Hot! Kleeblatt-Küken Kayaroglu (18) rockt die 2. Liga!

„Muhi“ aus MIL bekommt Profi-Vertrag in Fürth

MILTENBERG/FÜRTH. Von Miltenberg über Aschaffenburg in die 2. Bundesliga nach Fürth. Der Deutsch-Türke Muhammed Kayaroglu ist mit seinen 18 Jahren sozusagen das Küken bei den Kleeblättern. Vor Kurzem hat das große Fußballtalent einen Profivertrag bis 2018 unterschrieben. Das Fußballspielen hat er hier um die Ecke beim Miltenberger SV und bei Viktoria Aschaffenburg gelernt. Für den Traum „Fußballprofi“ musste der kleine Dribbler sogar den Ramadan abbrechen. Primavera24 hat mit dem Talent gesprochen.

Ein Bild von Kayaroglu, als er noch beim SVA spielte (Quelle: primavera24.de)

Ein Bild von Kayaroglu, als er noch beim SVA spielte (Quelle: primavera24.de)

Herr Kayaroglu, Ihre Fußballkarriere haben Sie ja nicht ihrem Vater, sondern ihrer Mama zu verdanken. Wie kommt denn das?
Kayaroglu: Ich habe mit Vier Jahren angefangen zu kicken. Meine Mama hat mich damals beim Fußballverein angemeldet, weil ich mit dem Fußball die Wohnung auseinandergenommen habe (lacht).

Alles begann beim Miltenberger SV. An was erinnern Sie sich noch?
Kayaroglu: Ich erinnere mich noch sehr gut. Meine ganze Jugendzeit habe ich dort verbracht. Es ist ein sehr familiärer Verein. Alle Leute waren nett zu mir. Es hat viel Spaß gemacht und ich fand es immer toll dort zu spielen.

Trotzdem sind Sie zu Viktoria Aschaffenburg gewechselt. Warum?
Kayaroglu: Es war Zeit für den nächsten Schritt. Ich wollte leistungsorientierter Fußballspielen.

Welcher Trainer aus Ihrer Jugendzeit hat Ihnen am meisten beigebracht?
Kayaroglu: Bei der Viktoria habe ich unter Florian Christ gespielt. Der hat mir enorm weitergeholfen – taktisch, fußballerisch und menschlich. Auch heute habe ich mit Flo noch Kontakt. Beim Miltenberger SV war es Herr Rabe.

Ihr Talent hatte die Scouting-Abteilung von Fürth erkannt und Sie geholt. Wie kam der Kontakt zu Stande?
Kayaroglu: Damals habe ich bei der Bayernauswahl im Förderkader gespielt. Die fanden mich anscheinend ganz gut und anschließend ging alles ganz schnell. Und ich bin überglücklich, dass alles so lief.

Die meisten A-Junioren schaffen nicht den Sprung in die Profimannschaft. Gehen anschließend Weg oder den Umweg über die U23. Wussten Sie, dass Sie es schaffen?
Kayaroglu: Nein. Ich hatte zwar ein gutes Gefühl, aber das es so schnell geht. Damit habe ich nicht gerechnet.

Schildern Sie uns doch mal den Moment als Sie Fußballprofi wurden…
Kayaroglu: Mein A-Junioren Trainer hatte schon mal so eine Andeutung gemacht. Und dann riefen mich die Verantwortlichen an, der Trainer Frank Kramer hat mir gesprochen. Das war Gänsehaut pur! Puls von 200 glaube ich. Einfach unglaubliche Freude.

Jetzt sind Sie ja mittendrin, statt nur dabei. Wie ist es bei den Profis und wie wurden Sie aufgenommen?
Kayaroglu: Also es ist noch mal ein Riesenschritt von der U19 zu den Herren. Da geht’s ordentlich zur Sache und alles ist viel schneller. Aber die Jungs haben mich super aufgenommen. Ich fühle mich super wohl.

Kayaroglu als Jugendspieler beim SVA (Quelle: primavera24.de)

Kayaroglu als Jugendspieler beim SVA (Quelle: primavera24.de)

Sie werden ja von ihren Kollegen nur „Muhi“ gerufen. Woher kommt der Spitzname?
Kayaroglu: Verpasst hat mir den Selcuk Cinar, ein ehemaliger Mitspieler bei Viktoria Aschaffenburg. Der sagte: Also Muhammed ist viel zu lange beim Spiel den Namen zu schreien. Ab dem Zeitpunkt hieß ich „Muhi“.

Die Vorbereitungsphase läuft bei Euch auf Hochtouren. Wie ist Ihr Fazit bisher?
Kayaroglu: Für mich läuft es sehr gut. Ich merk schon körperlich tut sich bei mir auch schon etwas. Da ich ja etwas schmächtiger bin, muss ich noch öfters in den Kraftraum.

Sie sind ja Muslim und wollten eigentlich auch den Ramadan machen. Im Trainingslager haben Sie aber abgebrochen?
Kayaroglu: Das ist keine einfache Situation. Man will gerne was für seinen Glauben tun. Im Kopf schwirren einem die Gedanken: Ich weiß nicht, was der liebe Gott jetzt über mich denkt, wenn ich den Ramadan nicht mache. Aber ich hoffe er wird es verstehen. Aber so ist das auch bei unserem Glauben. Wenn wir arbeiten oder Medikamente nehmen, dann kann man auch den Ramadan abbrechen.

Sie kommen aus einer streng muslimischen Familie. Wie haben Ihre Eltern das aufgenommen, dass Sie keinen Ramadan machen?
Kayaroglu: Meine Eltern sind da auf meiner Seite. Mein Vater hat auch gesagt: Du kannst jetzt nicht fasten, letztendlich wirkt es sich auf meine Leistung aus. Mein Kumpel Azemi (Stürmer bei Greuther Fürth) hat ebenfalls unterbrochen.

Die Saison steht vor der Tür. Wo müssen Sie sich noch verbessern, dass es für die Stammformation reicht?
Kayaroglu: Ich bin nicht der Größte und habe auch noch körperlich Defizite. Aber da bin ich gerade dabei die aufzuholen, da tut sich schon was.

Wenn morgen Jogi Löw und anschließend Fatih Terim (Nationaltrainer Türkei) und Sie fragen würden: Muhammed, spielst Du für unser Land? Für welches Land würden Sie sich entscheiden?
Kayaroglu: Poah, das ist eine schwere Frage. Mein Herz schlägt schon noch für die Türkei. Umso eine Entscheidung zu treffen muss man auch abwägen, wo kann man sich weiterentwickeln, wo komme ich weiter. Aber ich wäre für beide bereit (lacht).

Quelle: http://primavera24.de/sport/kleeblatt-kueken-kayaroglu-18-rockt-die-2-liga/83093

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