Leichtfüßiges Viktoria-Schwergewicht mit Savoir-vivre

Daniel Cheron läuft im Heimspiel gegen den FC Memmingen zum 250. Male im weiß-blauen Trikot auf

Ein schnelllebiges Geschäft wie der moderne Vereinsfußball erzeugt in vielen Konsumenten den Wunsch nach Fixsternen in punkto Konstanz und Verlässlichkeit. Allerdings stoßen nicht viele Spieler in die entsprechenden Sphären vor. Kapitän Simon Schmidt, der unlängst für sein 350. Spiel im Viktoria-Trikot geehrt wurde, ist so einer. Am kommenden Samstag nun erhält auch sein Stellvertreter in Sachen Kapitänsbinde, Daniel Cheron, für seinen 250. Einsatz einen Eintrag in Viktorias „Modern Book of Fame“.

Der heute 31-jährige Daniel Cheron (Spitzname „Cheri“) kam in der Saison 2011/12 von den Sportfreunden Seligenstadt zur Viktoria, die gerade wieder ihr Landesliga-Exil gegen einen Startplatz in der Hessenliga getauscht hatte. Der gelernte Rechtsaußen kam mit den Jahren als „Allzweckwaffe“ auch in der Defensive zum Einsatz. In seinen bislang 249 Einsätzen stand Cheron 241-mal in der Startformation und erzielte 28 Tore, eine Bilanz, mit der er sich unter den Top Ten der Viktoria-Torschützen im neuen Jahrtausend befindet. Der leichtgewichtige Dauerläufer, dem trotz seines mittlerweile vorgerückten Alters beim besten Willen kein konditioneller Abbau nachgesagt werden kann, wird voraussichtlich noch in diesem Jahr an „uns Giulio“ (251 Einsätze für den SVA) vorbeiziehen und dann Platz 2 der Dauerbrenner-Liste belegen. Giulio, wir lieben Dich trotzdem noch…

Daniel Cheron hat am 17.11.2018 sein 250. Pflichtspiel für Viktoria Aschaffenburg bestritten (© Moritz Hahn)

Was Cheri nicht zuletzt auszeichnet, ist ein in Sportlerkreisen eher selten zu beobachtender schelmischer Humor und Hang zur (Selbst)ironie. So kommentierte er beispielsweise in einem Clip des Main-TV anlässlich seines 200. Einsatzes im August 2017 vor laufender Kamera sein soeben geschossenes Tor: „Was soll man sagen. Ich bin halt ein Techniker und mach das überragend.“

Apropos französische Wurzeln, die Daniel Cheron ja nachweislich hat: Wer sie schon näher kennen lernen durfte, weiß, dass bei unseren französischen Nachbarn irgendwie alles groß (grand -e) ist, zuvorderst natürlich sie selbst (la grande nation), „la grande guerre“ und überhaupt… Wenn man das „Vive la France“ weiter denkt, dann dürfte auch klar sein, wer dort „le grand club de futbol“ ist: Paris St. Germain bien sur. Nur bei Daniel Cheron darf man sich da nicht so sicher sein: Er ist mittlerweile bei den „Boches“ von der Kleinen Schönbuschallee so heimisch geworden, dass ihm doch tatsächlich bei „le grand club de futbol“ unwillkürlich ein „Viktoria Aschaffenburg“ herausrutschen könnte. Wir können Daniel aber beruhigen: Das macht ihn noch lange nicht zum „schlechten Franzosen“…

Wir hoffen also, dass unser „Mon Cheri“ im Trikot der Viktoria noch möglichst oft jene Worte rufen kann, die seinerzeit Borussia Dortmunds Kultkicker der 60er Jahre, Lothar „Emma“ Emmerich, prägte: „Gib mich die Kirsche.“

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