Jetzt macht aber mal einen Punkt…

In einer Partie auf spielerisch anspruchsvollem Niveau besiegt das Team von Jochen Seitz den FV Illertissen mit 3:0 und feiert den sechsten Liga-Dreier in Serie

Spätestens jetzt dürfte es amtlich sein: Die Viktoria hat sich einstweilen in der Spitzengruppe der Regionalliga Bayern etabliert. Mit einem verdienten 3:0-Heimsieg gegen den mit einigen sportlichen Meriten ausgestatteten FV Illertissen haben die Weiß-Blauen einmal mehr ihre derzeit bestechende Form bestätigt. Die steht und fällt ganz wesentlich mit der Verfassung ihres Spielmachers Björn Schnitzer, der an diesem Samstag nicht nur wegen seiner zwei Tore wieder einmal den Unterschied machte.

Grund zur Freude hat aktuell die Mannschaft von Viktoria Aschaffenburg. Gegen den FV Illertissen gab es den sechsten Ligasieg in Serie (© Moritz Hahn)

Jochen Seitz hatte die letzte Woche in Augsburg siegreiche Elf auf den Platz geschickt. Diese hatte etwas Schwierigkeiten, in die Partie zu finden, denn anfangs machten die spielstarken Gäste das Spiel. Die erste Gelegenheit gehörte allerdings dem SVA. Daniel Cheron wurde in der 12. Minute lang geschickt und zog sofort ab, doch Keeper Kevin Schmidt konnte per Faustabwehr klären. In der 20. Minute vereitelte SVA-Keeper Kevin Birk eine Topchance von Illertissen, als er einen Lupfer von Maurice Strobel aus 10 Metern mit einer Riesentat noch um den Pfosten drehte. „Wir haben eine Zwei-gegen-eins-Situation eigentlich gut ausgespielt und dann versuchen wir den Ball zu lupfen, so dass der Torwart da noch rankommt“, haderte FVI-Coach Marco Küntzel mit dem Abschluss. Gegen Mitte der ersten Halbzeit bekam die ganz in Weiß gewandete Viktoria dann immer mehr Zugriff aufs Spiel. Sehr dazu beigetragen hat der Führungstreffer, den Björn Schnitzer in der 26. Minute mit einem Freistoß aus 30 Metern erzielte. Die Entstehung des Tores war freilich kurios, beim FVI würde man eher von „unglücklich“ reden. Schnitzer hatte das Leder in den Strafraum geschlenzt, wo es der zum Kopfball hochsteigende Luka Dähn um Haaresbreite verfehlte. Dies wiederum irritierte Keeper Schmidt so sehr, dass er den noch in Slow Motion aufsetzenden Ball passieren ließ. In der jetzt phasenweise etwas nickligen Partie hatten die Gäste bis auf einen Distanzschuss von Moritz Nebel, der bei Kevin Birk gut aufgehoben war, offensiv nichts mehr zu bieten.

Spielmacher Björn Schnitzer machte zwei Tore selbst und bereitete das dritte vor (© Moritz Hahn)

SVA verpasst vorzeitige Entscheidung

Nach Wiederanpfiff wollte das Team von Jochen Seitz die Hoffnungen der Blauen, die durch deren bis dato wirklich ansehnlichen spielerischen Auftritt durchaus begründet waren, durch einen zweiten Treffer möglichst schnell zunichte machen. Mag sein, dass das „krumme Ding“ zum 1:0 den auf seine edle Handwerkskunst nichts kommen lassenden Meister Schnitzer gewurmt hat: In der 51. Minute jedenfalls ließ er die Gäste wissen, was ein „echter Schnitzer“ ist, als er einen Freistoß vom rechten Strafraumeck über die Mauer zum 2:0 im kurzen Eck versenkte. Erneut Schnitzer mit einem Flachschuss (54.), Clay Verkaj (62.) und Jonas Fritsch (71.) hätten die Führung weiter ausbauen können, doch sie scheiterten sämtlich am besten Mann der Gäste, Keeper Kevin Schmidt. „Wir hätten nach dem 2:0 gleich noch das 3:0 erzielen können“, befand denn auch Jochen Seitz, der an dieser spielbestimmenden Phase nur eines bemängelte: „Im letzten Drittel hat manchmal der letzte Pass nicht so gestimmt.“

Lucas Oppermann mit „oppimalem“ Comeback

Dem gegenüber stand ein FVI, der seine spielerischen Mittel bei weitem nicht mehr so wirkungsvoll einsetzen konnte wie noch in der ersten Hälfte. Vorne wurden die Bälle schnell verloren, was der Viktoria immer wieder die Möglichkeit zum Kontern gab. Erst kurz vor Ende der Partie beschworen die Schwaben einige Male Gefahr im Viktoria-Strafraum herauf, scheiterten einmal an Kevin Birk, einmal blieb eine Direktabnahme in der Abwehr hängen. „Wir hätten heute, wie man so schön sagt, noch zwei, drei Stunden weiterspielen können und hätten noch kein Tor geschossen“, brachte Coach Marco Küntzel das Illertissener Dilemma auf den Punkt. Ein Problem, dass sich Lucas Oppermann nicht aneignen musste. Nach langer Verletzungspause in der 82. Minute unter dem frenetischen Jubel der Fans eingewechselt, setzte „Oppi“ gerade einmal sechs Zeigerumdrehungen später den Schlusspunkt zum 3:0. Auf Zuspiel von Björn Schnitzer umkurvte er Keeper Schmidt und haute das Leder in die Maschen.

Jochen Seitz eilt mit seiner Mannschaft von Sieg zu Sieg und hat Platz 3 in der Regionalliga Bayern auch am 16. Spieltag verteidigen können (© Moritz Hahn)

„Es war ein verdienter Sieg, vielleicht ein, zwei Tore zu hoch, weil Illertissen auch ein sehr gutes Spiel gemacht hat“, bilanzierte Jochen Seitz. Mit 29 Punkten habe sein Team bereits jetzt mehr Punkte auf dem Konto als im vergangenen Jahr zur Winterpause, freute sich der Coach. Das sei sehr wichtig, weil jetzt die „richtig schwierigen Gegner“ kämen, so Jochen Seitz mit Blick auf das am kommenden Samstag (14 Uhr) mit dem Gastspiel in der Noris beginnende Restprogramm bis zur Winterpause. Es war allerdings auch bei angestrengtem Lauschen kein Zähneklappern zu hören im VIP-Zelt. Das gehört auch zu den schönen Begleiterscheinungen des Erfolgs: Auf einmal ist alles Möglichkeit, wo man früher nur Gefahr sah…

16. Spieltag Regionalliga Bayern 2019/20, am Samstag, 19. Oktober 2019, um 14:00 Uhr in Aschaffenburg (Stadion am Schönbusch // Kleine Schönbuschallee, 63741 Aschaffenburg)

Viktoria Aschaffenburg – FV Illertissen 3:0 (1:0)

Aschaffenburg: Kevin Birk – Silas Zehnder, Simon Schmidt, Luca Dähn, Hamza Boutakhrit – Benjamin Baier, Clay Verkaj (77. Roberto Desch) – Daniel Cheron (66. Pasqual Verkamp), Björn Schnitzer, Jonas Fritsch – Egson Gashi (82. Lucas Oppermann) (Trainer: Jochen Seitz) Im Kader: Peter Neuberger (TW), Daniel Meßner, Zaki Ech-Chad, Max Grünewald Illertissen: Kevin Schmidt – Marius Wegmann (87. Gabriel Galinec), Fabio Maiolo (63. Yannick Glessing), Marco Hahn, Kai Luibrand (75. Tim Bergmiller), Maurice Strobel, Tim Buchmann, Daniel Dewein, Benedikt Krug, Sebastian Enderle, Moritz Nebel (Trainer: Marco Küntzel) Tore: 1:0 Björn Schnitzer (26., direkter Freistoß), 2:0 Björn Schnitzer (51., direkter Freistoß), 3:0 Lucas Oppermann (89., Björn Schnitzer) Gelbe Karten: Simon Schmidt (22.), Silas Zehnder (42.) / Fabio Maiolo (29.), Moritz Nebel (40.) Schiedsrichter: Angelika Söder – Dr. Andreas Heidt, Christoph Stühler Zuschauer: 1.073 (Stadion am Schönbusch)

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