Hot! Main-Echo: „Die Leistungsstärke der Klasse falsch eingeschätzt“

Der Verwaltungsrat muss tätig werden, haben in den vergangenen Tagen einige Fans der Aschaffenburger Viktoria angesichts der Misserfolgsserie der letzten Wochen gefordert. Unser Redakteur Thomas Steigerwald hat nachgefragt bei Hans Nolte (Foto: Björn Friedrich). Der 57-jährige Dreieicher steht seit November 2010 dem Verwaltungsrat der Viktoria vor.Ich bin absolut davon überzeugt, dass wir den Anforderungen in dieser Liga gerecht werden können. Wir dürfen jetzt nicht in Panik verfallen. Wenn Sie auf die Tabelle schauen, werden Sie feststellen, dass wir nur fünf Punkte von Platz drei entfernt sind. Wir hatten nach dem guten Start auch Pech; Spieler waren verletzt, krank oder beruflich unabkömmlich. Wir befinden uns, was die Regionalliga betrifft, in einem Testjahr.

Gegen Rain/Lech, Würzburg und 1860 München kamen jeweils mehr als 1000 Zuschauer an den Schönbusch. Nach drei Heimniederlagen waren es zuletzt gegen Rosenheim nur noch 522. Kann dieser Schwund zum finanziellen Problem werden?
Ja. Wir haben vor der Saison mit durchschnittlich 800 Zuschauern pro Partie kalkuliert oder anders gesagt mit Zuschauereinnahmen in Höhe von 100 000 Euro. Werden diese Zahlen nicht erreicht, müssen wir uns nach der Saison fragen, ob Aschaffenburg eine Stadt ist, in der man weiterhin Regionalliga-Fußball anbieten kann.

Antonio Abbruzzese, Trainer und Sportlicher Leiter der Viktoria, hat zuletzt gesagt, man müsse sich nun zunächst auf den Klassenerhalt konzentrieren – eine klare Korrektur des Saisonzieles. Teilen Sie diese Einschätzung?
Als Vorsitzender des Verwaltungsrates steht es mir nicht zu, das von einem Präsidiumsmitglied geäußerte Saisonziel zu korrigieren. Ich gebe aber zu, dass auch ich den Fehler gemacht habe, die Mannschaft für konkurrenzfähiger zu halten, als sie es derzeit ist. Ich habe die Leistungsstärke und -dichte dieser Klasse falsch eingeschätzt. Am Anfang haben wir von der Aufstiegseuphorie profitiert. In der jetzigen Situation muss der Trainer dramatischere Worte finden als die – sagen wir – Politiker im Verein.

Schreibe einen Kommentar

*

Die E-Mail wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert *