieler sollte da genug Eigenmotivation mitbringen. Wir werden dort „heiß“ auftreten und wollen dort natürlich was mitnehmen. Gegen den gleichfalls mit einer starken Offensive und guten Einzelspielern ausgestatteten Würzburger FV verhält sich die Sache etwas anders: Wir spielen zu Hause, daher ist unser klares Ziel, mit drei Punkten unsere Heimserie fortzusetzen. Uns erwarten innerhalb von fünf Tagen zwei richtig schwere Aufgaben, aber ich denke mal, dass wir gewappnet sind.

Das Liga-Geschehen wird ja vielerorts beobachtet und kommentiert. Bieten vor diesem Hintergrund die beiden Partien nicht auch die Möglichkeit, Meisterschaftsambitionen nachdrücklich zu untermauern?

Jetzt mal rein die Tabelle betrachtet, können wir derzeit Meisterschaftsambitionen mit Sicherheit noch nicht stellen. Eltersdorf und Würzburg haben einen Vorsprung und zeigen aktuell nur wenig Schwächen. Wir befinden uns derzeit im Verfolgerfeld, von daher würde ich nicht sagen, dass derzeit der Fokus auf uns gerichtet ist. Das Wort Meisterschaft brauchen wir im Moment noch gar nicht im Munde zu führen.

Im Gegensatz zu vielen Konkurrenten hat der SVA bisher vorwiegend gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte gespielt. Was im Umkehrschluss heißt: Die schweren Brocken kommen noch.

Grundsätzlich wollen wir – egal gegen wen – immer Akzente setzen und wir gehen in jedes Spiel, um es zu gewinnen. Aber es stimmt natürlich: Wir haben jetzt die Topspiele vor uns. Das kann ein großes Plus sein, aber auch das Gegenteil ist denkbar. Eine unglückliche Niederlage ist immer mal möglich, was aber für einen Trainer in erster Linie zählt, ist, wie sich die Mannschaft auf dem Platz präsentiert, ob sie den Kampf angenommen hat. Bei Gegnern auf Augenhöhe entscheiden dann Nuancen, ich hoffe, dass diese für uns den Ausschlag geben werden.

Bei der Pressekonferenz nach dem Spiel gegen Sand moniertest Du einige Schwächen, die so gegen Spitzenteams nicht vorkommen dürften. Haben deutliche Siege gegen die so genannten „leichten Gegner“ also wenig Aussagekraft?

Grundsätzlich finde ich, dass es keine einfachen Spiele gibt. Man muss in jede Partie mit einer hundertprozentigen Einstellung gehen. Man sollte schon im eigenen Interesse jeder Mannschaft unabhängig von ihrem Tabellenplatz den notwendigen Respekt zollen. Lehrbeispiele sind doch die Niederlage in Erlangen-Bruck und das Unentschieden in Weiden, Punktverluste, die uns richtig weh getan haben. Das ist auch der Grund, warum wir nicht ganz oben stehen, denn die Topteams wie Eltersdorf und Würzburg spielen sehr konstant und lassen gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte nichts liegen. Wir müssen die zuletzt gezeigten Leistungen auch gegen die Spitzenmannschaften zeigen. Hier dürfen wir uns aber keine Nachlässigkeiten erlauben, da jeder Fehler gnadenlos bestraft wird. Gewisse Schwächephasen wird es innerhalb eines Spiels immer geben, unsere Aufgabe muss es aber sein, die Fehlerquellen zu minimieren. Was bedeutet: volle Konzentration über die gesamten 90 Minuten.

Dein Appell an den zwölften Mann?

Die Mannschaft hat es sich verdient, dass am kommenden Dienstag gegen Würzburg ein paar Zuschauer kommen. Mit entscheidend wird natürlich sein, wie wir in Eltersdorf abschneiden. Wenn wir da was mitnehmen, können wir am folgenden Dienstag vor einer hoffentlich guten Kulisse gegen den Würzburger FV den nächsten Heimsieg anpeilen. Aber das ist noch Zukunftsmusik, zuvorderst gilt unsere ganze Aufmerksamkeit dem Spiel in Eltersdorf.

Jochen, danke für das Interview. Wir wünschen Dir und der Mannschaft einen goldenen weiß-blauen Oktober!

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