Keine Lust auf ein Remis

Der SVA will am Samstag, 15 Uhr, im Stadion am Schönbusch das „gute Auswärtsgesicht“ des VfL Frohnlach beharrlich ignorieren

Der Schönbusch als Selbstbedienungsladen hat seit dieser Saison ausgedient. Die letzten drei Heimspiele konnten die Weiß-Blauen mehr oder weniger deutlich für sich entscheiden und etablierten sich nicht zuletzt wegen der neu entdeckten Heimstärke in der Spitzengruppe der Bayernliga Nord. In der Gesellschaft des Spitzenduos Forchheim und Weiden freilich gehört die Kontinuität des Erfolgs zum guten Ton, Ausrutscher machen sich sofort negativ bemerkbar.

Seit dem 6. Spieltag, als der Viktoria der Sprung auf Platz drei glückte, marschiert das Spitzentrio im Gleichschritt und es spricht einiges dafür, dass das auch nach Abschluss des 9. Spieltages so bleiben könnte. Forchheim (gegen den Würzburger FV), Weiden (gegen den FC Aubstadt) sowie der SVA stehen vor durchaus lösbaren Heimaufgaben und haben drei Punkte fest eingeplant.

Dennoch muss man dem VfL Frohnlach einen Sonderstatus zugestehen. In der Saison 2012/13 gehörten die Oberfranken wie der SVA der Regionalliga Bayern an, mussten am Ende als Tabellenletzter aber den bitteren Weg in die Bayernliga antreten, die Viktoria folgte, wie wir alle wissen, eine Saison später. Vor dem seinerzeitigen Abstieg aber gab das damals kaum noch zu rettende Schlusslicht am 20. April 2013 seine Visitenkarte bei der seinerzeit ebenfalls stark abstiegsgefährdeten Viktoria ab, auf der Trainerbank des VfL saß damals schon Stefan Braungardt, der jetzige Coach. Die drei Punkte waren eigentlich fest eingeplant, aber die apathisch wirkende Viktoria wurde durch zwei blitzsaubere Konter eiskalt erwischt und unterlag mit 0:2. Der VfL ist damit neben der SpVgg. Bayern Hof aus dem aktuellen Bayernliga-Teilnehmerfeld das einzige Team, das das Gefühl kennt, das Stadion am Schönbusch als Sieger zu verlassen.

Am Rezept des VfL, an dieser Traditionssportstätte zu bestehen, haben sich seither nur Nuancen geändert, wenn man den Worten von Stefan Braungardt vor dem Gastspiel seiner Truppe in Aschaffenburg Glauben schenken darf: „Wir wollen auch in Aschaffenburg unser gutes Auswärtsgesicht zeigen und wenn es uns gelingt, so lange wie möglich die Null zu halten und unsere Konter erfolgreich auszuspielen, dann können wir vielleicht auch trotz dieser wahnsinnig schweren Aufgabe auswärts weiterhin ungeschlagen bleiben.“

Das „gute Auswärtsgesicht“ des VfL Frohnlach ist schnell skizziert, viermal erreichte man ein Remis auf fremden Plätzen und war dort erfolgreicher als zu Hause. Dabei legte man eine erstaunliche Zähigkeit an den Tag und ließ sich auch von Rückständen nicht entmutigen, was man zuletzt anlässlich des 2:2 beim heimstarken SV Erlenbach unter Beweis stellte.

Viktoria-Coach Slobodan Komljenovic peilt den vierten Heimsieg der Saison an und könnte dabei wieder der erfolgreichen Mannschaft des Pokalspiels vom Mittwoch das Vertrauen schenken, die die verletzungsbedingten Ausfälle von Björn Schnitzer (Oberschenkelzerrung), Johannes Gerhart (Innenbanddehnung) und Roberto Desch trefflich zu kompensieren wusste. Dieses Trio wird auch am Samstag definitiv fehlen, während hinter dem Einsatz von Top-Torschütze Florian Pieper, der im Pokalspiel gegen Haibach in der Halbzeit angeschlagen ausgewechselt werden musste, ein Fragezeichen steht. Sicher bis auf Weiteres nicht mitwirken können wird der gleichfalls „pokalgeschädigte“ Arwed Kellner, der sich das Handgelenk brach. Die Serie festzuhalten, diese Aufgabe wird am Samstag zur Abwechslung wieder Stefan Steigerwald zufallen.

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