Hot! 2:2 in der Schönbusch-Sauna

Viktoria-Teilerfolg durch Schwitzen bis zum Ablauf der Sanduhr

Bei hochsommerlichen Temperaturen hatte der SVA am 3. Spieltag der Regionalliga Bayern die Ingolstädter Reserve zu Gast. Am Ende des schweißtreibenden Arbeitstages hatte man durch ein 2:2-Unentschieden immerhin einen Punkt am heimischen Schönbusch behalten. Yuki Nakagawa verwöhnte die 523 Zuschauer einmal mehr mit zwei Sushi-Häppchen, der Hitze entsprechend leichte und bekömmliche Kost. Der minimalistische Sommerfußball, den die Schanzer nach einer zwischenzeitlichen 2:0-Führung darboten, trug sie dann doch nicht über die gesamte Spieldauer von 92 Minuten, zum Glück für die Viktoria, sehr zum Leidwesen der Ingolstädter, wie FCI-Coach Tomislav Stipic in der anschließenden Pressekonferenz bedauernd anmerkte.

Yuki Nakagawa sorgte mit zwei Treffern für den Punktgewinn der Viktoria

Ungeachtet der extremen Witterungsbedingungen entwickelte sich von Beginn an eine flotte Partie, in der beiden Teams das Bemühen, sich für ihre Niederlage vom letzten Spieltag zu rehabilitieren, deutlich anzumerken war. Die Viktoria ergriff denn auch, sich ihres Status als Heimelf bewusst, zuerst die Initiative und hatte durch Florian Pieper, der nach einer schönen Einzelaktion aus spitzem Winkel an Ingolstadts Torwart Reichlmayr scheiterte, ihre erste Torchance (10.). Yuki Nakagawa zielte aus 20 Metern knapp vorbei (12.) und auch Daniel Cheron, frei vor Reichlmayr auftauchend, wurde von diesem abgekocht. Dann jedoch die vier Minuten, in denen die Schanzer die an diesem heißen Juli-Tag abgespeicherte Solarenergie komplett verbrieten. Zunächst mit einem sehenswerten Konter, den Stefan Müller, in der letzten Saison nach Lappe torgefährlichster Akteur, aus sieben Metern mühelos versenkt (17.), sodann mit ihrem schönsten Spielzug, einer Reminiszenz an den Bierdeckelfußball der letzten Spielzeit, dessen Vollendung vor den Zaunzeugen einer düpierten Viktoria-Abwehr Manuel Ott vorbehalten war. Die Batterie der Ingolstädter Offensive von diesem Moment  an als tiefenentleert zu bezeichnen, stellt keine Übertreibung dar. Allerdings war der SVA zunächst mit der Verarbeitung des Flashbacks aus dem Fürth-Debakel vollauf beschäftigt und mithin einfach zu verunsichert, um noch in der ersten Halbzeit aus der zunehmenden Passivität der Schanzer Kapital zu schlagen.

Die weiß-blauen Jungs, durch eine Pausenansprache von Coach Slobodan Komljenovic moralisch gestärkt, gingen erkennbar mit der Einstellung aufs Feld, die Partie noch drehen zu wollen. Sie wurden auch prompt belohnt, als Yuki Nakagawa bereits in der 49. Minute das Leder zum 1:2-Anschlusstreffer per Kopf über die Linie bugsierte, nachdem unmittelbar zuvor ein Pieper-Kopfball an der Latte landete. Die Partie wurde nun noch hektischer und umkämpfter. Schon in den ersten 45 Minuten hatte man sich viele Zweikämpfe im Mittelfeld geliefert, allerdings oft ungenau im Zuspiel agiert, was wiederum eine Reihe von Nickligkeiten provozierte. Der enge Spielstand, die ersten Symptome der Erschöpfung und das aufreizende Spiel auf Zeit der Schanzer taten ihr Übriges, um die Emotionen bei Spielern wie Fans hochkochen zu lassen. Yuki Nakagawa, schon vom Kulturkreis her eher der Kontemplation und dem Seelenfrieden zugetan, kühlte denn auch in der 80. Minute mit seinem 2:2 nach einem Zuordnungsfehler in der Schanzer-Abwehr das allseits überhitzte Blut wieder herunter und dimmte den Kreislauf auf das Niveau eines Kois im Gartenteich.

 

Trainerstimmen:

Tomislav Stipic (Ingolstadt): Es ist für alle Mannschaften schwer, hier zu gewinnen. Aschaffenburg hat nicht zuletzt ein fantastisches Publikum. In der ersten Halbzeit stellten wir das bessere Team und haben auch Torchancen kreiert. In der 2. Halbzeit war Aschaffenburg stärker. Wir haben uns zurückgezogen und gehofft, den Vorsprung über die Zeit retten zu können. Insgesamt ein gerechtes Remis.

Slobodan Komljenovic (Aschaffenburg): Wir hatten uns nach dem 0:7 viel vorgenommen. In der ersten Hälfte haben wir sehr gute Torchancen nicht genutzt. Nach den sehr gut herausgespielten Gegentreffern haben wir uns nichts mehr zugetraut. In der Pause habe ich meinem Team gesagt, dass es Vertrauen in seine Fähigkeiten haben und ohne Angst spielen solle. Wir haben dann Gas gegeben und uns ein verdientes Remis erkämpft. Bei den heutigen Temperaturen ist das umso höher zu bewerten.

 

Viktoria Aschaffenburg – FC Ingolstadt 04 II 2:2 (0:2)

Aschaffenburg: Maximilian Hinterkopf − Fnan Tewelde, Markus Brüdigam, Denis Talijan, Daniel Cheron − Soheyl Alipour−Rafi (31. Simon Schmidt), Yuki Nagakawa, Roberto Desch, Zino Zampach (61. Massé Bell Bell) − Mert Sinan Pekesen, Florian Pieper (68. Giulio Fiordellisi)

Ingolstadt: Thomas Reichelmayr − Patrick Walleth, Michael Denz, Dominik Schmitt, Stefan Müller − Philipp Mandelkow, Dominik Wolfsteiner (60. Arnold Hanschek), Manuel Ott (53. Steffen Jainta), Collin Quaner − Reagy Ofosu (72. Felix Habersetzer), Marcel Hagmann

Tore: 0:1 Stefan Müller (17.), 0:2 Manuel Ott (20.), 1:2 Yuki Nagakwa (51.), 2:2 Yuki Nagakawa (82.)

Gelbe Karten: Denis Talijan, Massé Bell Bell, Fnan Tewelde / Patrick Walleth, Dominik Wolfsteiner, Thomas Reichelmayr, Manuel Ott

Zuschauer: 523

Schiedsrichter: Marco Achmüller (Würding)

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