Hot! Die Erlangen-Kur: Spritziges 5:2 mit schweren Beinen

Daniel Cheron, Björn Schnitzer, Roberto Desch und der Mannheimer Magier Daniele Toch (2) sorgten für Stimmung im Bayernliga-Entmüdungsbecken

Die Viktoria hat auch am 11. Spieltag der Bayernliga Nord ihren Platz in der Spitzengruppe behaupten können. Vor 538 Zuschauern sprang gegen den etwas pomadig wirkenden Gast aus Erlangen-Bruck ein letzten Endes deutlicher 5:2-Sieg heraus. Das Leben schwer gemacht hatte sich die Viktoria zwischenzeitlich wieder einmal selbst, mit ihrer mittlerweile obligatorischen Auszeit nach dem Führungstor.

Cheron und Toch sorgten mit ihren Toren für den 5:2-Heimsieg

Cheron und Toch sorgten mit ihren Toren für den 5:2-Heimsieg

Gegen die erwartungsgemäß sehr defensiv eingestellten Mittelfranken war die Viktoria sichtlich um spielerische Kreativität bemüht und hatte schon in der Anfangsphase einige „Torannäherungen“ durch Giulio Fiordellisi und Björn Schnitzer zu verzeichnen. Die erste spielerische Eingebung hatte der an diesem Tag in der Rolle des Vorbereiters glänzende Fiordellisi, der in der 21. Minute mit einem Pass Daniele Toch in die Gasse schickte, der das Leder unhaltbar für Erlangens Keeper flach in die rechte Torecke versenkte.

Die Gäste sahen durch das Tor ihre rigide Defensivtaktik durchkreuzt und unternahmen erste zaghafte Anpirschversuche in Richtung auf das von Stefan Steigerwald gehütete Viktoria-Tor. Der FSV hatte groß gewachsene Spieler in seinen Reihen, weshalb von Standards und Flanken – von denen es glücklicherweise nicht allzu viele gab – mit die größte Gefahr ausging. Nach einer gut getimten Hereingabe krachte Napolitanos Kopfball an das Torgebälk, Keeper Steigerwald hätte hier das Nachsehen gehabt. Der immer anspielbare Stürmer-Riese Daniel Hofmann, in der 1. Halbzeit der auffälligste Akteur in den Reihen der Gäste, erhielt in der 40. Minute wieder einmal das Leder. Die Viktoria-Abwehr stand in dieser Szene nicht nah genug am Mann, so dass der Koloss mit der großen Übersetzung ins Rollen kam, dann auch aufgrund seiner Physis nicht mehr zu halten war und das zu diesem Zeitpunkt überraschende 1:1 markierte. In der Nachspielzeit dann noch eine Szene, mit der Erlangens Coach Normann Wagner in der Pressekonferenz besonders hadern sollte: Patrick Mai setzte sich im SVA-Strafraum geschickt durch, verpasste aber den richtigen Zeitpunkt zum Abschluss und damit eventuell, wie Wagner beklagte, einen fundamentalen Wendepunkt der Partie.

Ob dies wirklich so gekommen wäre, sei dahingestellt: Fakt ist, dass seine Mannen – Sturmspitze Hofmann war aus dem Spiel genommen worden – in den zweiten 45 Minuten kaum noch Zugriff auf das Spiel hatten und von der Angriffslawine der Weiß-Blauen verschüttet zu werden drohten. Den Anfang machte in der 56. Minute Daniel Cheron, der auf Zuspiel von Giulio Fiordellisi unbedrängt zum 2:1 einschieben konnte. In der 67. Minute war es Björn Schnitzer, der die ihm eingeräumten Freiheiten weidlich nutzte und auf Strafraumhöhe per Kunstschuss  zum 3:1 traf. Kurios die Entstehungsgeschichte des 4:1: Ganze 10 Sekunden stand der für Björn Schnitzer eingewechselte Roberto Desch auf dem Platz, schon rasselte es zur „großen Serie“: 4:1 (72.). Technisch versiert, wendig, hohe Spielintelligenz und von Spiel zu Spiel torgefährlicher: Der kompletteste Offensivspieler in den Reihen des SVA heißt Daniele Toch. Wenn man ihm – wie die Erlanger an diesem Tag – nicht  auf den Füßen steht und er Maß nehmen kann, dann zaubert er schon mal einen Ball in die Maschen wie den zum 5:1 in der 81. Minute. Giulio Fiordellisi hatte dann noch Möglichkeiten, das Resultat aufzustocken, doch zu seinem sichtbaren Leidwesen blieb dem ehrgeizigen Stürmer ein Torerfolg versagt.

Bildergalerie: Viktoria Aschaffenburg – FSV Erlangen-Bruck (© Moritz Hahn)

„Damit die Presse nicht so auf uns einschlägt“, so FSV-Coach Normann Wagner nachher schelmisch, ließ es sich Rafael Hinrichs nicht nehmen, Stefan Steigerwald in der 85. Minute noch ein Ei zum 2:5-Endstand ins Nest zu legen. Gegen eine weitere Resultatsverbesserung hatte „Steigi“ dann allerdings entschieden was einzuwenden. Könnte ja jeder kommen…

Am kommenden Freitag (20 Uhr) weilt die Viktoria zu Gast beim noch sieglosen Aufsteiger TSV Neudrossenfeld. Dass dieser ausgerechnet gegen den SVA aus seinem Dornröschenschlaf erwacht, ist selbst für hartgesottene Pessimisten schwer vorstellbar.

 

 

Viktoria Aschaffenburg – FSV Erlangen-Bruck 5:2 (1:1)

Aschaffenburg: Stefan Steigerwald – Jonas Fritsch, Abasin Alikhil, Simon Schmidt, Dennis Löhr – Johannes Gerhart (79. Mike Kirchner), Daniel Cheron, Daniele Toch, Björn Schnitzer (70. Roberto Desch) – Giulio Fiordellisi, Florian Pieper (54. Yannick Franz)

Erlangen-Bruck: Stefan Krieger – Marco Müller, Paul Schulze-Zachau, Marco Napolitano, Patrick Mai – Sandro Gumbrecht, Rafael Hinrichs, Karlheinz Wiesenmayer (79. Christopher Zemelka), Mutlu Kilic – Hakim Graine (67. Nuhi Syleymani), Dominik Hofmann (46. Tim Basener)

Tore: 1:0 Daniele Toch (21.), 1:1 Dominik Hofmann (40.), 2:1 Daniel Cheron (55.), 3:1 Björn Schnitzer (66.), 4:1 Roberto Desch (71.), 5:1 Daniele Toch (81.)

Gelbe Karten: Giulio Fiordellisi / Sandro Gumbrecht

Schiedsrichter: Tobias Fenkl – Kevin Herbst, Felix Hoffmann

Zuschauer: 538

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