Nur kein „blaues Wunder“ am Gründonnerstag

Beim vorgezogenen Osterbesuch bei den „Blauen“ aus Würzburg gilt für den SVA: verdächtig eingefärbte Eier liegenlassen

„Und täglich grüßt der Tabellenführer“ – so könnte das Motto gut und gerne bis zum Saisonende lauten, wenn es nach dem Willen von Verantwortlichen und Fans der vehement in die Regionalliga zurückstrebenden Viktoria ginge. Der fulminante 8:0-Gipfelsturm gegen den VfL Frohnlach hat ihn möglich gemacht, doch der heiß begehrte Platz an der Sonne will bis zum letzten Spieltag verteidigt werden gegen Kontrahenten, die gleichfalls nicht zu knapp über hochalpine Erfahrungen verfügen.

Viktoria Aschaffenburg will auch das Rückspiel in Würzburg gewinnen (© Moritz Hahn)

Dazu zählt der Würzburger FV, gegen den der SVA am Gründonnerstag (Sepp-Endres-Sportanlage, 18.15 Uhr) sein erstes von zwei Auswärtsspielen am verlängerten Osterwochenende bestreitet, zwar allem Augenschein nach nicht, doch ist in der Zellerau schon manch alter Hase – ob nun auf Ostereiersuche oder nicht – aufs Korn genommen worden. Die vorösterliche Punktesammelaktion deshalb besonders gefährlich, weil man geneigt sein könnte, die Luft für rein zu halten und sich außerhalb der Jagdsaison zu wähnen, weil in diesem Jahr noch kein Pulverdampf über der Zellerau aufgestiegen ist. Aus drei Heimspielen konnte das Reitmaier-Team lediglich einen Zähler destillieren, wobei die Gegner Sand (1:1), Neumarkt (0:1) und Eichstätt (3:5) zugegebenermaßen zum Besten gehörten, was die Liga derzeit zu bieten hat.

Daniele Toch und seine Teamkollegen setzten sich im Hinspiel mit 4:0 durch (© Moritz Hahn)

Da man in seinen drei Auswärtsauftritten zusätzlich auf überhaupt keinen grünen Zweig kam, generierte man aus sechs Ligaspielen lediglich einen Punkt und legte damit den schlechtesten Jahresstart aller Mannschaften hin. Das blieb natürlich nicht ohne Auswirkungen auf die Tabellensituation. Vor der Winterpause waren die Zellerauer auf Tabellenplatz sechs im vorderen Mittelfeld mit Kontakt zu den Aufstiegsplätzen, mittlerweile müssen sie sich auf Rang elf nach unten orientieren und froh sein, noch von ihrem dicken Punktepolster aus der Vorrunde zehren zu können. Acht Punkte Vorsprung auf die Abstiegszone dürften reichen, sollte man meinen, wenn… sich der freie Fall nicht fortsetzt. Noch anlässlich der Anfang Februar vollzogenen Vertragsverlängerung von Chefcoach Marc Reitmaier, der den WFV in der Vorsaison in schier aussichtsloser Position übernommen und ihn vor dem scheinbar sicheren Abstieg aus der Bayernliga gerettet hatte, hatte Sportlicher Leiter Martin Lang die Zielsetzung für die restliche Saison ausgegeben: „Wir wollen versuchen, uns so weit wie möglich vorne zu positionieren. Als Sportler treten wir an, um jedes Spiel zu gewinnen. Von daher wollen wir so viele Punkte holen wie möglich und eventuell unsere 28 Punkte aus der Vorrunde übertreffen.“ Das dürfte mittlerweile Makulatur sein, bei den Zellerauern liegt das Hauptaugenmerk inzwischen darauf, möglichst schnell über die magische Marke von 40 Punkten zu kommen, womit man den direkten Klassenerhalt so gut wie sicher in der Tasche hätte.

Mit weiß-blauem Realismus gegen „blaues Wunder“

SVA-Coach Jochen Seitz hat zu der sportlichen Situation beim kommenden Gegner eine dezidierte Meinung, verbunden mit einer eindringlichen Warnung: „Ich persönlich glaube nicht, dass die Würzburger noch einmal in Abstiegsgefahr geraten, aus dem einfachen Grunde, weil sie personell zu stark besetzt sind. Sie haben momentan eine Ergebniskrise, aber man sollte sie keinesfalls unterschätzen. Gerade zu Hause sind sie extrem unangenehm zu bespielen, der kleine und nicht unbedingt gute Platz tut ein Übriges. Nur mit der richtigen Einstellung können wir diese schwierige Aufgabe meistern, andernfalls werden wir ein blaues Wunder erleben.“ Im Hinspiel am Schönbusch blieb selbiges beim deutlichen 4:0-Sieg der Viktoria freilich aus. Damals stand er noch nicht im Kader, denn er heuerte erst im Oktober beim WFV an. Die Rede ist von einem alten Bekannten: Joe Mensah, der, nach zweijähriger Sperre reaktiviert, seither in der Defensive der Domstädter einen guten Job macht. „Unser Trainer Marc Reitmaier und auch ich kannten ihn aus unserer Zeit bei den Kickers. Joe ist Profi, macht seinen Job, ist unkompliziert und wohnt in Würzburg. Da wäre es fahrlässig gewesen, ihn nicht zu holen“, lobt Sportlicher Leiter Martin Lang „unseren Joe“ in den höchsten Tönen. Wir müssen es schließlich am besten wissen: Joe ist halt trotz seiner inzwischen 32 Lenze kein „Auslaufmodell“…

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