Hot! Nur 1:1 in Würzburg: Viktoria muss „umbuchen“

Generalverschwörung der Konkurrenz: Der spät gebuchte Winterurlaub am Gipfelkreuz steht leider nicht mehr im Angebot

Die Ausgangslage vor dem 22. Spieltag der Bayernliga Nord war denkbar einfach: Beim Würzburger FV musste für die Viktoria ein Dreier her, um noch vor der Winterpause eine Wachablösung an der Tabellenspitze durchzuführen. 443 Zuschauer, darunter ein erklecklicher Anteil mitgereister Aschaffenburger Schlachtenbummler, wurden Zeuge eines Auftritts der Viktoria, der wie üblich an Engagement nichts vermissen ließ, dem andererseits wie schon im Heimspiel gegen Hof trotz optischer Überlegenheit die Durchschlagskraft im Angriff abhanden gekommen ist. Die Tore fielen am Ende der durch eine Verletzung von Florian Pieper auf 50. Minuten gedehnten ersten Halbzeit. Den Führungstreffer durch Florian Pieper in der 44. Minute konnten die Gastgeber mit dem Pausenpfiff durch einen Foulelfmeter egalisieren.

Viktoria-Coach Slobodan Komljenovic hatte wieder der Startformation des letzten Heimspiels gegen Hof sein Vertrauen gegeben, wieder mit dem zuletzt durch gute Leistungen hervorgetretenen Youngster Mike Kirchner in der Verteidigungsachse.

Die gastgebenden Residenzstädter, die in jüngerer Zeit mehr durch Existenzsorgen denn durch sportliche Glanzleistungen von sich reden machten, wollten den derzeit noch fünf Punkte betragenden Vorsprung auf die Abstiegszone gegen den favorisierten Untermainrivalen zumindest wahren, wenn nicht gar vergrößern.

Viel Aufregung vor dem Pausentee

Abtasten war Fehlanzeige in dem für beide Seiten so wichtigen Spiel, die Strafräume waren sofort im Brennpunkt des Geschehens. Bereits nach fünf Minuten hatten die Hausherren durch Sebastian Schömig und Andreas Zehner zwei gute Tormöglichkeiten zu verzeichnen, die das Gehäuse von Stefan Steigerwald jeweils nur knapp verfehlten. Die Viktoria antwortete postwendend mit einer Reihe von viel versprechenden Angriffen, an denen die Aschaffenburger Schaltstation Björn Schnitzer/ Daniele Toch und Stürmer Florian Pieper maßgeblich beteiligt waren. Bei einer dieser Aktionen wurde in der 12. Minute der zum Kopfball aufsteigende Florian Pieper durch eine Faustaktion des Würzburger Keepers Jan Peter Grunz so unglücklich am Kopf verletzt, dass er nach vergeblichen Behandlungsversuchen schließlich in der 22. Minute mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ausgewechselt werden musste. Für ihn schickte Slobodan Komljenovic Routinier Giulio Fiordellisi aufs Feld. Das Spiel bewahrte in der Folgezeit seinen hohen Unterhaltungswert, ohne dass die ganz großen Torchancen kreiert wurden. Das änderte sich in der 45. Minute, als Björn Schnitzer im Zuge eines durch die Mitte eingeleiteten Angriffs von Daniel Toch begünstigt durch einen Fehler von Würzburg Scheffler plötzlich frei vor Keeper Grunz auftauchte, diesen umkurvte und zum 1:0 für den zu diesem Zeitpunkt neuen Tabellenführer einschob. „Sie tanzten nur fünf Minuten“, muss man sagen, denn noch in der verletzungsbedingten Nachspielzeit konnte Andreas Zehner einen wegen Foulspiels von Abassin Alikhil verhängten Strafstoß quasi mit dem Halbzeitpfiff sicher zum 1:1-Ausgleich verwandeln.

Sturm und Drang vergebens

Slobodan Komljenovic brachte gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit Youngster Yannick Franz für den bereits mit Gelb verwarnten Dennis Löhr. Der offene Schlagabtausch setzte sich zunächst fort: In der 51. Minute traf Kapitän Simon Schmidt im Anschluss an eine Ecke aus spitzem Winkel nur das Außennetz, auf der Gegenseite strich ein abgefälschter Torschuss von Andreas Hetterich knapp vorbei. In der 62. Minute war es erneut der Viktoria-Spielführer, der nach einer schönen Kombination über Fiordellisi an Keeper Grunz scheiterte, welcher keine zwei Minuten später auch vor dem einschussbereiten Daniele Toch klären konnte. Die Viktoria forcierte den Druck und es war deutlich zu spüren, dass die Viktoria keineswegs geneigt war, das Sechs-Punkte-Projekt vorzeitig abzuschreiben. Immer wieder stand Grunz im Mittelpunkt des Geschehens und musste gegen das Duo Toch und Schnitzer Kopf und Kragen riskieren. Die Zeit tickte allerdings unerbittlich herunter und zudem musste die Viktoria vor Kontern der Blau-Weißen auf der Hut sein. In der letzten Spielphase tat sich nicht mehr viel, so dass der SVA das zweite Remis in Folge quittieren musste.

Die Vision, als Tabellenführer in die Winterpause zu gehen, hat sich mit diesem Remis leider verflüchtigt, da Spitzenreiter SpVgg. SV Weiden mit dem zeitgleichen 2:0-Auswärtssieg in Neudrossenfeld seinen Vorsprung ausbauen konnte. Auch den zweiten Platz musste die Viktoria zunächst einmal dem FC Amberg überlassen, der mittels eines klaren 3:0-Erfolges über Frohnlach an ihr vorbeigezogen ist. Der TSV Großbardorf (3:0 in Memmelsdorf) und Jahn Forchheim (3:1 in Ansbach) haben nach Punkten mit dem SVA gleichgezogen, der als Einziger aus dem Spitzenquintett an diesem Spieltag Punkte eingebüßt hat. Mehr denn je gilt: Der Joker Neudrossenfeld am kommenden Samstag (29. November) muss unbedingt Gewinn bringend eingesetzt werden, denn dann geht man als Tabellenzweiter punktgleich mit Weiden in die Winterpause.

 

Würzburger FV – Viktoria Aschaffenburg 1:1 (1:1)

Würzburg: Jan-Peter Grunz – Martin Eck, Vladimir Slintchenko, Andreas Zehner (83. Leroy Mabikounou), Fazdel Tahir (90. Kevin Markert), Rene Schäffler, Kevin Dees, Andreas Hetterich (88. Lukas Weimer), Andreas Ganzinger, Benjamin Schömig, Simon Heim

Aschaffenburg: Stefan Steigerwald – Mike Kirchner, Abassin Alikhil, Simon Schmidt, Dennis Löhr (46. Yannick Franz) – Johannes Gerhart (79. Faruk Arslan), Roberto Desch, Daniel Cheron – Daniele Toch, Björn Schnitzer – Florian Pieper (20. Giulio Fiordellisi)

Tore: 0:1 Björn Schnitzer (44.), 1:1 Andreas Zehner (45.+5, FE)

Gelbe Karten: Kevin Dees, Andreas Hetterich, Simon Heim / Dennis Löhr, Abassin Alikhil, Mike Kirchner, Daniel Cheron

Schiedsrichter: Florian Badstübner – Dominik Fober, Niels Venus

Zuschauer: 443

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