Passionsspiele am Schönbusch – FC Memmingen zu Gast

Ausgehungerte Diva vor dem Gastspiel des FC Memmingen (Samstag, 19. April, 14 Uhr) sicher: „Zu Ostern gibt`s Lamm“

„Vier Heimspiele und (möglichst) kein Todesfall“, dieser leicht abgewandelte Filmtitel sollte programmatisch das Drehbuch zum Klassenerhalt der Viktoria maßgeblich mitbestimmen. Sinnfälliger als am Ostersamstag, der nach christlicher Lehre im Zeichen der Überwindung des Todes und der Vorfreude auf die Auferstehung steht, kann ein Hoffnungsfunke auch aus sportlich-weltlicher Sicht nicht zum Glimmen gebracht werden. Um in der weiß-blauen Passionsgeschichte die Rolle des Oster- bzw. Opferlammes mit dem  SV Memmingen, dem aktuell Tabellen-13. der Regionalliga Bayern, zu besetzen, werden ein paar warme Worte wohl kaum genügen.

Viktoria empfängt den FC Memmingen am Karsamstag um 14 Uhr

Viktoria empfängt den FC Memmingen am Karsamstag um 14 Uhr

Mit dem TSV Rain am Lech, der unter der Woche beim FC Schweinfurt 05 mit 2:5 unter die Räder kam, steht fünf Spieltage vor Saisonende bereits der erste Absteiger fest. Die Blumenstädter waren bisher auch das einzige Team, gegen das der SVA in dieser Spielzeit die volle Punktzahl einfahren konnte. Von der notorischen Freigiebigkeit der Tutschka-Elf profitierten freilich auch die direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt. Bayern Hof und Schweinfurt bekamen in einer für sie günstigen Phase der Saison eine Fleurop-Lieferung in Form von drei Punkten von den Blumenstädtern,  die insbesondere die Schnüdel (jetzt Rang 14) im Abstiegskampf tief durchatmen ließ.

Für die Viktoria, die mit zuletzt drei Niederlagen in Folge ihre zuvor hingelegte Miniserie mehr als aufgebraucht hat, ist die Lage angespannt wie je. So wie sich die Tabelle derzeit darstellt, muss sie für das Erreichen des zweiten Relegationsplatzes  sechs Punkte gutmachen, da die mit 26 Punkten auf Platz 16 befindliche SpVgg. Bayern Hof im direkten Vergleich die Nase vorn hat. Für die Mannschaften, die es aktuell für die Viktoria im Auge zu behalten gilt, sieht der Spielplan für morgen Folgendes vor: Tabellennachbar SV Heimstetten (vier Punkte vor) hat ein schweres Auswärtsspiel bei der Fürther Reserve zu bestreiten, während die SpVgg. Bayern Hof zu Hause gegen den SV Seligenporten bestimmt nicht auf eine dünne 0-Punkte-Klostersuppe eingestellt ist. Mehr braucht man aus weiß-blauer Sicht eigentlich nicht zu beobachten, denn weiter oben werden die Konturen aufgrund der tabellarischen Distanz schon unscharf.

So weit zum Fremdgeschehen, das die Komljenovic-Elf nur tangieren muss, wenn sie ihre eigene Hausaufgabe vollumfänglich zu erledigen weiß. Aus der Sicht eines Tabellenvorletzten, der bisher nur ein Heimspiel – zudem gegen den TSV Rain – für sich entscheiden konnte, mutiert alles und jedes zur Herkules-Aufgabe. Zudem lässt sich trefflich darüber sinnieren, ob man die Tatsache, dass der von Thomas Reinhardt gecoachte FC Memmingen mit gleichfalls einer Serie von zuletzt drei verlorenen Spielen im Gepäck an den Schönbusch reist, nun unbedingt einen Vorteil heißen muss. Auf den SVA war in der Vergangenheit schließlich fast immer Verlass, wenn es darum ging, sein angeknackstes Ego aufzupolieren.  Eher schon darf darauf verwiesen werden, dass sich die Allgäuer, mit 37 Punkten auf Platz 12, im Niemandsland der Tabelle befinden  und,  wenn auch noch nicht aller Sorgen ledig, ein beruhigendes  Acht-Punkte-Polster auf die Abstiegszone vorweisen können. Dass man aus dem Fehlen großer Saisonziele  aber nicht zwangsläufig auf Laschheit im sportlichen Auftreten schließen kann, haben die Klosterer bei ihrem Gastspiel am Schönbusch vor 14 Tagen unter Beweis gestellt. Aber ob zum Beispiel ein Auswärtsspiel in Heimstetten, dass unter Umständen sich über drei Punkte gegen den SVA in die Relegation retten könnte, als ein leichteres Spiel angesehen werden kann, sollte stark bezweifelt werden.

„Letzte Ausfahrt Memmingen“ möchte man titeln, würde es sich nicht um ein Heimspiel handeln. Mert Sinan Pekesen hat seine Rotsperre verbüßt und kehrt wieder ins Team zurück, während Keeper Stefan Steigerwald mit einer Strafe von zwei Spielen belegt wurde und dem SVA auch im Spiel gegen Memmingen fehlen wird. Hoffnung macht die Wiedergenesung von Neuzugang Markus Schmidt, der unter der Woche voll im Training stand und sich Hoffnung auf einen Einsatz am Samstag machen darf.