Hot! Peter Sprung schießt SVA zum 3:0-Heimsieg gegen Fürth

3:0 – Viktoria ist über den grünen Klee zu loben

Am 37. Spieltag lag es an den Jungs von Julio Alvarez, im letzten Heimspiel der Saison mit einem Sieg über die U23 der SpVgg Greuther Fürth einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt zu tun. Eine bis in die Haarspitzen motivierte und hoch konzentriert auftretende Viktoria-Mannschaft ließ nie Zweifel aufkommen, wer an diesem Tag als Sieger vom Platz gehen würde. Das Endergebnis fiel mit 3:0 deutlich aus, doch hätten die taufrischen Kleeblätter auch noch schlimmer unter die Sense kommen können, wäre in der zweiten Halbzeit nicht bei einigen viel versprechenden Angriffen der letzte Pass im Niemandsland gelandet.
Vor 445 Zuschauern im Stadion am Schönbusch warf Peter Sprung schon in der 3. Minute seine Tormaschine an und vertikutierte die Kleeblätter ein erstes Mal. Einen Freistoß aus etwa 20 Metern versenkte er mittels einer ungewöhnlichen Flugbahn zum 1:0 in den Maschen des Fürther Tores. Ein nicht einmal sonderlich gut plazierter, aber dennoch sehr undankbarer Ball für Fürths Keeper Mario Miltner. Das Himsl-Team ließ sich vom frühen Rückstand nicht beirren und kombinierte in seiner nun folgenden stärksten Phase sehr gut, dabei auch zwei hochkarätige Ausgleichschancen kreierend. Bei der ersten in der 10. Minute war Ricardo Döbert auf der Hut und konnte vor dem einschussbereiten Fürther Mario Müller klären. Ob des Vergebens der zweiten vergoss Fürths Coach Himsl in der anschließenden Pressekonferenz noch so manche Träne. In der 20. Minute stand Fürths Patrick Schikowski nach einem Anspiel auf rechts alleine vor Döbert, zeigte aber Nerven und verzog. Auf der Gegenseite scheiterte Peter Sprung mit einem plazierten Schuss am glänzend reagierenden Miltner. In der 41. Minute dann das, was man wohl einen „Knackpunkt“ nennt. Fürths Niklas Weißenberger grätschte Daniel Cheron ohne Aussicht auf den Ball von hinten in die Beine und sah in dieser Reihenfolge eine Spielertraube, tumultartige Szenen und den roten Karton. Die Wogen waren noch nicht geglättet, die zehn Fürther noch nicht sortiert, da drohte den Kleeblättern schon neues Ungemach. Simon Schmidt war in den Strafraum eingedrungen und wurde im vollen Lauf von den Beinen geholt. Marcello Fiorentini trat zum fälligen Elfmeter an und vollstreckte eiskalt halbhoch ins linke Eck (45).

Dies hatte den Fürthern endgültig den Stecker gezogen, mit 10 Mann ging von ihnen in der zweiten Halbzeit keine Gefahr mehr für das Aschaffenburger Tor aus. Die Viktorianer präsentierten sich während der gesamten folgenden 45 Minuten feldüberlegen, konnten daraus allerdings nur noch einmal Nutzen ziehen (Gründe siehe oben). Wer sonst als „Chef-Vertikutierer“ Peter Sprung konnte gegen die Kleeblätter noch einmal seinen grünen Daumen unter Beweis stellen und die Schnitttiefe auf 3:0 erhöhen. Im Anschluss an eine Ecke bewies er mal wieder Köpfchen und bugsierte das Leder aus kurzer Distanz über die Linie (74.). Vom Grill-Meister (Ismaning) zum Chef-Vertikutierer (Greuther Fürth) – der Mann macht die erstaunlichsten Entwicklungen durch. Man darf gespannt sein, welcher Kampfname ihm beim Saisonfinale gegen den FV Illertissen verliehen wird. Überhaupt Illertissen…

Durch den heutigen Sieg hat der SVA schon mal sein Minimalziel Relegationsplatz sicher erreicht. Um den aktuell gehaltenen Nichtabstiegsplatz 15 auch sicher in der Endabrechnung zu belegen, müsste beim bayerischen Amateurmeister ein Punkt herausspringen. Denn es gilt als sicher, dass der letzte verbliebene Konkurrent, die SpVgg Bayern Hof mit aktuell zwei Zählern weniger auf dem Habenkonto, beim Absteiger VfL Frohnlach gewinnt. Die Fans haben auf die neue Dramaturgie längst reagiert und wollen den SVA beim Saisonfinale in Illertissen zahlreich unterstützen. Auch ein Fanbus wird wieder eingesetzt, Anmeldungen sowie Infos bei Jochen Dlugosch.

Der Support der Fans stand heute der wirklich beeindruckenden Leistung ihrer weiß-blauen Lieblinge in nichts nach. Sogar die sonst so stocksteife Haupttribüne überwand ihr Economy-class-Syndrom und bannte durch sparsame Bewegungen die Thrombose-Gefahr. Wie Terrier Vogts immer sagte: à la bonne heure!

 

Trainerstimmen:

Mario Himsl (Fürth): Glückwunsch an den verdienten Sieger.  Wenn es um nichts mehr geht, ist eine Mannschaft natürlich ungleich schwerer zu motivieren. Allerdings wollen die Jungs ja irgendwann Profis werden. In den entscheidenden Szenen haben sie sich als zu grün präsentiert. Zunächst die dicke Ausgleichchance liegengelassen und danach durch ungeschicktes Zweikampfverhalten Rote Karte und Elfmeter provoziert. Nach dem Platzverweis hatten wir keinen Zugriff aufs Spiel mehr.

Julio Alvarez (Aschaffenburg): Ich kann meiner Mannschaft nur ein großes Lob aussprechen. In einem sehr guten Regionalligaspiel hat sie viel Herz, Leidenschaft, Kampfgeist und eine große Laufbereitschaft gezeigt. Es hat sich mal wieder gezeigt, dass die Mannschaft viel besser ist als ihr aktueller Tabellenstand. Das muss nur auch in die Köpfe der Spieler rein. Nach dem heutigen Spiel traue ich meiner Mannschaft zu, in Illertissen den zum Klassenerhalt erforderlichen Punkt zu holen.

 

SV Viktoria 01 Aschaffenburg – SpVgg Greuther Fürth II 3:0 (2:0)

Aschaffenburg: Ricardo Döbert – Matthias Fries, Markus Brüdigam, Christoph Kaesler, Markus Wosiek (68. Philipp Hörst) – Simon Schmidt, Marcello Fiorentini, Steffen Bachmann, Daniel Cheron – Peter Sprung (85. Peter Sprung), Giulio Fiordellisi (71. Michael Ulbricht)

Fürth: Mario Miltner – Michael Hefele (60. Simon Ernemann), Kai Hufnagel, Tuomas Rannankari, Maximilian Buttenhauser – Patrick Schickowski, Fabian Klose, Niklas Weissenberger, Rifat Akbulut (46. Christopher Kracun) – Lino D’Adamo, Marino Müller (63. Kingsley Onuegbu)

Tore: 1:0 Peter Sprung (3.), 2:0 Marcello Fiorentini (45., FE), 3:0 Peter Sprung (74.)

Rote Karte: Niklas Weissenberger (43., Fürth)

Gelbe Karten: Caniel Cheron, Peter Sprung / –

Zuschauer: 445

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