„Gegen Erlangen-Bruck noch mal alles investieren“

Der Tabellenachte kommt mit Vize-Pistolero Oliver Seybold – Jochen Seitz: „Haben noch was gutzumachen“

Serien definieren sich im Allgemeinen durch zeitnahe Zusammenhänge. Insofern stellt der angestrebte Heimerfolg gegen den FSV Erlangen-Bruck am kommenden Samstag (14 Uhr) als mögliches siebtes Glied in der Kette einen vorläufigen Schlusspunkt dar. Einer Wiederaufnahme des Erfolgsfadens im März nächsten Jahres steht an und für sich nichts im Wege, doch wie nicht mur Automobilisten wissen ist die Fortsetzung einer Fahrt mit warmem, schnurrendem Motor einer Unterbrechung und anschließendem Kaltstart immer vorzuziehen.

Jochen Seitz möchte die Erfolgsserie ausbauen und mit seinem Team als Tabellenführer überwintern (© Moritz Hahn)

Solche Gedanken treiben auch Coach Jochen Seitz um, wenn er davon spricht, dass er die bevorstehende Winterpause „mit einem weinenden und einem lachenden Auge“ sehe: „Wir sind gerade sehr gut drauf und haben eine Serie gestartet. Wir könnten gerade weiterspielen, bei dem Selbstvertrauen, das wir momentan haben. Andererseits muss man sagen, dass die Saison jetzt schon sehr lang ist und wir im Sommer kaum Urlaub gehabt haben. Die Spieler sehnen sich danach, einmal runterzufahren und kleinere Wehwehchen, die jetzt zunehmend auftreten, auszukurieren. Insofern ist das jetzt schon der richtige Zeitpunkt für einen Break.“ Nicht zuletzt hat man ja die Chance, bei Erfüllung der letzten Aufgabe als Tabellenführer zu überwintern und somit diesen privilegierten Status für fast drei Monate festzuschreiben: „Das ist unser Ziel. Wir haben noch das Heimspiel gegen den FSV Erlangen-Bruck vor uns, da haben wir aus dem Hinspiel bekanntlich noch was gutzumachen. In den letzten 90 Minuten des Jahres müssen wir uns noch mal alles investieren, denn wir wollen mit aller Macht die drei Punkte.“

Ärgerliche Hinrunden-Niederlage

Der Aufsteiger aus Mittelfranken – als Bayernliga-Neuling kann man ihn nach durchgehender Bayernliga-Präsenz in den Spielzeiten 2006/07 bis 2014/15 schwerlich bezeichnen – hat nach dem in der letzten Saison über die Relegation realisierten Wiederaufstieg mit dem achten Tabellenplatz sein als Klassenerhalt definiertes Soll bislang mehr als erfüllt, einem klassischen Fehlstart mit lediglich einem Punkt aus fünf Partien zum Trotz. Als man am sechsten Spieltag zu Hause gegen die Viktoria mit 3:1 gewinnen konnte, bedeutete dies für den FSV nicht nur den ersten Saisonsieg, sondern markierte auch den Beginn einer Wende, im Verlauf derer die Wagner-Elf sieben der folgenden elf Begegnungen für sich entscheiden konnte. Die drei Punkte, die die Viktoria seinerzeit in der Sportanlage Bruck etwas fahrlässig liegen ließ, würden auch einem aktuellen Tabellenführer wie der Viktoria gut zu Gesicht stehen. Das weiß auch Jochen Seitz: „Keine Frage, die Niederlage war überflüssig. Wir hatten in der ersten Halbzeit drei, vier hundertprozentige Möglichkeiten und zudem einen klaren Elfmeter nicht bekommen. Das war schon sehr unglücklich. Erlangen kam viermal vors Tor und hat dreimal getroffen. Wenn man seine Möglichkeiten nicht nutzt, kann man so ein Spiel schon mal verlieren. Ärgerlich war es natürlich, das hätte nicht passieren dürfen.“ Mit zwei Treffern großen Anteil an der Viktoria-Niederlage im Hinspiel hatte Erlangens Goalgetter Oliver Seybold, dessen Torjägerqualitäten (18 Saisontore) aktuell im zweiten Platz der Liga-Torjägerliste hinter dem führenden Björn Schnitzer (21) ihren Niederschlag finden.

Erlangens Offensive ist zu beachten

Die Abteilung Attacke findet auch Jochen Seitz bei der Begutachtung des letzten Gastes im Kalenderjahr vorrangig erwähnenswert: „Erlangen-Bruck hat vorne eine sehr gute Qualität mit Seybold und auch Tom Jäckel, der nach Verletzung zurückgekommen ist und schon mit dem 1. FC Schweinfurt drei Spielzeiten in der Regionalliga spielte, wo er in der Saison 13/14 mit zwölf Toren vereinsintern Torschützenkönig war. Da müssen wir natürlich aufpassen, aber wir haben momentan eine stabile Abwehr.“

Spiegelbildlich zum Saisonstart war auch der Rückrundenauftakt für die Schützlinge von Normann Wagner von einer Durststrecke gekennzeichnet. Seit fünf Spielen wartet man auf einen Sieg, lediglich drei Punkte stehen in diesem Zeitraum zu Buche. Die Viktoria wäre jetzt wieder als Aufbaugegner gefragt, aber sie wird sich dieses Mal eines runden Jahresabschlusses wegen und in ihrer noch nicht gefestigten Position als Tabellenführer auf Abruf vehement verweigern.

Zudem: Es ist zwar bald Weihnachten, aber die Geschenke gab es ja bekanntlich schon in der Hinrunde…

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