Keine Sonntagsruhe für die “Mannschaft der Stunde“

Mit einem Sieg im letzten Auswärtsspiel des Jahres bei der Reserve des 1. FC Schweinfurt 05 (So., 14 Uhr) will die Viktoria im Liga-Spotlight bleiben

Power Ranking ist ein neudeutsches Wort, unter dem die Leistungsdaten der einzelnen Vereine erfasst werden. Genauer gesagt wird damit Bezug nehmend auf die letzten fünf Leistungsabnahmen das aktuelle Energielevel definiert, das reichen kann von klinisch tot bis hochdynamisch. Für die Aschaffenburger Viktoria gilt derzeit zweifelsfrei letzteres, hat sie doch die jüngsten fünf Partien ausnahmslos für sich entscheiden können. Nur die aus Ruinen auferstandene SpVgg. Bayern Hof kann eine ähnlich gute Leistungsbilanz vorweisen.

Viktoria Aschaffenburg möchte gegen Schweinfurt II ans Hinspiel anknüpfen und auch die sechste Partie in Serie gewinnen (Archiv, © Moritz Hahn)

Mit der Reserve des 1. FC Schweinfurt 05 treffen die Weiß-Blauen auf einen Aufsteiger, der sich seit dem zehnren Spieltag kontinuierlich in der Abstiegszone aufhält. Aktuell hat das Team als Tabellensechzehnter schon acht Zähler Rückstand auf die SpVgg. SV Weiden auf dem ersten Nichtabstiegsplatz. Müßig zu sagen, dass die Erfolgserlebnisse für die Unterfranken seit ihrem Aufstieg rar geworden sind. Gerade viermal ging man in dieser Saison bisher als Sieger vom Platz, davon dreimal im eigenen Sradion. Am spektakulärsten war mit Sicherheit der 3:0-Heimsieg gegen den Würzburger FV vor Monatsfrist, nachdem man zuvor schon dem SC Eltetsdorf ein Remis abgerungen hatte. Nach einer beispiellosen Misserfolgsserie von 1:22 Punkten aus acht Partien wähnte man sich da auf dem Weg der Gesundung, musste neuerdings zu Hause gegen Ansbach (0:1) und in Forchheim (1:2) aber wieder Rückschläge wegstecken. Coach Berthold Göbel darf dennoch Hoffnung haben, mit seinem Team noch rechtzeitig die Kurve zu kriegen, schließlich haben die Grün-Weißen mit Ausnahme des 0:6-Heimdebakels am zweiten Spieltag gegen die DJK Ammerthal in allen Spielen ihre grundsätzliche Konkurrenzfähigkeit in der Bayernliga unter Beweis gestellt.

Jochen Seitz: „Mannschaft der Stunde? Klar sind wir das“

Trotz des deutlichen 4:0-Heimsiegs gegen Don Bosco Bamberg am letzten Samstag schwelgt Coach Jochen Seitz rückblickend nicht in Superlativen: „So klar war das gar nicht. Wir haben uns bis zur Führung schwergetan, weil der Gegner sehr tief stand. Nach dem 1:0 haben wir es dann eigentlich locker runtergespielt. Ich wurde es eine solide Leistung unsererseits nennen.“

Die Viktoria als Mannschaft der Stunde, diesen Schuh zieht sich der Coach hingegen gerne an: „Klar sind wir das, schließlich haben wir die letzten fünf Spiele gewonnen und aktuell einen guten Lauf. Wir sind auch sehr zufrieden, sollten uns aber vor Selbstüberschätzung hüten. Wir haben noch zwei schwere Spiele vor der Brust und diesen gilt unsere volle Konzentration. Wir gehen in diese Partien mit Selbstvertrauen und zugleich in dem Bewusstsein, dass es keine Selbstläufer gibt.“

„Schweinfurt nicht auf den Tabellenstand reduzieren“

In seiner Gegneranalyse stützt sich Jochen Seitz in diesem Fall nicht nur auf das verfügbare statistische Zahlenmaterial, sondern bezieht auch den Sonderstatus einer zweiten Mannschaft mit ein: „Gerade zu Hause sind die Schweinfurter sehr stark, da sie gewöhnlich sonntags spielen und dann auf Profis zurückgreifen können. Schweinfurt ist von daher schwer auszurechnen, was wiederum bedeutet, dass wir uns mehr auf unser eigenes Spiel konzentrieren müssen. Gegen zweite Mannschaften haben wir so unsere Probleme, das hat man auch gegen die Würzburger Kickers gesehen. Gegen die Spitzenmannschaften hat Schweinfurt zu Hause immer gut ausgesehen und gegen Eltersdorf einen Punkt geholt, gegen den Würzburger FV gar mit 3:0 gewonnen. Wir dürfen uns von der Tabellensituation nicht täuschen lassen, das wird eine ganz schwere Nummer. Man darf davon ausgehen, dass die Schweinfurter gerade gegen Topteams besonders motiviert sind und dann – wenn sich die Gelegenheit bietet – den ein oder anderen Akteur aus der Ersten runterziehen. Uns erwartet in Schweinfurt ein junges, läuferisch starkes Team, das sich voll reinhängen wird, um uns die drei Punkte abzuknöpfen, die es aufgrund der eigenen Tabellensituation dringend braucht. Uns wird mit Sicherheit leistungstechnisch alles abverlangt werden.“

Gegen den FCS, den man im Hinspiel am Schönbusch klarer dominierte, als es das 2:0 seinerzeit ausdrückte, wird Jochen Seitz mit Ausnahme der Langzeitausfälle wieder alle Mann an Bord haben.

Schreibe einen Kommentar

*

Die E-Mail wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert *